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- 17. Oktober 2010 2 Min.

LSU-Chef Alexander Vogt (Bild: LSU)
Die Junge Union erkennt nach wie vor Regenbogenfamilien nicht an und entwickelt daher keine "moderne und zeitgemäße Familienpolitik", kritisieren die Lesben und Schwulen in der Union.
Die Nachwuchsorganisation von CDU und CSU in ihrem am Wochenende in Potsdam beschlossenen Leitantrag "Familienland Deutschland" zwar eingestanden, dass die "klassische Familie ... in einer pluralen Gesellschaft keine Monopolstellung mehr" habe. Zudem heißt es, dass "das Wohl der Kinder" in der Familienpolitik im Vordergrund stehen müsse. Dennoch lehnt die JU die Gleichstellung von "anderen Formen des zwischenmenschlichen Zusammenlebens" kategorisch ab.
LSU-Bundeschef Alexander Vogt kritisierte am Sonntag, dass schwul-lesbische Familien nicht einmal im Antrag erwähnt werden: "Ein Bekenntnis zu Regenbogenfamilien wäre nicht nur wünschenswert, sondern notwendig und längst überfällig gewesen". Er nennt es "halbherzig", dass im Leitantrag nichteheliche Lebensgemeinschaften und Alleinerziehende erwähnt werden, schwul-lesbische Familien aber mit keinem Wort.
Dabei seien viele in der Union schon weiter: "Es ist schon bemerkenswert, dass die Junge Union damit selbst hinter den Positionen der eigenen Bundesfamilienministerin zurückbleibt", fährt Vogt fort. "Kristina Schröder hatte im Interview mit dem 'Rheinischen Merkur' für rechtliche Gleichstellung von Ehe und eingetragener Lebenspartnerschaft plädiert." Gleichwohl spricht sich auch Schröder gegen eine Gleichstellung im Adoptionsrecht aus (queer.de berichtete).
Junge Union hängt an einem "überkommenen Familienbegriff" fest

Werbeeinblendung auf der LSU-Website (Bild: LSU-online.de)
Stünde einzig und allein das Wohl des Kindes im Vordergrund, dürfe die Union nicht mehr an einem "engen und überkommenen Familienbegriff", forderte Vogt. "Denn auch in Regenbogenfamilien werden positive Werte gelebt und vermittelt, die getragen werden von Liebe, Verantwortung und Zusammenhalt."
Die Union ist gegenwärtig die einzige Fraktion im Bundestag, die eine Gleichbehandlung von Schwulen und Lesben im Adoptionsrecht ablehnt. Politiker von CDU und CSU haben auch wiederholt bekräftigt, dass sie eine Gleichstellung bei der Einkommensteuer ablehnen, so auch Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble (queer.de berichtete). Auch hier stehen die Schwesterparteien gegen alle anderen im Bundestag vertretenen Parteien. Dennoch setzte die schwarz-gelbe Regierung in mehreren Bereichen die Gleichstellung um, zuletzt beim BAföG (queer.de berichtete). Allerdings wird sie auch von Gerichten zur Gleichbehandlung gezwungen, wie etwa im Fall der Erbschaftssteuer (queer.de berichtete). (dk)
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Nur eines merken sie nicht: Wie lächerlich sie sich selbst am laufenden Band machen.