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  • 09. Oktober 2010 17 2 Min.

Teilnehmer der kleineren Demo gegen den geplanten CSD

In der serbischen Hauptstadt Belgrad haben am Samstag Medienangaben zufolge bis zu 3.000 Menschen gegen Schwule und Lesben demonstriert. Anlass ist die für Sonntag geplante CSD-Demo, die landesweit für Aufregung sorgt.

Der von der nationalistischen Dveri-Organisation angemeldete "Familienmarsch" zog am Nachmittag durch die Innenstadt. Die Demonstranten, Rechtsradikale und Hooligans, aber auch Familien mit Kindern, schwenkten serbische Fahnen. Einige Teilnehmer riefen Slogans wie "Tod den Schwulen".

An einer kleineren, von einem Mönch organsierten Demonstration nahmen rund 200 Menschen mit Kreuzen oder Heiligenbildern teil. Der ORF spricht von insgesamt bis zu 20.000 Personen, die am Samstag gegen Schwule und Lesben auf die Straße gegangen sind, serbische Medien kommen auf 2.000 bis 3.000 Teilnehmer.

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Breites Polizeiaufgebot

Der geplante CSD wird seit Wochen landesweit debattiert. Die orthodoxe Kirche Serbiens hatte sich gegen die CSD-Parade, aber auch gegen Gewalt ausgesprochen. Innenminister Ivica Dacic sagte, dass Menschenrechte und Schutz vor Gewalt auch für Schwule und Lesben gelten. An beiden Tagen lässt er bis zu 5.000 Polizisten und eine breite Videoüberwachung einsetzen. Zu der CSD-Parade werden etwa 1.000 Menschen erwartet.

Svetozar Ciplic, der serbische Minister für Menschenrechte und Minderheiten, hat sogar seine Teilnahme an der schwul-lesbischen Demo angekündigt. Auf einer Pressekonferent sagte er, er erwarte das Erscheinen weiterer Politiker. Auch der Gesandte der Europäischen Kommission, der französische Diplomat Vincent Degert, hat seine Teilnahme angekündigt. Die OSCE ließ verlautbaren, das Wochenende sei ein Test, ob die serbische Demokratie erwachsen sei.

Im letzten Jahr war eine geplante CSD-Demo noch in letzter Minuten wegen Gewaltdrohungen von Nationalisten abgesagt worden. So erklärte etwa die nationalistische "Serbische Bewegung 1389", dass keine Demonstrationen von "Ungläubigen und Satanisten" im Land erlaubt werden sollten. Die serbisch-orthodoxe Kirche forderte ebenfalls ein Verbot für den "Marsch der Schande". Die bisher einzige Demo von Schwulen und Lesben endete 2001 in Gewalt: rechtsradikale Jugendliche attackierten die Teilnehmer, einige von ihnen und einige Polizisten wurden verletzt. (nb)

-w-

#1 jochen
  • 09.10.2010, 16:59hmünchen
  • Mir scheint , dass in Serbien noch viel Aufklärung not tut.
    Aufklärung und sichtbare Präsenz von Schwulen und Lesben .
    Und Kampf gegen Rechtsradikale und fundamentalistische orthodoxe Christen.

    Es wird deutlich , dass nur wenige Autostunden von unseren deutschen und westlichen liberalen Großstädten entfernt, ganz andere Verhältnisse herrschen.
    Das sollte uns aufmerksam und wachsam sein lassen - auch in unserem Land.

    Die emanzipatorische Homosexuellenbewegung muss noch internationaler werden.
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#2 nicki122Ehemaliges Profil
  • 09.10.2010, 17:38h
  • Wie kann man nur so verblendet sein?
    Als wären Schwule und Lesben eine "Gefahr für die traditionelle Familie."
    Und außerdem: Wo bleibt bei der serbisch-orthodoxen Kirche die christliche Nächstenliebe?
    Bestimmt nicht, indem man ein Verbot für den sog. "Marsch der Schande" fordert.
    Gut, dass sich wenigstens einige Politiker beim CSD zeigen werden...
    Aber es bleibt hier wirklich noch einiges zu tun...
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#3 VelvetAnonym
  • 09.10.2010, 18:07h
  • "aber auch Familien mit Kindern, schwenkten serbische Fahnen. Einige Teilnehmer riefen Slogans wie "Tod den Schwulen".

    Das ist das Schlimme, wenn Kinder für so etwas missbraucht werden. Bei den erwachsenen Teilnehmern ist Hopfen und Malz eh verloren, wenn sich etwas ändern soll dann muß man bei den sehr jungen Menschen, den Kinder vor allem, ansetzen.
    Wer in einem Elternhaus mit homophoben und/ oder rassistischen Eltern aufwächst, hat doch noch die Chance selber ein toleranterer, freidenkenderer Erwachsener zu werden, wenn bereits im Kindergarten und Schule das Thema Toleranz und Offenheit gegenüber "fremden" Kulturen und die verschiedenen sexuellen Ausrichtungen, angesprochen und aufgeklärt wird.

    Für mich als gebürtiger Serbe ist es unverständlich das ein Volk, welches vor nicht allzu vielen Jahren den ersten europäischen Krieg nach dem 2. Weltkrieg angezettelt hat, grausame Kriegsverbrechen inklusive, weiterhin so zahlreich mit seinem Hass gegen andere Kulturen und jetzt auch gegen Homosexuelle auf die Straße geht.
    Auch wenn ich weiß das natürlich nicht alle Serben so sind, schäme ich mich wenn ich sowas lese
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