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- 08. September 2010 2 Min.

Yoann Lemaire ist nach Ansicht seines früheren Vereins zu schwul zum Fußballspielen.
Ein schwuler Amateur-Fußballer ist in Frankreich aus seinem Verein hinausgeflogen, weil seine Homosexualität von Mitspielern nicht akzeptiert wurde.
Yoann Lemaire, der 14 Jahre lang für den kleinen Verein FC Chooz gespielt hatte, darf nach einer Entscheidung des Club-Präsidenten Frédéric Pretty nicht mehr spielen, "um weitere Vorfälle zu vermeiden", berichtet "Le Monde". Der Ausschluss aus dem Verein geht auf einen Vorfall im Mai 2009 zurück: Damals machten einige von Lemaires Teamkollegen homophobe Bemerkungen gegenüber Journalisten, die in ganz Frankreich auf Kritik stießen. Lemaire nahm daraufhin - mit Zustimmung des Vereins - eine Auszeit vom aktiven Sport. Als er nun wieder mitspielen wollte, stand er vor geschlossenen Türen: "Wir müssen beide Seiten schützen", erklärte Präsident Pretty den Ausschluss des schwulen Spielers. "Nachdem die Gefühle im Jahr 2009 hochgeschwappt sind, müssen wir alles daran setzen, weitere Zwischenfälle zu verhindern."
Lemaire erklärte in einem Interview, dass nur zwei von 60 Spielern Probleme mit seiner Homosexualität gehabt hätten. Anstatt diese Spieler zu bestrafen, würde er für den "Zwischenfall" verantwortlich gemacht, beklagte er im französischen Fernsehen.
Regierung in Paris kritisiert FC Chooz
Politiker zeigten sich entsetzt über den Ausschluss des schwulen Spielers. Rama Yade, die Staatssekretärin für Sport, forderte den Fußballverband Fédération française de football (FFF) auf, den Verein zu bestrafen. Deren Funktionäre winkten aber bereits ab: Es gebe keine rechtliche Handhabe, dem FC Chooz wegen des Spielerausschlusses die Lizenz zu entziehen.
Auch Homo-Gruppen kritisierten den Verein einhellig und forderten Konsequenzen. So beklagte SOS Homophobie, dass es im Fußball leider noch eine Hierarchie der Diskriminierung gebe: "Dort beschimpft man Spieler nicht mehr mit Begriffen wie 'schmutziger Neger', sondern wirft ihnen vor, wie eine 'Schwuchtel' zu spielen", erklärte SOS-Chef Bartholomé Girard. Der schwul-lesbische Fußballverband Paris Foot Gay forderte die Fußballwelt auf, endlich zu akzeptieren, dass "Homophobie genauso schlimm ist wie Rassismus oder Antisemitismus". (dk)














