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- 06. September 2010 2 Min.

Michael Ballack hat nicht nur Probleme mit seiner Gesundheit, sondern auch mit seinem Berater. (Bild: Wiki Commons / KaterBegemot / CC-BY-SA-3.0)
Der Deutsche Fußballbund fordert den Berater von Michael Ballack auf, seine Äußerungen über ein bevorstehendes Outing in der Nationalmannschaft zu erklären.
Der in Luxemburg ansässige Rechtsanwalt Michael Becker soll laut einem im Juli erschienen Bericht des Nachrichtenmagazins "Der Spiegel" vor Spieleberatern und Journalisten angekündigt haben, dass es einen ehemaligen Nationalspieler gebe, der "'die Schwulencombo' demnächst hochgehen lassen würde" (queer.de berichtete). DFB-Generalsekretär Wolfgang Niersbach bestätigte, dass der Verband eine Erklärung von dem Berater fordert: "Es stimmt, dass wir Herrn Becker angeschrieben haben", sagte er der "Bild"-Zeitung. "Wir möchten wissen, wie er das gemeint hat. Aber bis jetzt hat er auf unsere Bitte um Stellungnahme nicht reagiert."
Zunächst wollte der DFB zu dem Thema schweigen. So hatte Team-Manager Oliver Bierhoff nach Erscheinen des Artikels erklärt: "Dazu muss man nichts sagen. Da erübrigt sich jeder Kommentar. Auf so ein Niveau muss man sich nicht begeben". Und auch Ballacks Verein Bayer Leverkusen stellte klar, dass man "keine Ressentiments gegenüber Homosexuellen" habe. Allerdings habe es im Verband interne Diskussionen über die Äußerung gegeben, die eine Klarstellung notwendig machten.
Ballack selbst hat sich zu diesem Thema nicht geäußert. Der 33-Jährige ist derzeit wegen einer Magen-Darm-Erkrankung nicht einsatzfähig. Er wird deshalb am Dienstag beim EM-Qualifikationsspiel gegen Aserbaidschan erneut nicht mitspielen können.
Während seiner aktiven Laufbahn hat sich bislang nur ein Profispieler geoutet: Der Engländer Justin Fashanu gab seine Homosexualität 1990 bekannt. Seine Odyssee hatte aber schon 1982 begonnen, als der Jungstar bei Nottingham Forrest von seinem Trainer suspendiert wurde, weil dieser von Fashanus Besuchen in Schwulenbars erfahren hatte. Daraufhin musste der Spieler mehrfach das Team wechseln. Sein Coming-out schadete seiner Karriere: Er spielte in den 1990er Jahren in wenig professionellen Ligen in Kanada und später bei Provinzclubs in England. 1998 verübte er unter mysteriösen Umständen Selbstmord. Das einstige Jugendtalent wurde gerade einmal 37 Jahre alt. (dk)














