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- 18. Oktober 2010 3 Min.

Unter Heteros: Klagende Feuerwehrmänner John Ghiotto, Chad Allison, Jason Hewitt und Alexander Kane. (Bild: Alliance Defense Fund)
Vier christliche Feuerwehrmänner aus San Diego erhalten eine Entschädigung wegen sexueller Belästigung, weil sie 2007 angewiesen wurden, bei einer CSD-Parade ihre Einheit zu repräsentieren.
Die Steuerzahler müssen neben der Entschädigung in Höhe von 34.300 Dollar (24.700 Euro) noch die Gerichts- und Anwaltskosten der Kläger tragen, die sich nach ersten Berechnungen auf mindestens 600.000 Dollar belaufen. Das entschied ein Berufungsgericht in San Diego.
Bereits im vergangenen Jahr hat eine zwölfköpfige Jury entschieden, dass die vier im Feuerwehrwagen sitzenden Männer beim CSD vulgären Kommentaren ausgesetzt gewesen seien und Handlungen in sexuell aufgeladener Atmosphäre ertragen mussten (queer.de berichtete). Das dreiköpfige Berufungsgericht bestätigte nun diese Entscheidung. Die drei Männer seien "lang andauernder" sexueller Belästigung ausgesetzt gewesen, die "das Arbeitsverhältnis belastet haben".
90 Minuten lang Rockstars oder Opfer sexuellen Missbrauchs?
Die Feuerwehr hatte die Männer geschickt, nachdem Freiwillige wegen eines Einsatzes absagen mussten. Nach Angaben der Stadt ist der CSD in San Diego wichtig, um für die Akzeptanz der städtischen Behörden zu werben und wurde daher wie andere PR-Veranstaltungen behandelt. Zudem habe die große Mehrheit der 150.000 CSD-Besucher den Feuerwehrmännern applaudiert und sie wie Rockstars behandelt, erklärte die Anwältin der Stadt während des Prozesses. Die Männer hätten genug Ausbildung erhalten, um die 90 Minuten ihres CSD-Einsatzes unbeschadet zu überstehen.
Die Feuerwehrmänner erklärten dagegen, die sexuelle Belästigung beim CSD - die sich in der Form von sexuell anzüglichen Zurufen geäußert haben soll - habe unter anderem zu Folgebeschwerden wie Kopfschmerzen und dem Reizdarmsyndrom geführt. Mitarbeiter des öffentlichen Dienstes dürften nicht gezwungen werden, "bei Veranstaltungen teilzunehmen, die ihren Glauben widersprechen", erklärte Charles S. LiMandri vom Alliance Defense Fund, einer christlichen Vereinigung von 1.800 Anwälten. Die gemeinnützige Organisation engagiert sich hauptsächlich in Fällen, in denen die vermeintlichen Rechte von Christen durch Homosexuelle eingeschränkt worden seien.
Die Feuerwehrleute zeigten sich nach dem Urteil ekstatisch: "Ich bin so glücklich mit dieser Entscheidung", erklärte etwa John Ghiotto gegenüber der "San Diego Union-Tribune". "Es ist unglaublich, welche Mengen Geld die Stadt dafür investiert hat - es müssen jetzt mehrere Millionen sein. Dabei hätte das alles an einem Tag aus der Welt geschafft werden können." Ursprünglich hatten die Kläger eine Entschädigung von einer Million Dollar pro Person gefordert (queer.de berichtete).
Berufung möglich
Die Stadt San Diego prüft derzeit das Urteil. Man halte sich die Option offen, vor dem obersten Gerichtshof Kaliforniens gegen die Entscheidung vorzugehen.
Nach den Beschwerden der christlichen Mitarbeiter hat die Feuerwehr seit 2008 nur noch Freiwillige als Vertreter auf den CSD entsandt. Seither gibt es keine Beschwerden mehr. Die fünf Feuerwehrleute, die über Jahre gegen die Stadt prozessiert haben, sind weiterhin Mitarbeiter des Fire Department. (dk)













So ein Urteil kann wirklich nur aus den USA kommen!
Und wer denkt an uns? Wir müssen auch damit leben, wenn im Sommer Frauen mit dicken Titten (sorry) Tops tragen. Ich bekomme davon Augenschmerzen, aber leider keine Entschädigung...