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- 22. September 2010 2 Min.

Zwei junge männliche Gemeindemitglieder haben den US-Fernsehpfarrer und baptistischen Bischof Eddie Long am Dienstag verklagt, weil er sie sexuell belästigt haben soll.
Long hat sich als Chef der New Birth Missionary Baptist Church in Atlanta stets dafür eingesetzt, Homosexuelle mit Hilfe der Bibel zu Heterosexuellen zu bekehren. Nun wird er vom 21-jährigen Anthony Flagg und dem 20-jährigen Maurice Robinson beschuldigt, seine Position als Seelsorger ausgenutzt und die jungen Männer zum Sex genötigt zu haben. Der 57-jährige Geistliche habe zwar keine körperliche Gewalt angewendet, um den Geschlechtsverkehr durchzusetzen, er habe aber mit Bibelzitaten Druck ausgeübt.
Den Anklageschriften zufolge hat der Bischof erklärt, eine private Zeremonie stärke den christlichen "Bund" zwischen dem Priester und den jungen Gemeindemitgliedern und stärke außerdem ihren Glauben. Diese Zeremonie, die stets in Hotels abgehalten wurde, beinhaltete demnach auch Onanieren und "oralen sexuellen Kontakt". Sollten die jungen Männer Zweifel an der Beziehung äußern, soll Long Aussagen aus der Bibel zitiert haben, die die sexuellen Handlungen rechtfertigen sollten.
Sex als "Geschenk" zum 18. Geburtstag
Die Kläger gaben an, sie waren zwischen 16 und 20 Jahren, als sie Sex mit Long hatten. Da in Georgia das Schutzalter von 16 Jahren gilt, kann Long nicht wegen Kindesmissbrauchs belangt werden. Einem der beiden Kläger soll Long den Geschlechtsverkehr als "Geschenk" zu seinem 18. Geburtstag gegeben haben. Zudem soll der Bischof sofort eingegriffen haben, als die jungen Männer mit Frauen ausgehen wollten.
Long ließ über seine Anwälte sämtliche Vorwürfe dementieren. Der Geistliche hat viel zu verlieren: Er ist der Leiter einer sogenannten "Megachurch" mit 25.000 Sitzplätzen, deren Gottesdienste auch im Fernsehen übertragen werden.
In der Vergangenheit hat er stets Homosexualität als "Sünde" bezeichnet und erklärt, jeder Mensch habe die Kraft, sich in einen gottesfürchtigen Heterosexuellen zu verwandeln. 2004 hat er eine Demonstration gegen die Homo-Ehe in Atlanta organisiert. Sein besonderes Interesse galt stets jugendlichen Gläubigen, für die er als Mentor auftrat und eigenen Aussagen zufolge ein "geistlicher Daddy" sein wollte.
In den letzten Jahren haben mehrere evangelikale Pfarrer, die Homosexualität in ihrem Amt bekämpft hatten, homosexuelle Affären eingestehen müssen. So musste George Rekers dieses Jahr zurücktreten, weil er einen Strichjungen zu einem Urlaub in Europa mitgenommen hatte. 2006 sorgte der Fall von Ted Haggard, damals Anführer von 30 Millionen "wiedergeborenen" Christen für Aufsehen: Er hatte sich von einem Callboy "massieren" lassen sowie illegale Drogen mit ihm konsumiert. (dk)
Links zum Thema:
» Anklageschrift Maurice Robinson
» Anklageschrift Anthony Flagg















Das ist doch mal wieder typisch. Häuchlerisches Pack