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  • 26. September 2010 51 1 Min.

Schwuler Bürgermeister warnt vor antischwulerGewalt (Bild: Montage: SPD / Maneo Socialspot 2006)

Übergriffe gegen Homo­sexuelle seien immer noch Realität, stellt Berlins Regierender Bürgermeister im Interview mit der BamS fest.

Von Carsten Weidemann

Es ist keine Neuigkeit für die schwule Szene, doch für die Leser des großen deutschen Boulevardblatts mag es überraschend klingen, wenn SPD-Vize Klaus Wowereit auf die nach wie vor existierende Bedrohung durch Gewalt von intoleranten Mitbürgern warnt. Die Berichte über einen Außenminister, der mit seinem Freund eine Eingetragene Lebenspartnerschaft eingeht, und ein ehemaliger Hamburger Bürgermeister, der seinen Freund der Öffentlichkeit präsentiert haben möglicherweise den Eindruck entstehen lassen, das im Jahr 2010 alles in Ordnung ist.

"Es werden auch heute noch Menschen geschlagen, getreten, gejagt, nur weil sie mit einem gleichgeschlechtlichen Partner Händchen haltend durch die Stadt gehen", sagte Wowereit der "Bild am Sonntag". Auch wenn heute offen schwule Männer in Spitzenpositionen sitzen können, würde das noch nicht das Ende der Diskriminierung von Lesbe und Schwulen im Alltag bedeuten. "Ich bin weit davon entfernt, Entwarnung zu geben", sagte er dem Blatt. Seine Warnung beziehe er nicht nur auf Berlin. Dies gelte für die gesamte Republik.

-w-

#1 Liedel
  • 26.09.2010, 14:11h
  • Ach Wowi Nach den ganzen homophoben Attacken in unserer Stadt, wo immer wieder laut nach deiner Stimme gerufen wurde, hörte man immer so gar nix aus dem Roten Rathaus...

    Bei der Berliner SPD scheint offenbar das große Muffensausen einzusetzen, was die Abgeordnetenhauswahl 2011 angeht. In sämtlichen Umfragen werden den Grünen mit einer bisher ungekürten Spitzenkandidatin Kühnast beste Chancen auf ein mindestens gleichwertiges Wahlergebnis mit der SPD vorausgesagt.
    Ich finde Grünen- Schelte ja okay, wenn es z.B. um die unsägliche Blankenese- Connection in Hamburg geht (Grüne als kleine FDP= Machtstütze der Union).
    Aber Wowis fast tägliche mediale Grünen- Schelte ist schon auffällig
    Außer viel heißer Luft und irgendwelchen symbolischen Bündnissen hat rot-rot das Problemfeld "homophobe Gewalt" meiner Wahrnehmung nach immer noch nicht konsequent angegangen. Hoffen wir, dass jetzt, wo aufgrund des Aufwärtstrends der Grünen nicht wenige um ihre Pöstchen zittern müssen, endlich mal Taten folgen!
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#2 alexander
  • 26.09.2010, 14:21h
  • nix gegen wowi, aber seine partei unternimmt auch nichts gegen diese tatsache !

    als die spd noch wählbar war, habe ich 30 jahre die sozis, zumindest als volksnahes gegengewicht gewählt ! das hat sich seit der dumpfbacke schröder erledigt. die letzte glaubhafte spd politgrösse war regine hildebrandt !
    die beck´s und gabriel´s ect. können mich mal am abend besuchen. (aber nur bei neumond !)

    auch in berlin wird es enger in der wählergunst, mit grausen war die nachricht zu vernehmen, dass frau künast als OB in frage käme ! noch ein machtgeiles weib als chefin ? uns ist nicht mehr zu helfen !
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#3 bastapapsta
  • 26.09.2010, 15:08h
  • Solche Aktionen machen nur Sinn, wenn man die Wurzeln des Übels beim Namen nennt. Im Bezug auf homophobe Gewalt spielt neben Nazis zu einem grossen Teil der Islam eine grosse Rolle.
    Um dies ändern zu können muss auch von Islamisten mehr gefordert werden, besonders im Bezug auf Integration. Auch wenn ich die Art und Weise, wie Sarrazin sich geäussert hat "Gemüsehändler" usw. beleidigend finde ( das ist niedriges Staamtischnivou), gibt es doch einige Punkte, in denen er nicht unrecht hat. Für ein friedliches Zusammenleben müssen BEIDE Seiten ihren Beitrag leisten, nicht nur wir. Schwule und Lesben mit Migrationshintergrund, die hier in Deutschland Schutz vor islamistischen, homophoben Übergriffen suchen, haben ein Anrecht darauf, dass sie in einem demokratischen Land davor geschützt werden. Noch vor 50 Jahren hatten wir alles andere als eine Demokratie. Dank des christkonservativen damaligen Deutschland wurden Homos denunziert und gesellschaftlich ausgegrenzt. Wir müssen höllisch aufpassen, dass wir dahin nicht wieder zurückkommen, bzw. noch schlimmer, dass wir irgendwann nur noch Gewalt erfahren. Es muss zukünftig gewährleistet sein, dass keine religösen Parteien gegründet werden, die Trennung von religion und Staat muss schärfer formuliert werden.

    Ich halte nichts von Minarettverboten ( Schweiz ) oder Burkaverboten ( Frankreich), da dort auch wieder Menschen in ihrer Freiheit beraubt werden, nur dürften Minarette geanusowenig wie christliche Kirchen staatlich finanziert werden. Wir müssen zeigen, dass wir religöse Kulturen akzeptieren aber auch Grenzen aufzeigen, wenn versucht wird, uns unserer Freiheit zu berauben.

    Gewisse Rahmenbedingungen sind unumgänglich, um ein friedliches Zusammenleben einer multikulturellen Gesellschaft zu gewährleisten.
    Ob Katholizismus, Islam usw., jeder soll seine Religionsfreiheit haben, doch wir müssen darauf achten, dass unsere Demokratie nicht abgeschafft wird, dass sollten Fundamentalisten sich hinter die Ohren schreiben, dass hier eine Demokratie herrscht.
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