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  • 04. Oktober 2010 20 2 Min.

Vorstellung der Broschüre: Ulf Höpfner (AG Schwule Lehrer in der GEW), Gülhan Reifers (Leiterin des Zentrums MILES), Safter Cinar (Türkischer Bund), Senatorin Carola Bluhm (Die Linke) und Jörg Steinert (LSVD-Geschäftsführer). (Bild: LSVD Berlin-Brandenburg)

Unterstützt von Migranten-Organisationen stellte die Berliner Integrationssenatorin Carola Bluhm (Linke) eine mehrsprachige LSVD-Broschüre vor, die vor allem schwule und lesbische Zuwanderer ansprechen soll.

Die vom Zentrum für Migranten, Lesben und Schwule (MILES) und dem Projekt Community Gaymes erstellte 70-seitige Broschüre erscheint in einer deutsch-türkischen und deutsch-arabischen Variante - zunächst in einer Auflage von 2.500 Exemplaren. Sie ist auch versehen mit Beiträgen verschiedener Migranten-Organisationen - wie des Türkischen Bundes in Berlin-Brandenburg oder des Fußballvereins Türkiyemspor Berlin 1978, die auch bei der Vorstellung der Broschüre am Montagmorgen in Berlin Repräsentanten geschickt hatten.

Senatorin Bluhm erklärte, dass Lesben und Schwule noch immer mit Vorurteilen und Ablehnung konfrontiert sind. Besonders ernst sei die Lage für homo­sexuelle Migranten: "Das Coming-out ist insbesondere für Jugendliche nicht-deutscher Herkunftssparache und ihre Familien oftmals mit Verunsicherungen und Konflikten verbunden", so die Politikerin der Linken. "Umso wichtiger ist eine zielgruppenspezifische Ansprache wie in diesen beiden zweisprachigen Broschüren zum Thema Homosexualität". Imformationen und Aufklärung seien unerlässlich bei dem Ziel, dem "hohen Verbreitungsgrad von homo­sexuellenfeindlichen Einstellungen" unter Migranten zu begegnen.

Studie: Homo-Migranten doppelt diskriminiert

Eine Studie der Uni Jena im Auftrag des LSVD hat im April herausgefunden, dass schwule und lesbische Migranten besonders stark unter Homophobie leiden (queer.de berichtete). Die Befragten in Deutschland erlebten häufiger Diskriminierungen auf Grund der Homosexualität als Diskriminierungen aufgrund ihrer Herkunft. Zudem wurden die Benachteiligungen wegen der sexuellen Identität als belastender eingeschätzt - auch weil es Migranten schwerer fällt, ihre sexuelle Orientierung mit der Auslegung ihrer Religion in Einklang zu bringen. Deshalb erfahren weit mehr Migranten als gebürtige Deutsche Diskriminierung innerhalb der eigenen Familie. (dk)

-w-

#1 Mister_Jackpot
  • 04.10.2010, 13:55h
  • Dass Berlin hier helfen will finde ich gut, da grad schwule und lesbische Migranten einer doppelten Diskriminierung ausgeliefert sind. Einmal wegen ihrer Sexualität und dann auch wegen ihrer Herkunft. Während ihre Familien sie ausgrenzen aufgrund der Homosexualität (wenn sie es erfahren!) werden sie von deutschen Schwulen und Lesben oftmals ausgeshlossen, weil diese einfach diesen kulturellen Konflikt nicht verstehen wollen oder können. Diese Migranten finden genau aus diesem Grunde dann auch seltener einen Partner, da die oft einfach keinen "Bock" auf die Probleme des anderen haben. Oftmals erwarten deutsche Partner von ihrem südländischen Partner sogar, dass er/sie sich outet und die Partner fühlen sich dann unter Druck gesetzt....von ihrer Familie, die etwas anderes erwartet, aber auch vom Partner, der zu wenig Verständnis für diesen Konflikt aufbringen kann.
    Wichtig ist kulturelles Verständnis, um an diese extrem schwierige Problematik rangehen zu können...schliesslich geht es darum was der schwulesbische Migrant selbst will...nicht darum was Familie oder auf der anderen Seite der deutsche Partner von ihm "erwarten".
    Ich komme teils aus der griechischen Kultur und kann diesen Konflikt daher vielleicht besser nachvollziehen oder besser "nachfühlen" als andere hier. Die Initiative ist jedenfalls gut und ich hoffe sie wird erfolgreich sein.
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#2 KameliendameEhemaliges Profil
  • 04.10.2010, 15:05h
  • Antwort auf #1 von Mister_Jackpot
  • Hmm... ich versteh schon was du meinst...
    aber was ich mich im Bezug auf das Thema Outing frage...
    Könntest du mit jemandem eine Beziehung führen der sich sein ganzes Leben nicht outen wird? Es partout nicht will ...

    Ich mein... Jeden Tag auf der Straße so tuen als wenn man nur befreundet wäre, nie nen Kuss in der Öffentlichkeit, immer Versteck spielen...

    Ich stells mir nahezu unmöglich vor...
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#3 Mister_Jackpot
  • 04.10.2010, 15:14h
  • Antwort auf #2 von Kameliendame
  • Also grundsätzlich kenne ich viele schwule Griechen, die jetzt schon über 40 sind und nicht geoutet sind...damit übrigens auch gut leben. Es ist nicht so, dass die Familien das nicht wissen, aber es wird einfach nicht drüber gesprochen. Diese Schwulen und Lesben führen ihre homosexuellen Beziehungen gleichzeitig und zwar ohne Probleme, da die Familie sie darauf nie ansprechen würde. Natürlich wäre es schön wenn alle kein Problem damit hätten, aber die Realität sieht grad in anderen Kulturkreisen anders aus. Und als Partner will ich von meinem Mann nicht unter Druck gesetzt werden...ich erwarte eher Unterstützung wie ich auch meinen Partner unterstützen würde.
    Vielleicht outet man sich zwar irgendwann ABER die Entscheidung darüber überlässt man doch bitte dem Partner...wer denjenigen vor die Wahl stellt entweder er oder die Familie, der liebt seinen Partner NICHT! So sehe ich das....Nur mit Verständis und Aufmerksamkeit für die Situation kann man bewirken, dass der ausländische Partner mit der Zeit offener wird denke ich...durch Druck macht man die Beziehung kaputt.
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