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- 20. Oktober 2010 2 Min.

Familienministerin Kristina Schröder (CDU) (Bild: L. Chaperon/CDU Wiesbaden)
Familienministerin Kristina Schröder (CDU) hat in einem Interview erklärt, dass auch gleichgeschlechtliche Paare konservative Werte - etwa bei der Kindeserziehung - leben könnten. Eine Gleichberechtigung im Adoptionsrecht lehnt sie aber weiter ab.
"Natürlich können sich homosexuelle Paare genauso liebevoll um Kinder kümmern", sagte die 33-jährige Christdemokratin aus Wiesbaden dem Debattenmagazin The European. Sie wies darauf hin, dass Schwule und Lesben schließlich auch in Deutschland adoptieren dürften - allerdings nur als Einzelperson, nicht als Paar. Diese Einschränkung sei wichtig, denn es gebe nur eine Sache, die Homo-Paare "naturgemäß nicht bieten können - nämlich Verschiedengeschlechtlichkeit", so die Ministerin. "Wir wissen aber, dass es für die Entwicklung eines Kindes wichtig ist, mit beiden Geschlechtern aufzuwachsen".
Warum "Verschiedengeschlechtlichkeit" von so herausragender Bedeutung ist, erklärte Schröder nicht. Sie sagte lediglich, dass es nach ihrer Überzeugung das Beste sei, "wenn Kinder beide Geschlechter in der Elternrolle erleben". Aus diesem Grund müssten heterosexuelle Paare stets gegenüber Schwulen und Lesben bevorzugt werden.
Studien widersprechen der Ministerin
Dabei zeigen Studien, dass Kinder von Schwulen und Lesben keine Benachteiligungen erleiden. Erst vor einem Jahr hat das Bundesjustizministerium eine derartige Untersuchung veröffentlicht (queer.de berichtete). "Entscheidend ist eine gute Beziehung zwischen Kind und Eltern und nicht deren sexuelle Orientierung", lautete damals das Fazit.
Dennoch erklärte Schröder, dass in der Union ein "Bewusstseinswandel" im Verhältnis zu Homo-Paaren stattfinde. "Ich freue mich, dass es eine LSU gibt - Lesben und Schwule in der Union. Die meisten von ihnen verstehen sich selbst als konservativ", sagte die Ministerin. "Schließlich können auch in einer homosexuellen Partnerschaft konservative Werte gelebt werden."
Die Union ist die einzige im Bundestag vertretene Fraktion, die nach wie vor eine Gleichstellung von Schwulen und Lesben im Adoptionsrecht ablehnt. Koalitionspartner FDP sowie die oppositionellen Sozialdemokraten, Linken und Grünen teilen dagegen die Ängste der Konservativen vor schwulen und lesbischen Eltern nicht. (dk)














