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- 09. Oktober 2010 2 Min.

Die Mordopfer waren entweder homosexuell oder drogensüchtig
In ihrem neuen Krimi "Gotteszahl" lässt Bestsellerautorin Anne Holt den Osloer Kommissar Yngvar Stubø im christlich-fundamentalischen Milieu ermitteln.
Von Carsten Weidemann
Im norwegischen Küstenort Bergen nimmt eine grausige Mordserie ihren Anfang: Eva Karin Lysgaard war eine unbequeme Person. Jetzt ist die engagierte Bischöfin, die sich stets für die Rechte von Schwulen und Lesben eingesetzt hat, tot. Erstochen. Jegliches Motiv aber scheint zu fehlen.
Kommissar Yngvar Stubø kommt ins tief verschneite Bergen, um nach Antworten zu suchen. Doch Lysgaards Ehemann schweigt, ihr Sohn ist mit der Situation überfordert. Die Ermittlungen laufen noch, als in Oslo weitere Morde geschehen, scheinbar ohne Verbindung und in sehr rascher Folge: eine Leiche im Hafenbecken, ein toter Junkie und ein herztoter Künstler. Irgendwann stellt sich schließlich heraus: Allen Opfern gemeinsam ist, dass sie entweder schwul, lesbisch oder drogensüchtig waren, also nach monotheistischen Normen als Sünder galten.
Bei seinen Nachforschungen stößt Kommissar Stubø auf eine christlich-fundamentalis¬tische Bewegung: die "Gruppe 25" - Zahlenmystiker, die, von archaischem Hass getrieben, jeden töten, der ihren religiösen Vorstellungen nicht entspricht. Das nächste Opfer könnte Marcus Koll sein - doch der reiche Reeder passt so gar nicht ins Muster und war in seinem Leben alles andere als ein harmloses Opfer...
Anne Holts jüngstes Buch "Gotteszahl" ist ein spannender, klug gebauter und trotz des ernsten Thema humorvoll geschriebener Kriminalroman. Die lesbische Autorin, die mit Frau und Tochter in Oslo lebt, hat mit ihm auch ein polisches Zeichen gegen Homo-Hass gesetzt, Holt veröffentlicht seit 1993 Krimis, die zu internationalen Bestsellern avancierten und mit den wichtigsten Krimipreisen ihres Landes ausgezeichnet wurden. Von 1996 bis 1997 war sie Norwegens Justizministerin.
Anne Holt: Gotteszahl, Kriminalroman, Deutsch von Gabriele Haefs, 464 Seiten. Piper Verlag, München 2010, 19,95 €
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