https://queer.de/?13012
- 28. Oktober 2010 2 Min.

Hmm, lecker, diese Berliner Politesse (Bild: Constantin Film)
Vier Berliner Vampirinnen lieben den Blutrausch, den Kaufrausch und die (lesbische) Ekstase. "Wir sind die Nacht", jetzt im Kino
Von Carsten Weidemann
"Berlin ist arm, aber sexy", meinte einst Bürgermeister Klaus Wowereit. Dass es mit seiner Stadt inzwischen schon so weit bergab gegangen ist, dass sich die Vampire dort einnisten, dass ahnt der Herr des Roten Rathauses sicherlich nicht. Aber, sie sind da. Nein, damit sind nicht die ausgemergelten Hartz IV-Empfänger und unterernährten Künstler gemeint, die von Luft und Liebe und einem Job bei McDonalds leben müssen. Es sind eher so Neo-Yuppie-Vampire, die sich an den Hälsen der Kiezbewohner festsaugen. Zumindest vermittelt dass der Film "Wir sind die Nacht", ein Horrorfilm deutscher Produktion, der passend zu Halloween im Kino startet.
Die Story: Die 20-jährige Berlinerin Lena (Karoline Herfurth) hält sich durch kleinere Diebstähle über Wasser. Beim nächtlichen Beutezug durch einen illegalen Club trifft sie auf die jahrhundertealte Louise (Nina Hoss). Die mondäne Erscheinung ist die Besitzerin des Clubs und zugleich die Anführerin eines weiblichen Vampir-Trios, dem auch die elegante Charlotte (Jennifer Ulrich) und die abgedrehte Nora (Anna Fischer) angehören. Louise verliebt sich in die verwahrloste Lena und beißt sie in der ersten gemeinsamen Nacht.
Enthemmte Untote sind in Mode
Fortan erfährt Lena den Fluch und Segen ihres neuen, ewigen Lebens. Sie genießt den Luxus, die Partys, die grenzenlose Freiheit, doch schon bald machen ihr der Blutdurst und die Mordlust ihrer neuen Freundinnen zu schaffen. Als sich auch noch die Berliner Polizei an die Fersen der Frauen heftet und Lena ihre Gefühle für den ermittelnden Kommissar Tom Serner (Max Riemelt) entdeckt, geraten die Ereignisse völlig außer Kontrolle.
Vampirstorys mit enthemmten Untoten sind gerade schwer in Mode. Sie lösen gerade die Generation der langweiligen asketischen Beißer ab, die in den Neunzigern in familientauglichen Serien die Zuschauer anödeten. In Serien wie "True Blood" oder eben in diesem Streifen kehren sie zurück zu ihren lustbetonten Wurzeln der Siebziger zurück, in denen surreale Trash-Produktionen wie "Vampyros Lesbos" gefragt waren. "Wir sind die Nacht" nimmt sich nicht ganz ernst, was dem Film gut tut, und spielt viel mit Lokalkolorit, was die Berliner Seele freut.
Links zum Thema:
» Homophile Vampire bei "True Blood" auf Amazon
Mehr queere Kultur:
» auf sissymag.de
Informationen zu Amazon-Affiliate-Links:
Dieser Artikel enthält Links zu amazon. Mit diesen sogenannten Affiliate-Links kannst du queer.de unterstützen: Kommt über einen Klick auf den Link ein Einkauf zustande, erhalten wir eine Provision. Der Kaufpreis erhöht sich dadurch nicht.
05:45h, Phoenix:
Liebe und Krieg – Schwule Helden der Antike
Im alten Griechenland gab es eine gerühmte Eliteeinheit von 300 Männern, von der Archäologen und Historiker heute vermuten, dass sie aus 150 männlichen Liebespaaren bestand.
Doku, GR/IT/AT 2023- 4 weitere TV-Tipps »
















de.wikipedia.org/wiki/Blut_an_den_Lippen