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- 27. Oktober 2010 2 Min.

Kann denn Eiskrem Sünde sein? (Bild: Antonio Federici Gelato Italiano)
In Großbritannien ist ein Werbeplakat verboten worden, auf dem ein Priesterpaar mit Eiscreme in der Hand die Liebe zueinander entdeckt - die Reklame verletze religiöse Gefühle.
Das entschied die Advertising Standards Authority (ASA), die Selbstkontrolle der Werbeindustrie. "Wir denken, dass sich die sexualisierte Darstellung von zwei Priestern unter Umständen über den Glauben von Katholiken lustig macht und daher manche Leser beleidigen könnte", erklärte die ASA in einer Stellungnahme. Insgesamt hätten sich sechs Menschen über die Werbung beschwert. Seine Werbung darf der Eishersteller Antonio Federici in Großbritannien nun nicht mehr veröffentlichen.
Es ist nicht das erste Mal, dass Antonio Federici ein Verbot kassiert. Letzten Monat hatte die ASA eine Werbung der Firma verboten, die eine schwangere Nonne beim Konsum von Eiscreme zeigt. Und vor einem Jahr untersagte die Selbstkontrolle ein Plakat, auf dem ein Pfarrer und eine Nonne gerade zum Kuss ansetzten.
Eishersteller: "Bornierte Minderheit" darf Entscheidungen treffen

Diese Werbung ist bereits vor einem Jahr verboten worden. (Bild: Antonio Federici Gelato Italiano)
Matt O'Connor, der Werbeleiter für den Eis-Hersteller, zeigte sich enttäuscht über das Werbeverbot: "Nur ganz wenige Menschen, die das Werbeplakat gesehen haben, haben sich darüber aufgeregt. Diese bornierte Minderheit kann nun entscheiden, was die Mehrheit sehen darf", so O'Connor. Zuvor hatte die Eisfirma argumentiert, dass ihr Produkt eine "verbotene italienische Verführung" sei - und daher hervorragend zum Thema Priester passe. Man sei schließlich selbst eine katholische Firma, die lediglich die aktuellen Entwicklungen im Vatikan kommentieren möchte.
Katholische Vertreter ließen sich von dieser Interpretation nicht beeindrucken: Der frühere katholische Bischof John Jukes hatte bereits vor zwei Monaten erklärt, die Werbung sei ein Symptom für den größer werdenden Hass auf Gläubige. "Das fügt sich ein in die heftiger werdenden Angriffe auf religiöse Meinungen und religiöse Menschen und ist eine Gefahr für unsere Kultur", sagte der 87-Jährige. (dk)
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