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- 22. September 2010 2 Min.

Staatssekretär Carlo Giovanardi (Bild: Wiki Commons / Dread83 / CC-BY-SA-3.0)
Carlo Giovanardi, Familien-Staatssekretär der italienischen Regierung, hat in einem Interview erklärt, das Adoptionsrecht für Lesben und Schwule würde den Menschenhandel begünstigen.
Wie die Tageszeitung "La Repubblica" meldet, führe ein Adoptionsrecht für Homo-Paare zu einem "regen Handel mit Kindern, die gekauft oder verkauft werden". Länder mit homofreundlichen Regelungen förderten daher den Menschenhandel, so Giovanardi. Als Länder mit besonders liberalen Gesetzen nannte er die USA und Brasilien. "Das ist etwas, was wir nie akzeptieren werden", erklärte der Politiker der Berlusconi-Partei "Popolo della Libertà".
Giovanardi erklärte ferner, dass Schwule und Lesben ohnehin schlechte Eltern seien: "Zwei Elternteile des selben Geschlechts einem Kind aufzuzwängen, das ist seelische Gewalt." Kinder hätten das Recht, in einer Familie mit Vater und Mutter aufzuwachsen, sagte der 60-Jährige. Dass viele Kinder auch in dieser Konstellation Gewalt erführen, ändere nichts an der Minderwertigkeit schwuler oder lesbischer Paare: "Es gibt auch in heterosexuellen Familien Gewalt oder schlechte Manieren, aber das heißt nicht, dass die normale Familie Gewalt und Misshandlungen Vorschub leistet", erklärte Giovanardi, ohne Quellen für seine Behauptung zu nennen.
"Unfassbarer Unsinn"
Die Opposition und Homo-Gruppen sind empört über die Äußerungen des Staatssekretärs. Paola Concia von der sozialdemokratischen "Partito Democratico" nannte es "nicht hinnehmbar", dass der Politiker eine ganze Gruppe von Menschen verunglimpft. Einzige Absicht des "homophoben" Politikers sei es offenbar gewesen, Stimmung gegen Schwule und Lesben zu machen. Wissenschaftliche Untersuchungen zeigten ferner, dass Homo-Paare genauso gute Eltern seien wie heterosexuelle Paare. Die Gruppe Arcigay nannte die Aussagen Giovanardis einen "unfassbaren Unsinn" und forderte die Entlassung des Staatssekretärs.
Italien ist eines der wenigen westeuropäischen Länder, in denen Homo-Paare noch immer keinerlei Anerkennung vom Staat erhalten. Zwar versuchte der frühere Ministerpräsident Romano Prodi 2008, eingetragene Partnerschaften einzuführen. Das Vorhaben scheiterte jedoch kläglich (queer.de berichtete). Insbesondere die katholische Kirche und Mitte-Rechts-Parteien sehen in der Anerkennung von Homo-Paaren eine Schwächung der christlichen Werte in Italien. (dk)















Kommt demnächst sodomiebedingter Blutregen wieder in Mode? Oder sollten wir nicht vielleicht mal wieder eine zünftige Heuschreckenplage verursachen?
Wer macht mit? :-)