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- 28. Oktober 2010 2 Min.

So sehen also katholische Kondome aus
Im schweizerischen Luzern hat eine katholische Kirchengemeinde mehr als 3.000 Kondome an Passanten, vor allem Jugendliche, verteilt.
Mit der Aktion am Bahnhofsplatz will die Gemeinde zeigen, dass sie etwas gegen die Ausbreitung von HIV und Aids unternehme. Auf den Packungen steht das Motto der Aktion: "Vergessen ist ansteckend - Schütze deinen Nächsten wie dich selbst". Auf der Rückseite heißt es schlicht: "Katholische Kirche Luzern".
Initiator Florian Flohr erklärte, mit der Aktion wolle man auf "Leute zugehen, die nicht im Traum daran denken, mit der Kirche über solche Themen zu reden". Es habe bislang mehrheitlich positive Reaktionen gegeben.
Botschaft "Verzichtet auf Sex" ist erfolglos
"Ich denke gegen den Schutz sollte niemand was haben", sagte der Luzerner Theologe und kirchliche Erwachsenenbildner Burghard Förster der "Basler Zeitung". Auch der Papst müsse es positiv sehen, wenn Leute sich schützten, auch wenn er Kondome bislang strikt ablehnt. Die Botschaft "Verzichtet auf Sex" komme bei 90 Prozent der Bevölkerung nicht mehr an, daher müsse die Kirche diesen Menschen ein Angebot machen. Doch nicht jeder in Luzern unterstützt die Aktion: Während des Interviews wird der aus Deutschland stammende Förster von einem älteren Passanten angegiftet: "Gehen Sie zurück, woher Sie kommen."
Bistum Chur warnt vor Kondomen
Das zuständige Baseler Bistum schweigt zu der Aktion. Die Bistumsleitung in Chur zeigte sich dagegen empört: Ein Sprecher sagte im Schweizer Fernsehen, die Aktion sei ein "Fehler" und sende "das falsche Signal" aus. Zudem sei das Verteilen von Kondomen "auch aus medizinischer Sicht falsch. Wir wissen, dass Kondome keinen hundertprozentigen Schutz bieten". Das Bistum Chur ist bereits wiederholt durch seine unnachgiebige Haltung aufgefallen. So hat es erst vor wenigen Monaten ökumenische Gottesdienste für Schwule und Lesben verboten (queer.de berichtete). (dk)















Leider ist das nur eine Einzelaktion von wenigen, die wie zu erwarten von der Kirchenleitung abgelehnt wird.