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- 02. Oktober 2010 2 Min.

Die Demonstranten riefen zum Boykott der Fluglinie Swiss auf.
In Moskau haben rund 20 schwul-lesbische Aktivisten am Freitag erstmals eine Demonstration abgehalten, die von den Behörden genehmigt wurde.
Organisator Nikolai Aleksejew bezeichnete die Genehmigung, die für maximal 20 Demonstranten ausgesprochen wurde, als "historisch", da sexuelle Minderheiten erstmals "unter dem Schutz der Polizei" demonstrieren durften. Dabei haben ungefähr ein Dutzend rechtsradikale Gegendemonstranten versucht, mit Wasserpistolen auf die Homo-Aktivisten zu sprühen. Sie wurden von der Polizei zurückgedrängt, mindestens vier Menschen wurden festgenommen.
Die Demonstration richtete sich nicht gegen die Moskauer Behörden, sondern gegen die Fluglinie Swiss, vor deren Büro die Aktion stattfand. Aleksejew wirft den Schweizern vor, am 15. September seine Verhaftung durch russische Behörden erst ermöglicht zu haben. Der Homo-Aktivist war damals vor seinem Abflug nach Genf von Moskauer Polizisten aus dem Abflugbereich der Swiss von Beamten in Zivil abgeführt und mehrere Tage lang ohne Kontakt nach außen festgehalten worden. Die Beamten forderten Aleksejew unter anderem auf, seine Klage gegen Russland wegen der CSD-Verbote zurückzuziehen (queer.de berichtete). Aleksejew argumentiert, dass Swiss seine Verhaftung hätte verhindern müssen, da er ohne rechtliche Grundlage und mit Gewalt zurück auf russisches Hoheitsgebiet zurückgebracht worden war.
Eine Sprecherin der Swiss erklärte, die Fluglinie sei informiert worden, dass Aleksejew nicht den Sicherheitscheck bestanden habe. Daher habe man den Behörden Zutritt zum Innenbereich gewährt.
Moskau hat bislang Anträge auf Demonstrationen für Homo-Rechte stets abgewiesen. Der letzte Woche abgesetzte Moskauer Bürgermeister Juri Luschkow begründete die Verbote damit, dass die "offene Propaganda von gleichgeschlechtlicher so genannter Liebe" eine "gesellschaftliche Plage" sei (queer.de berichtete). "Als Luschkow weg war, haben sie uns endlich erlaubt zu demonstrieren", erklärte Aleksejew nun. Sein vorübergehend eingesetzter Nachfolger hat aber bereits erklärt, dass auch er CSDs nicht gestatten werde (queer.de berichtete). (dk)
Links zum Thema:
» Video der Demonstration















Das ist in der Tat ein Skandal und da hat Swiss Air gezeigt, dass sie im Zweifel aus wirtschaftlichen Interessen jeder Diktatur helfen würden, Kritiker kalt zu stellen.