Hauptmenü Accesskey 1 Hauptinhalt 2 Footer 3 Suche 4 Impressum 8 Kontakt 9 Startseite 0
Neu Presse TV-Tipps Termine
© Queer Communications GmbH
https://queer.de/?12945
  • 19. Oktober 2010 26 2 Min.

Die "Verfassungsfreunde" bei einer Demo gegen den CSD in Stuttgart. (Bild: Guido Klein)

Das Bundesinnenministerium hat eine Beobachtung der Pius-Bruderschaft durch den Verfassungsschutz abgelehnt.

Wie der "Tagesspiegel" meldet, hat Innenstaatssekretär Ole Schröder (CDU) in der Antwort auf eine parlamentarische Anfrage der Grünen die Verfassungsfeindlichkeit der Traditionalisten angezweifelt: "Auch wenn einige Äußerungen von Vertretern der Piusbruderschaft nicht unumstritten sein dürften, lassen sich hieraus noch keine tatsächlichen Anhaltspunkte für eine extremistische Ausrichtung der Organisation insgesamt ableiten", so Schröder.

Die Grünen hatten in der Anfrage kritisiert, dass sich die katholischen Traditionalisten aktiv für die Errichtung einer "christlichen Gesellschaftsordnung" einsetzten, die etwa ein Verbot von Homosexualität und die Wiedereinführung der Todesstrafe beinhaltet. In den letzten Jahren hat die Pius-Bruderschaft beim CSD Stuttgart eine Gegendemonstration organisiert, auf der die Gläubigen Schilder mit Aufschriften wie "Rettet Kinder vor Perversion" trugen (queer.de berichtete). Besonders kritisiert wurden die Äußerungen des britischen Pius-Weihbischofs Richard Williamson, der Frauen die Fähigkeit zum eigenständigen Denken abspricht und den Judenmord durch die Nationalsozialisten bestreitet.

Beck: Justizministerium ist "blind und taub"

Der grüne Fraktionsgeschäftsführer Volker Beck kritisierte, das Bundesinnenministerium stelle sich "blind und taub": "Es ist schon ein starkes Stück, wenn Holocaustleugnung und Forderung nach Aufhebung zahlreicher Grund- und Menschenrechte von der Bundesregierung mit der Formel, diese Forderungen seien ,nicht unumstritten', abgetan werden", sagte Beck. Es sei für die Gesellschaft mehr als wichtig, gegen religiösen Fundamentalismus vorzugehen - egal ob dieser christlich oder islamisch daherkomme.

Die Pius-Bruderschaft wurde 1970 vom französischen Erzbischof Marcel Lefebvre gegründet. Sie ist aber 1988 wegen illegalen Bischofsweihen aus der Mutterkirche ausgeschlossen worden. Erst im vergangenen Jahr nahm der deutsche Papst die Exkommunikation zurück, obwohl radikale Ansichten der Organisation bekannt waren (queer.de berichtete). (dk)

-w-

#1 Knueppel
  • 19.10.2010, 12:01h
  • Diese "CDU-Entscheidung" zeigt einmal mehr, die "Verstrickungen konservativer Regierungsmitglieder mit fundamentalistisch-rückwärts gerichteten Elementen"

    Volker Beck gebe ich in seiner Einschätzung vollkommen recht.

    Zitat 'Queer.de':
    '(...) Der grüne Fraktionsgeschäftsführer Volker Beck kritisierte, das Bundesinnenministerium stelle sich "blind und taub": "Es ist schon ein starkes Stück, wenn Holocaustleugnung und Forderung nach Aufhebung zahlreicher Grund- und Menschenrechte von der Bundesregierung mit der Formel, diese Forderungen seien ,nicht unumstritten', abgetan werden", sagte Beck. Es sei für die Gesellschaft mehr als wichtig, gegen religiösen Fundamentalismus vorzugehen - egal ob dieser christlich oder islamisch daherkomme ...'
  • Direktlink »
#2 eMANcipation*Anonym
  • 19.10.2010, 13:09h
  • Antwort auf #1 von Knueppel
  • Ja, ich frage mich auch, wann endlich die Integrationsgesetze für die nicht geringe Zahl christlicher Extremisten verschärft werden,

    die unter dem Deckmantel der "Glaubensfreiheit" unbehelligt eine faktische Parallelgewalt und einen Staat im Staate etabliert haben.

    Oder wann letztere endlich unterbunden werden, wie es sich für einen demokratischen Rechtsstaat gehört!

    Allerdings lassen sich damit keine fremdenfeindlichen und rassistischen Gesinnungen bedienen - als Strategie zur Ablenkung von den eigenen "christlichen" sozialen Verbrechen also ungeeignet.
  • Direktlink »
#3 ABCDEFGHIJKLMNOPAnonym