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  • 10. September 2010 16 2 Min.

Seymour Pine als NYPD-Beamter

Kommissar Seymour Pine leitete 1969 die Razzia in der Schwulenbar Stonewall Inn, die zu dreitägigen Krawallen in New York führte. Er ist letzten Donnerstag im Alter von 91 Jahren gestorben.

Der Stonewall-Aufstand in der New Yorker Christopher Street gilt als Beginn der modernen Schwulen- und Lesbenbewegung: Erstmals widersetzten sich Schwule und Trans­sexuelle am 28. Juni den teils brutalen Polizeiaktionen, die in der Community damals an der Tagesordnung waren. Pine erklärte nach seiner Pensionierung zunächst, er habe Befehle ausgeführt und die Gesetze aufrecht erhalten. Später räumte er ein, dass die Gesetzgebung unfair gewesen war und entschuldigte sich bei Schwulen und Lesben für sein Vorgehen.

Polizei ging gezielt gegen Schwulen-Bars vor


Das Stonewall Inn wurde 1969 auf einen Schlag weltberühmt. (Bild: Wiki Commons / D.Davies / CC-BY-SA-3.0)

Während der Razzia waren besonders viele schwule Besucher in der Stadt, die an der Beerdigung der Schwulenikone Judy Garland teilnehmen wollten. Die Schwulenbars waren damals - weil Homosexualität illegal war - fast ausnahmslos in der Hand der Mafia, die sich ihre Lizenz mit Schmiergeldzahlungen sicherten. Die Polizei ging aber damals mit "Lockvogelmethoden" gegen Homo­sexuelle vor, so auch im Stonewall Inn: Vor der Razzia befanden sich bereits zwei Polizisten und zwei Polizistinnen in Zivil in der Bar, um "Beweise" für "unmoralisches Verhalten" zu finden. Seymour und ein Kollege starteten dann die Razzia gegen ein Uhr morgens.

Die rund 200 Gäste der Bar schlugen erstmals zurück und vertrieben die Polizisten, was zu einer Solidarisierung im Schwulenviertel führte. Nach den Ausschreitungen organisierte sich die Homo-Bewegung erst in der Stadt und schließlich im ganzen Land und forderte die Gleichberechtigung mit der heterosexuellen Mehrheitsgesellschaft. Gleich­geschlechtlicher Sex sollte aber noch bis 1980 im Staat New York illegal bleiben, in anderen Teilen des Landes sogar bis 2003.

Pine, der 1919 als Sohn jüdischer Einwanderer aus Polen in Manhattan geboren wurde, erklärte zwar wiederholt, dass ihm die Razzia leid tue und er nur Menschen belästigt habe, "die eine gute Zeit miteinander verbringen wollten" - die Aktion sei aber nach damaligem Verständnis rechtmäßig gewesen. Dennoch hätten die Behörden natürlich Vorurteile gehegt gegen Schwule, sagte er bei einer Rede vor der New York Historical Society im Jahr 2004. "Die hatten ja keine Ahnung, was für Menschen Homo­sexuelle sind", so Pine. Er selbst habe Schwule nicht gehasst, "sondern meine Befehle ausgeführt, ohne sie zu hinterfragen". Das bedauerte er zuletzt in der erst im Juni diesen Jahres erschienen Dokumentation "Stonewall Uprising" Pine sagte darin über die Besucher des Stonewall Inn: "Sie haben das Gesetz gebrochen. Aber das war ein sehr dummes Gesetz." (dk)

-w-

#1 non imeldificAnonym
  • 10.09.2010, 16:15h
  • Drag queens, butches und femmes, größtenteils aus der Unterschicht oder aufgrund ihres nicht normgerechten Verhaltens verarmt und obdachlos geworden, People of Color, Stricher, diejenigen, die überall sonst ausgeschlossen wurden und sich keine anderen Orte leisten konnten, lieferten sich anlässlich einer Razzia im Stonewall Inn eine dreitägige Straßenschlacht mit der Polizei.

    www.i-italy.org/files/24image/stonewall%20rioters.jpg

    CSD-Charta

    www.chessbase.de/2006/bonn/Image5.jpg
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#2 Liedel
  • 10.09.2010, 18:25h
  • "die eine gute Zeit miteinander verbringen wollten" - die Aktion sei aber nach damaligem Verständnis rechtmäßig gewesen.

    Irgendwie erinert mich das jetzt an diesen "Ruhrbischof" Overbeck und seine "zwei Menschen, die in Frieden leben". Der leitet zwar keine Razzien, aber er vertritt die krude Sexualmoral seiner unheiligen Kirche ...
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#3 alexander