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  • 27. Oktober 2010 7 2 Min.

Rocco Buttiglione bei einer Rede in einer katholischen Universität in Chile (Bild: Pontificia Universidad Catolica de Chile / flickr / by-sa 2.0)

Vor sechs Jahren durfte Rocco Buttiglione nicht EU-Kommissar werden, weil er Homosexualität als "Sünde" abkanzelte - jetzt rüstet der frühere italienische Europaminister wieder verbal gegen Schwule auf.

Der Politiker der christdemokratischen Partei UDC erklärte in einem Interview mit "RAI Radio Due" zwar, er sei "gegen jegliche Diskriminierung gegen Homo­sexuelle". "Vom moralischen Standpunkt denke ich aber, es ist falsch, schwul zu sein. Es gibt aber viele Dinge, die moralisch falsch sind und vom Gesetz nicht verfolgt werden, wie Ehebruch, Steuerhinterziehung oder mangelnde Spendenbereitschaft für Arme", so Buttiglione.

Das Interview führte zu scharfen Reaktionen von Homo-Aktivisten: "Seine heuchlerische Erklärung, dass er sich gegen Diskriminierung ausspricht, kann er sich sparen, wenn er Homophobie als seine einzige Existenzberechtigung ansieht", erklärte Franco Grillini, früherer sozialistischer Parlamentsabgeordneter und Ehrenpräsident der Homo-Gruppe Arcigay. Die UDC sei eine "Taliban-Partei", so Grillini.

Buttiglione war von 2001 bis 2005 Europaminister der Regierung Berlusconi. Danach leitete er noch bis 2006 das Kulturministerium. Seit 2008 amtiert er als einer von vier Vizepräsidenten in der italienischen Abgeordnetenkammer.

Europaweit für Aufsehen sorgte der tiefgläubige Katholik 2004, als er für das Amt des EU-Justizkommissars nominiert wurde. Homo-Aktivisten protestierten scharf gegen den Kandidaten, weil er in Interviews Homosexualität wiederholt als Sünde bezeichnet hatte (queer.de berichtete). Buttiglione erklärte jedoch, seine religiösen Ansichten seien Privatsache - und solange er Homosexualität nicht als Straftat bezeichne, könne er sein Amt problemlos ausüben. Ein Ausschuss des Europaparlaments lehnte jedoch äußerst knapp Buttiglione als Kommissar ab - mit 27 zu 26 Stimmen (queer.de berichtete). Das Amt übernahm schließlich Franco Frattini. (dk)

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-w-

#1 SchrottboykottAnonym
#2 Knueppel
  • 27.10.2010, 15:03h
  • "Buttiglione war von 2001 bis 2005 Europaminister der Regierung Berlusconi"

    Und dieser "Ehrenmann" Silvio Berlusconi säße wohl längst für viele Jahre im Gefängnis, wenn er nicht mit Hilfe seines Medien-Monopols und "gekauften" Politikern spezíell ihm nutzende (Verjährungs- und Amnestie-)Gesetze durchgepeitscht hätte. Die Anklagepunkte reichen von Korruption über Bestechung, Steuerhinterziehung bis zu engen Verbindungen zum organisierten Verbrechen.

    Jetzt wird gegen Berlusconi (nach jüngsten italienischen Medienberichten) wegen der "Vergewaltigung eines minderjährigen Mädchens" ermittelt.

    Wer solche "Vorbilder und politischen Freunde" hat, Herr Buttiglione, der sollte mit abwertenden Äußerungen gegenüber ethnischen, religösen und sexuellen Minderheiten sehr vorsichtig sein!
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#3 jojoAnonym
  • 27.10.2010, 15:13h
  • bekäme ich für jedes "ich habe nichts gegen homosexuelle, aber...." einen cent, dann müsste ich nie mehr arbeiten.

    ich bin gegen jegliche verbale herabsetzung von politikern. vom moralischen standpunkt denke ich aber, dass buttiglione ein bigottes, verlogenes arschloch ist. es gibt aber viele dinge, die falsch sind und vom gesetz nicht verfolgt werden, wie dummheit, ignoranz, mangelndes männliches selbstbewusstein oder arrogante religiosität.
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