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Die Polizei bittet um Hinweise aus der Bevölkerung, um den Toten zu identifizieren. (Bild: Polizei Köln)

In Kerpen bei Köln ist nahe eines Cruising-Gebiets ein unbekannter Mann erschossen worden - die Polizei geht davon aus, dass der Täter bereits in Hessen und Baden-Württemberg gemordet hat.

Der Tote wurde Anfang der Woche von einem Spaziergänger in einem Waldgebiet im Stadtteil Buir gefunden. Der 25 bis 35 Jahre alte Mann soll durch einen Schuss in der Hinterkopf umgebracht worden sein, weitere Schüsse trafen ihn im Oberkörper.

Die Polizei Köln geht offenbar davon aus, dass die regelrechte Hinrichtung des Unbekannten mit zwei ähnlichen Morden zusammenhängt: Im Mai war ein 30-Jähriger in einer Cruising-Gegend um Magstadt (Landkreis Böblingen) getötet worden, im Juli wurde ein 70-Jähriger auf dem Autobahnparkplatz der A5 bei Mörfelden-Walldorf (Landkreis Groß-Gerau) aufgefunden (queer.de berichtete). Die ermittelnden Sonderkommissionen in beiden Bundesländern hatten bereits nach diesen Morden vermutet, dass der Täter gezielt Cruising-Treffpunkte aufsucht. Männer, die sich in solchen Orte aufhielten, sollten deshalb besonders vorsichtig sein.

Hinweise erbeten


Berichterstattung bei Express.de

Die Kölner Polizei hofft nun auf Hinweise aus der Bevölkerung. Sie hat damit begonnen, die Fahndungsplakate der Kriminalpolizei Böblingen und der Kriminalpolizei Rüsselsheim, die die ersten beiden Morde betreffen, an Autobahnparkplätzen in der Region aufzuhängen. Derzeit prüft die Mordkommission, ob der Mann in Kerpen durch die selbe Waffe gestorben ist wie die anderen Opfer.

Wenig sensibel geht wieder die lokale Presse mit dem Thema um: So sprach die im DuMont-Verlag erscheinende Boulevardzeitung "Express" in einer Meldung davon, dass die Ermordeten eine "Verbindung ins Homo­sexuellenmilieu" oder "Schwulenmilieu" gehabt hätten. Bereits in der Vergangenheit haben der LSVD und andere Homo-Verbände beklagt, dass solche Formulierungen eine ganze Bevölkerungsgruppe in die Nähe von Kriminalität rücke.

Die Mordkommission Buir bittet um Hinweise über die Identität des Getöteten. Er ist 1,82 Meter groß, 85 Kilo schwer und hat braune Augen. Auf seinem linken Oberschenkel befindet sich eine zehn Zentimeter lange alte Narbe. Hinweise nimmt die Mordkommission Buir unter Tel. 0221/229-0 entgegen. (dk)

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#1 vingtans
  • 03.09.2010, 11:09h
  • also "milieu" ist ein ganz wissenschaftliches wort für eine kleinere zelle innerhalb einer gesellschaft,also menschen die sozial mehr oder weniger an einander gebunden sind innerhalb einer großen übergesellschaft.das wort ist sinngemäß verwandt mit subkultur,peergroup,habitat und szene...

    was ist daran schlimm?!

    wegen einem schlechten beispiel,sprich rotlichmilieu?!

    in der soziologie ist eine familie ein milieu,der freundeskreis ist ein millieu oder studenten innerhalb einer universität.

    also diesmal übertreibt der LSVD.

    Zum Vorfall: ich glaub es ist mehr als nur blosse homophobie,aufgrund von homophobie diskriminiert oder verletzt man jemanden...aber gezielt darauf jagd machen und töten?
    ich glaub er ist eher menschenhass und verachtung des lebens,und cruiser sind eben das ventil..

    will hoffen die schnappen dieses tier!
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#2 AndiAnonym
  • 03.09.2010, 11:34h
  • Antwort auf #1 von vingtans
  • @feles18
    Ich glaube eher, du hast nicht verstanden, was der LSVD kritisiert hat.
    Es geht nicht darum, dass das Wort Milieu verwendet wird, sondern darum, dass "der Täter dem Schwulenmilieu zuzordnen" ist.
    Das heißt im Klartext: Der Täter ist ebenfalls schwul.
    Genau das ist aber weder bewiesen noch bekannt. Im Gegenteil. Ich gehe eher davon aus, dass der Täter Schwule hasst und keinesfalls dem Milieu zuzuordnen ist. Die Zeitung EXPRESS behauptet also genau das Gegenteil von dem, was wahrscheinlich der Fall ist.
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#3 spannercgnAnonym