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  • 13. Oktober 2010 18 2 Min.

Vince Vaughn in "The Dilemma" (Bild: Universal)

Amerikanische Aktivisten laufen Sturm gegen den Trailer des neuen Ron-Howard-Films "The Dilemma", weil Hauptdarsteller Vince Vaughn darin das Wort "gay" als Beleidigung benutzt - die Produktionsfirma hat nach der Kritik den Trailer zurückgezogen.

In seit Mitte September veröffentlichten Trailern des Films, der im Januar 2011 in den USA anlaufen soll, sagte die Figur von Vaughn den Satz: "Elektroautos sind schwul. Ich meine, nicht homo­sexuell-schwul, sondern meine-Eltern-sind-Aufsichtspersonal-beim-Schultanz-schwul." Als einer der ersten hat CNN-Moderator Anderson Cooper die Produktionsfirma Universal für den Trailer kritisiert. "Ich war geschockt, dass ein solcher Satz nicht nur im Film gesagt wird, sondern in Trailern gezeigt wird", erklärte Cooper in der "Ellen de Generes Show". Er erinnerte daran, dass es in den letzten Wochen in den USA eine Selbstmordwelle unter Jugendlichen gegeben habe, die von ihren Mitschülern wegen ihrer sexuellen Orientierung gemobbt wurden. "Wir müssen etwas tun, um solche Sätze inakzeptabel zu machen, weil diese Sätze Kinder in Gefahr bringen", so Cooper.

Youtube | Neuer Trailer ohne Schwulenwitze

Mobbing wird legitimiert

Die Gay & Lesbian Alliance Against Defamation (GLAAD) hat sich letzte Woche eingeschaltet und kritisiert, dass zum wiederholten Male Humor eingesetzt werde, der Schwule herabwürdigt: "Wenn das Wort 'schwul' wieder als abwertender Begriff benutzt wird, über den Millionen lachen sollen, dann legitimiert das die Sticheleien, die Schwule tagtäglich ertragen müssen", erklärte GLAAD-Präsident Garrett Barrios.

Universal hat inzwischen reagiert und den kritisierten Satz aus Trailern in den Online-Videoportalen entfernt. Die Produktionsfirma erklärte, dass es nicht die Absicht gewesen sei, Gefühle zu verletzten: "Im Licht der Aussagen, dass die Einleitung des Trailers unsensibel ist, haben wir uns entschlossen, ihn zu ändern", erklärte Universal in einer Pressemitteilung.

"The Dilemma" ist eine Komödie, in der ein Mann (Vince Vaughn) seinem besten Freund (Kevin James) erzählt, dass er von seiner Frau (Winona Ryder) betrogen wird. (dk)

-w-

#1 eMANcipation*Anonym
  • 13.10.2010, 17:34h
  • Dort wird wenigstens noch protestiert!

    Im April gab es bei uns einen sehr ähnlichen Werbespot von Universal Pictures, auf den ich
    mehrfach hingewiesen habe: #7
    www.queer.de/detail.php?article_id=12051

    Allerdings hielt es hierzulande keine "Homo-Gruppe" und kein Verband für nötig, dagegen öffentlich zu protestieren.

    Vielmehr verwies man mich auf den "Deutschen Werberat", der mir nach Ausfüllen eines Beschwerdeformulars irgendwann mitteilte,

    dass nach Auskunft des werbenden Unternehmens die Werbemaßnahme zukünftig nicht mehr geschaltet werde.

    "Wir müssen etwas tun, um solche Sätze inakzeptabel zu machen, weil diese Sätze Kinder in Gefahr bringen"

    Ja, das ist Kernaufgabe eines demokratischen Rechtsstaates - und er verfügt über die entsprechenden legislativen Mittel!
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#2 FoXXXynessEhemaliges Profil
  • 13.10.2010, 17:56h
  • Mein Gott, was machen die denn für ein Faß auf??? In Deutschland wäre der ursprüngliche Trailer für den Kinofilm von der FSK im Originalwortlaut nie beanstandet worden. Wenn man sich die deutsche Übersetzung in diesem Artikel durchliest, finde ich nichts Anstößiges oder Diffamierendes daran! Die GLAAD sollte sich schämen, denn sie untergräbt damit die Meinungsfreiheit!
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#3 merlinAnonym
  • 13.10.2010, 18:25h
  • Mich wundert das über ein einziges Wort großes Aufsehen erhoben wird, aber die negative Darstellung der Art und des Aussehens der Schwulen in Filmen einfach so hingenommen wird.
    Wenn in Comedysendungen Klischees aufgeführt werden, wie der Prosecco trinkende, schwule Yupppie oder mal ein Schrankschwuler usw., kann man noch drüber lachen, aber wenn in fast allen (!), auch ernsten, Filmen und Serien die Charaktere fast durchweg eine tuntige Stimme und Gestik haben, ist das nicht mehr witzig sondern diskriminierend und einseitig. So empfande ich es zumindest als Jugendlicher, als Schwule in Filmen die lächerlichen Typen waren und der Held immer und ausschließlich hetero war.

    Ist es deshalb nicht sinnvoller allgemein gegen das immer sterotype Bild des Homosexuellen in Film und Fernsehen zu protestieren als nur gegen ein einziges Wort in einem Film?
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