https://queer.de/?12908
- 13. Oktober 2010 2 Min.

Vince Vaughn in "The Dilemma" (Bild: Universal)
Amerikanische Aktivisten laufen Sturm gegen den Trailer des neuen Ron-Howard-Films "The Dilemma", weil Hauptdarsteller Vince Vaughn darin das Wort "gay" als Beleidigung benutzt - die Produktionsfirma hat nach der Kritik den Trailer zurückgezogen.
In seit Mitte September veröffentlichten Trailern des Films, der im Januar 2011 in den USA anlaufen soll, sagte die Figur von Vaughn den Satz: "Elektroautos sind schwul. Ich meine, nicht homosexuell-schwul, sondern meine-Eltern-sind-Aufsichtspersonal-beim-Schultanz-schwul." Als einer der ersten hat CNN-Moderator Anderson Cooper die Produktionsfirma Universal für den Trailer kritisiert. "Ich war geschockt, dass ein solcher Satz nicht nur im Film gesagt wird, sondern in Trailern gezeigt wird", erklärte Cooper in der "Ellen de Generes Show". Er erinnerte daran, dass es in den letzten Wochen in den USA eine Selbstmordwelle unter Jugendlichen gegeben habe, die von ihren Mitschülern wegen ihrer sexuellen Orientierung gemobbt wurden. "Wir müssen etwas tun, um solche Sätze inakzeptabel zu machen, weil diese Sätze Kinder in Gefahr bringen", so Cooper.
Mobbing wird legitimiert
Die Gay & Lesbian Alliance Against Defamation (GLAAD) hat sich letzte Woche eingeschaltet und kritisiert, dass zum wiederholten Male Humor eingesetzt werde, der Schwule herabwürdigt: "Wenn das Wort 'schwul' wieder als abwertender Begriff benutzt wird, über den Millionen lachen sollen, dann legitimiert das die Sticheleien, die Schwule tagtäglich ertragen müssen", erklärte GLAAD-Präsident Garrett Barrios.
Universal hat inzwischen reagiert und den kritisierten Satz aus Trailern in den Online-Videoportalen entfernt. Die Produktionsfirma erklärte, dass es nicht die Absicht gewesen sei, Gefühle zu verletzten: "Im Licht der Aussagen, dass die Einleitung des Trailers unsensibel ist, haben wir uns entschlossen, ihn zu ändern", erklärte Universal in einer Pressemitteilung.
"The Dilemma" ist eine Komödie, in der ein Mann (Vince Vaughn) seinem besten Freund (Kevin James) erzählt, dass er von seiner Frau (Winona Ryder) betrogen wird. (dk)
Mehr queere Kultur:
» auf sissymag.de
21:00h, One + ORF1 + SRF2:
Eurovision Song Contest 2026
Zweites Halbfinale des diesjährigen Eurovision Song Contest live aus Wien
Show, D 2026- 7 weitere TV-Tipps »














Im April gab es bei uns einen sehr ähnlichen Werbespot von Universal Pictures, auf den ich
mehrfach hingewiesen habe: #7
www.queer.de/detail.php?article_id=12051
Allerdings hielt es hierzulande keine "Homo-Gruppe" und kein Verband für nötig, dagegen öffentlich zu protestieren.
Vielmehr verwies man mich auf den "Deutschen Werberat", der mir nach Ausfüllen eines Beschwerdeformulars irgendwann mitteilte,
dass nach Auskunft des werbenden Unternehmens die Werbemaßnahme zukünftig nicht mehr geschaltet werde.
"Wir müssen etwas tun, um solche Sätze inakzeptabel zu machen, weil diese Sätze Kinder in Gefahr bringen"
Ja, das ist Kernaufgabe eines demokratischen Rechtsstaates - und er verfügt über die entsprechenden legislativen Mittel!