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- 18. Oktober 2010 2 Min.

Die Londoner Polizei hat Bilder veröffentlicht, wie der Prinz seinen Sexsklaven bereits im Aufzug des Hotels verprügelt hat. (Bild: London Metropolitan Police)
Ein Enkel des saudischen Königs steht in London vor Gericht, weil er seinen mutmaßlichen Sexsklaven getötet haben soll - das Opfer soll sich dabei nicht gewehrt haben.
In den heiklen Verfahren steht Prinz Saud Abdelasis bin Nasser al Saud vor Gericht, weil er laut Staatsanwaltschaft im Februar seinen Diener - den 32 Jahre alten Bandar Abdulaziz - bei einem Sexspiel in seinem Hotelzimmer zu Tode gefoltert hat (queer.de berichtete). Ankläger Jonathan Laidlaw erklärte am Montag im Verfahren, dass der Prinz seinen Diener schon länger als Sexsklave gehalten hat, so dass dieser dem sadistischen Prinzen keinen Widerstand mehr entgegenbringen konnte und sich bereitwillig töten ließ: "Er wurde getötet, ohne sich je gewehrt zu haben, denn der Angeklagte wies keinerlei Verletzungen auf, als er auf der Polizeiwache untersucht wurde. Es sieht so aus, als ob sich Bandar willentlich töten ließ", so Laidlaw nach Angaben der Nachrichtenagentur UKPA. Laut Obduktion wurde der Diener brutal geschlagen und gewürgt und wies Beißspuren an Arm, Wange und Ohren auf.
In Saudi-Arabien droht die Todesstrafe

Das Opfer Bandar Abdulaziz erlag im Februar seinen schweren Verletzungen. (Bild: London Metropolitan Police)
Im Prozess hat Prinz Saud von seinem Recht auf Aussageverweigerung Gebrauch gemacht. Gegenüber der Polizei hat er aber zugegeben, seinen Diener zu Tode geprügelt zu haben. Allerdings stritt er eine homosexuelle Beziehung kategorisch ab. Die Staatsanwaltschaft weist nun darauf hin, dass dies nur eine Schutzbehauptung sei, weil Schwulen in Saudi-Arabien die Todesstrafe drohe. Daher bleibt offen, ob der Prinz nach seiner Verurteilung nach Saudi-Arabien abgeschoben werden kann, da sich die europäischen Länder verpflichtet haben, niemanden in ein Land abzuschieben, in dem ihm Folter oder sogar die Todesstrafe droht.
Ankläger Laidlaw argumentierte, der Prinz habe ausreichend gezeigt, wie sehr er sich verstellen könne: "Zeugen haben beschrieben, wie freundlich und kultiviert der Angeklagte ist. Sie nannten ihn charmant und sprachen von seiner Großzügigkeit, wenn es um Geld ging", so Laidlaw.
Es ist noch offen, wann ein Urteil gefällt wird. Die Geschworenen müssen entscheiden, ob der Prinz sich des Totschlags oder des Mordes schuldig gemacht hat. (dk)














