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- 23. September 2010 2 Min.

Jetzt darf auch in Florida ein Baby in dieses Bettchen.
Ein weiterer juristischer Sieg für Homo-Aktivisten in Florida: Das oberste Berufungsgericht von Florida hat am Dienstag das Verbot der Adoption durch gleichgeschlechtliche Paare gekippt.
Das Third District Court of Appeal in Miami hat entschieden, dass ein Gesetz im Bundesstaat, das Schwulen und Lesben die Adoption verbietet, gegen die Verfassung von Florida verstößt. Richterin Cindy Lederman argumentierte, dass es nicht im Kindesinteresse liegen könne, wenn mögliche Adoptiveltern ausgeschlossen werden.
Es gebe schließlich keine wissenschaftliche Gründe, warum Erwachsene lediglich wegen ihrer sexuellen Orientierung das Recht entzogen wird. Daher gebe es "keine rationale Basis für die andere Behandlung", so Lederman. Außerdem seien Homo-Paare als Pflegeeltern willkommen und Einzelpersonen dürften ebenfalls problemlos adoptieren - daher sei die Argumentation des Staates, dass ein Kind Vater und Mutter braucht, hinfällig.
Gouverneur: Verbot wird sofort aufgehoben

Kläger Gill mit einem seiner Adoptivsöhne
Nach der Urteilsverkündung erklärte Gouverneur Charlie Crist, dass der Staat das Adoptionsverbot ab sofort nicht mehr durchsetzen werde. Es sei nun unwahrscheinlich, dass der oberste Gerichtshof die Entscheidung noch einmal umkehren würde. Crist hatte zuvor das Verbot über Jahre unterstützt.
Geklagt hatte der jetzt 49-jährige Martin Gill. Er wollte zwei junge Brüder adoptieren, für die er und sein Lebenspartner seit 2004 als Pflegeeltern gesorgt haben. Die beiden Kinder wurden Gill von einer staatlichen Stelle zugeteilt, weil sie in ihrer Familie misshandelt worden waren. Der republikanisch kontrollierte Staat hatte aber das Adoptionsverbot gerichtlich verteidigt.
"Das ist die Meldung, auf die wir seit Jahren gewartet haben", erklärte Gill in einer Pressemitteilung der Bürgerrechtsorganisation ACLU, die ihn beim Verfahren vertreten hat. "Das ist ein Riesenschritt in Richtung Stabilität für unsere Söhne, die uns bisher verweigert wurde", so Gill.
Nach Informationen der Homo-Organisation Human Rights Campaign dürfen Homo-Paare nun in 46 von 50 US-Bundesstaaten Kinder adoptieren, in vier besteht noch - wie auch in Deutschland - ein ausdrückliches Verbot. Hierzulande hat die rot-grüne Bundesregierung gegen den Widerstand der Union 2005 lediglich die Stiefkindadoption beschlossen, die besagt, dass ein gleichgeschlechtlicher Partner das leibliche Kind des eingetragenen Lebenspartners adoptieren darf. (dk)















Die Schritte sind zwar klein und es gibt auch schonmal einen Rückschlag, aber wir gehen erkennbar vorwärts.
Wir dürfen nicht nachlassen, eh wir zu 100% gleichgestellt sind! Weltweit!