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Einzelkommentar zu:
Bund will Homo-Paare im Beamtenrecht gleichstellen


#36 work watchAnonym
  • 14.10.2010, 16:15h
  • Antwort auf #35 von goddamn. liberal
  • Phantasieloser, verlogener, erz-reaktionärer Propaganda-Müll, der zum Beispiel auch von so etwas ablenken soll.

    ("Evangelische" sind übrigens chauvinistischer und ausländerfeindlicher als Katholiken oder Konfessionslose. Beim Antisemitismus haben dann die Katholiken die Nase vor den Evangelischen und Konfessionslosen rechten Bodensatz)

    Zu den Beispielen:

    Jan ist Arzt, bis vor kurzem war er Oberarzt in einem nahegelegenen Krankenhaus. Immer wieder klopften Headhunter an seiner Tür an und machten ihm Angebote, die man eigentlich nicht ablehnen kann: Schweden, Kanada, Großbritannien, das doppelte Gehalt, einen „Bürojob“ für die Frau und einen Platz in einer internationalen Schule für die Tochter. Hierzulande wurde die Frau vor wenigen Monaten durch eine preiswertere Leiharbeitskraft ersetzt und Jans Wünsche nach einer Lohnerhöhung wurden abgelehnt. Stattdessen wurde sein Arbeitsplatz nun auf drei Krankenhäuser in der Region verteilt – Ärztemangel, man kennt das Problem. Da Jan „regional verwurzelt“ ist, blieb er im Land, kündigte, nahm einen Kredit auf und machte sich als niedergelassener Facharzt selbstständig. Viele andere Ärzte sind dem Lockruf des Geldes gefolgt. Jans Stelle wird heute von einem jungen Iraner ausgeübt, der eigentlich besser Assistenzarzt geblieben wäre und die deutsche Sprache nur rudimentär beherrscht.

    Jürgen ist Ingenieur und arbeitet als Entwicklungsleiter bei einem Automobilzulieferer. Die größte Konkurrenz für seinen Arbeitgeber kommt mittlerweile aus der Türkei – nein, nicht weil dort die Löhne so niedrig sind, sondern weil die Herstellung von Gummielementen sehr energieaufwendig ist und deutsche Stromkonzerne nicht nur beim Endverbraucher fürstlich zulangen. Von der Konkurrenz in der Türkei hat Jürgen bereits mehrere Angebote bekommen – mehr Gehalt, ein Haus für ihn und seine Familie auf Firmenkosten, einen Platz in einer internationalen Schule für seinen Sohn. Bislang ist Jürgen immer noch in Deutschland, obwohl sein Gehalt während der flauen Zeiten der Wirtschaftskrise um ein Viertel gesenkt wurde und er zeitgleich seine angesammelten Überstunden der Firma “spenden” musste. Urlaubs- und Weihnachtsgeld gibt es schon lange nicht mehr. Von seinen deutsch-türkischen Facharbeiterkollegen, so weiß Jürgen zu berichten, sind bereits mehrere in die Türkei abgewandert. Die Arbeitssprache in den türkischen Werken ist übrigens Deutsch.

    Marko ist gebürtiger Serbe und war seinerzeit IT-Spezialist bei einem serbischen Telekommunikationsunternehmen. Lange ging er mit der Idee schwanger, in die EU auszuwandern und sich selbstständig zu machen. Als Deutschland die Green-Card einführte, wurde Marko hellhörig, schließlich sprach er neben Serbokroatisch auch fließend Deutsch und Englisch. Die Beamten an der deutschen Botschaft in Belgrad waren zwar nett zu ihm, nur behandelten sie ihn wie einen Bittsteller, und nicht wie einen „umworbenen Spezialisten“. Als man Marko mitteilte, dass die Green-Card natürlich nur für ihn selbst gelte und er Frau und Kinder vielleicht später nachholen könnte, wurde es ihm zu bunt. Heute lebt und arbeitet Marko in England und beschäftigt 20 Mitarbeiter – seine Frau hat auf Vermittlung der britischen Botschaft in Belgrad gleich eine Teilzeitstelle bei der Kommune bekommen und seine Kinder haben einen Platz auf einer guten Privatschule erhalten, für die Marko die ersten fünf Jahre noch nicht einmal Schulgeld bezahlen muss.
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