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Einzelkommentar zu:
Bund will Homo-Paare im Beamtenrecht gleichstellen


#62 LorenProfil
  • 16.10.2010, 11:29hGreifswald
  • Antwort auf #59 von stromboli
  • Ich bezog mich auf den öffentlichen bzw. veröffentlichten Diskurs, bei dem ich für Sachlichkeit plädierte. Was sollte dazu die Alternative (im Diskurs) sein? Unsachlichkeit? Persönliche Beschimpfung oder Diffamierung?
    Welche positiven Effekte sollte das haben?
    Ich bevorzuge es, hart in der Sache, aber nach Möglichkeit fair im Umgang zu sein.

    Das schließt m.E. nicht aus, dass man neben der Diskussion auch zu anderen Methoden der politischen Auseinandersetzung greift, wenn das Gefühl aufkommt, dass Gespräche nur zum Hinhalten und Einschläfern benutzt werden (von Stonewall über Hausbesetzungen bis hin zu von mir aus Bahnhofsbesetzungen in Stuttgart, falls so etwas angedacht würde). Manchmal muss die ehrliche Gesprächsbereitschaft und der Druck zur Veränderung durch politische Handlungen abseits der Parlamente, Bürgersprechstunden und dergleichen herbeigeführt werden, das ist mir durchaus bewusst.
    Insofern halte ich in Zeiten der sozialen Spaltung (nicht nur in Deutschland, sondern weltweit), der (Re-)Militarisierung nicht nur, aber auch des Denkens, der Ausgrenzung von Bevölkerungsgruppen, der Anmaßungen der sich als "groß" bezeichnenden Religionsgemeinschaften in der derzeitigen Wertedebatte etc. eine Mischung aus außerparlamentarischen "Aktionen", Demonstrationen etc. im Verbund mit einer sachlichen verbalen Auseinandersetzung für geboten.

    Zur derzeitigen Emanzipationspolitik nur soviel:
    Ich kritisiere die Einseitigkeit, mit der die m.E. berechtigten Belange der Eingetragenen Lebenspartnerschaften auf Gleichberechtigung
    in den Mittelpunkt der Emanzipation gestellt werden und andere Themen nur noch am Rande bzw. gar nicht in die Öffentlichkeit gebracht und einer Lösung im Sinne der Emanzipation zugeführt werden. Dadurch entsteht m.E. in der Öffentlichkeit der falsche Eindruck, Diskriminierung finde quasi so gut wie überhaupt nicht mehr statt. Die Wirklichkeit (vom Schulhof über die Stigmatisierung seitens vieler Religionsgemeinschaften bis hin zum Sport, Showgeschäft etc.) spricht da leider eine andere Sprache. Eine Strategie, die nur einen Teilbereich lesbischen und schwulen Lebens ins Zentrum der Emanzipationsdebatte rückt, orientiert sich nicht (mehr) an der Lebenswirklichkeit aller LGBTI hierzulande und wird denjenigen nicht gerecht, die täglich anderen Formen der Diskriminierung ausgesetzt sind als denen, mit denen Menschen in einer Eingetragenen Lebenspartnerschaft konfrontiert sind. Eine solche Strategie beschränkt sich auf eine Politik für eine Minderheit in der Minderheit und sollte schleunigst um andere Themen (z.B. hate speech, wo die zuständige Ministerin sich nicht nur über "Kartoffeln", sondern auch über "Schwuchteln" etc. öffentlich echauffieren sollte) erweitert werden.
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