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- 20. Oktober 2010 2 Min.

Wer unkeusch ist, kriegt Aids: Erzbischof André-Joseph Léonard verteidigt seine Schuld-These.
Nachdem die katholische Kirche in Belgien zuletzt wegen einer Häufung von Missbrauchsfällen für Schlagzeilen sorgte, geht jetzt der Vorsitzende der Bischofskonferenz in die Offensive: er attackiert Schwule und HIV-Positive für ihren Lebenswandel.
In einem vor wenigen Tagen auf Flämisch erschienen Buch erklärte der neue Erzbischof André-Joseph Léonard, der Chef der belgischen Bischofskonferenz, dass Aids eine "Art von immanenter Gerechtigkeit" für den Missbrauch der Liebe sei. Dieser Missbrauch ende immer in "Katastrophen", so der Bischof. Aids sei aber keine direkte Strafe Gottes, schränkte der 70-Jährige ein.
Mit dieser Aussage schließt Léonard an Kommentare an, die er kurz nach seiner Ernennung zum Erzbischof Anfang des Jahres abgegeben hatte: "Homosexualität ist nicht das Gleiche wie normaler Sex, genau wie Anorexie kein normales Essverhalten ist." Auch bei anderen Themen wie der Sterbehilfe mischt sich Léonard stets mit extrem konservativen Positionen in die Debatte ein.
Reaktionen: "Blödsinn", "mittelalterlich"
Belgische Politiker kritisierten den Katholiken-Chef scharf für seine Äußerungen: "Wenn Gott existiert, könnte er Leute bestrafen, die so einen Blödsinn reden", sagte etwa der wallonische Ministerpräsident Rudy Demotte von der sozialistischen Partei. Aber auch Konservative gehen auf Distanz: "Diese Aussage hat nichts mit christlicher Nächstenliebe zu tun", erklärte Senator Wouter Beke, der Chef der regierenden flämischen Christdemokraten. Aids-Hilfe bezeichneten die Aussage als "mittelalterlich". Damit wolle der Erzbischof HIV-Positive weiter an den Rand der Gesellschaft drücken.
Erzbischof: Schwule sind wie Raucher
In einer Pressekonferenz hat Léonard inzwischen beteuert, dass seine Kommentare missverstanden worden seien. Er selbst habe "Mitgefühl" für die schwierige Lage von HIV-Patienten und sei solidarisch mit Aids-Kranken. Von seiner Aussage nehme er aber nichts zurück. Es sei bekannt, dass "risikoreiche sexuelle Praktiken" zu HIV führten: "Die Natur rächt sich, wenn man seinen Körper nicht richtig behandelt". Homosexualität sei eben ein Laster wie das Rauchen: "Wenn ein starker Raucher an Lungenkrebs erkrankt, ist das auch eine Art von Gerechtigkeit."
Die Belgier reagierten besonders irritiert auf die Aussagen Léonards, weil die Kirche bis vor wenigen Monaten noch versucht hatte, Kindesmissbrauch durch katholische Priester zu vertuschen. Im Juni waren deswegen katholische Einrichtungen von der Polizei durchsucht worden.
Bei dem Buch handelt es sich um eine aktualisierte Form eines im Jahr 2006 auf Französisch erschienenen Interviewbandes. Léonard hatte darauf bestanden, dass seine Äußerungen zu Aids in dieser Form auch in der flämischen Version erscheinen, obwohl er von hochrangigen Katholiken vor negativen Reaktionen gewarnt worden war. (dk)















Die wollen ja nur von ihren eigenen Perversitäten ablenken und ihre Macht erhalten! Macht und Geld sind deren einzige Ziele!
Offenbar sind noch nicht genug Leute aus diesem menschenverachtenden, bigotten Verein ausgetreten, der Glaube pervertiert um ganz andere Ziele zu erreichen!
Wann wird denen endlich der Geldhahn zugedreht?!