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  • 28. Oktober 2010 75 2 Min.

Olav Gutting (CDU) ist gegen gleiche Rechte

Schwule und Lesben können weiterhin auf Gleichstellung warten. Der Bundestag lehnte am Donnerstag mit der Regierungsmehrheit einen Änderungsantrag der grünen Bundestagsfraktion zum Jahressteuergesetz ab, der die Benachteiligung von Lebenspartnerschaften im Einkommensteuerrecht beenden sollte. Insbesondere war ein Ehe­gatten­splitting auch für Homo-Ehen vorgesehen.

In der rund 30-minütigen Debatte, in der es hauptsächlich um das eigentliche Gesetz ging, sagte Olav Gutting für die CDU/CSU-Fraktion, man habe bereits viel für Homo-Ehen getan. In der Frage der Einkommensteuer wolle man aber auf ein Urteil des Bundes­verfassungs­gerichts warten, anstatt "einen Schnellschuss (zu) wagen".

Das Füreiandereinstehen von Lebenspartnern erkenne er an, aber: "Eine absolute Gleichstellung (...) entspricht nicht meiner Auffassung vom Schutz der Ehe als Familie". Daher könnten nicht alle Rechtsvorschriften übertragen werden. Eine Zwischenfrage von Volker Beck nahm er nicht an.

"Respekt vor Karlsruhe"


Daniel Volk (FDP) brachte den Begriff "Respekt" ins Spiel

Für die FDP sprach Dr. Daniel Volk. Auch er berief sich auf das Bundes­verfassungs­gericht: "Es gilt tatsächlich, dass weitere Verfahren anhängig sind". Auf entsprechende Urteile zu warten sei eine "Frage des Respekts vor dem höchsten Gericht".

Dr. Barbara Höll von der Linken empfahl Volk, die Urteile des Gerichts doch einfach zu lesen. Die Karlsruher Richter hätten bereits entschieden, dass die Ehe "nicht weiter zu privilegieren" sei. Höll forderte die Regierung auf, eine vollständige Gleichstellung durchzusetzen. Damit könne man auch dem Bundes­verfassungs­gericht weitere Verfahren ersparen. Der Sprecher der SPD, Lothar Binding, ging in seiner Rede auf den grünen Vorstoß zur Gleichstellung nicht ein.

Bundestag ungleich CSD


Dr. Gerhard Schick (Grüne) warf der Regierung absichtliche Diskriminierung vor

Für die Grünen sprach Dr. Gerhard Schick. Auch er kritisierte seinen liberalen Vorredner. "Auf jedem CSD sagt jeder Vertreter der FDP, wie wichtig die Gleichstellung im Steuerrecht ist, auch im Einkommenssteuerrecht". Davon sei heute nichts zu hören, "weil es Ihnen peinlich ist". In Richtung der gesamten Koalition sagte er, es sei "mies", dass "Sie so stark diskriminieren wollen, dass Sie nicht mal aufs Bundes­verfassungs­gericht hören".

So verweigere die Regierung bei der Gleichstellung im Beamtenrecht eine längere Rückwirkung, wie es Karlsruhe gefordert hatte. Nun sei nur derjenige "im Vorteil, der den besten Rechtsanwalt hat". Dabei habe Karlsruhe zwei Mal die Gleichstellung gefordert. "Wie hoch ist eigentlich der Wunsch, zu diskriminieren, wenn nicht mal das Bundes­verfassungs­gericht geachtet wird?", fragte Schick. Das Vorgehen der Regierung sei "mit Absicht Diskriminierung" und "nicht christlich, nicht liberal", sondern schlecht.

Ein letzter Redner der Union, Peter Aumer, ging auf die heftige Debatte nicht mehr ein. Dann kam es zur namentlichen Abstimmung über den Änderungsantrag der Grünen, die Homo-Ehe gleichzusetzen. Unter Applaus von Union und FDP wurde schließlich das Ergebnis verlesen: 558 abgegebene Stimmen, 242 dafür, 316 dagegen. (nb)

-w-

#1 bastapapsta
  • 28.10.2010, 21:53h
  • Wer erwartet von einer fundamentalistisch dominierten Rückwärts Regierung etwas anderes ?

    Protest: CDU-Promis unterstützen Fundamentalisten

    hpd.de/node/10448
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#2 KlofrauAnonym
  • 28.10.2010, 21:54h
  • So, jetzt ist es amtlich:

    Der Antrag der GRÜNEN auf vollständige Gleichstellung der ELP mit der Ehe ist vom Bundestag in namentlicher Abstimmung abgelehnt worden - was zu erwarten war.

    Interessant: Es gibt insgesamt 332 Abgeordneten der CDU/CSU und FDP. 316 Abgeordnete haben gegen die Gleichstellung gestimmt.

    Das heißt, dass einerseits die Regierungskoalition recht vollständig vertreten war (Koalitionsdisziplin vom Feinsten - oder wahlweise Kadavergehorsam) - und andererseits, dass höchstwahrscheinlich auch der überwältigenden Mehrheit der FDP, der Partei der "Bürgerrechte", deren Protagonist Westerwelle selber in einer ELP lebt, die Gleichstellung von Schwulen und Lesben am A*rsch vorbeigeht.

    Wer wie genau abgestimmt hat, wird man hoffentlich bald nachlesen können.

    Im übrigen ist die Rechtssprechung des BVerfG in der Vergangenheit mehr als eindeutig pro ELP gewesen. CDU/CSU haben trotzdem die Ungleichbehandlung zementiert, weil sie ihre Stammwähler nicht verprellen wollten - und die FDP ist bei Mutti Merkel mal wieder komplett im Rektum verschwunden.

    So werden die Rechte von Schwulen und Lesben von dieser Bundesregierung erneut mit Füßen getreten - und das, obwohl es quer durch alle Parteien (wie auch im Bundesrat), inklusive der FDP, einen Konsens gibt. Leider wurde die Gleichstellung (wieder einmal) auf dem Altar der Koalitionsdisziplin geopfert.

    Und das heißt für mich im Klartext: Ich darf nächstes Jahr bei der Steuererklärung gemeinsame Veranlagung mit meinem Mann beantragen. Diese wird vom Finanzamt abgelehnt, ich kann dann wieder dagegen Widerspruch einlegen - und müsste mir im Zweifelsfall einen Anwalt nehmen, um mein Recht zu bekommen. Und irgendwann im nächsten Jahr gibt es dann ein Gerichtsurteil des BVerfGs zu bereits seit Jahren dort anhängigen Altfällen, das man bereits heute vorhersagen kann.

    Das ist wirklich Demokratie, wie sie leibt und lebt. Die FDP ist ein solch verrotteter Verein, dass mir das kalte Kotzen kommt!
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#3 MinkAnonym
  • 28.10.2010, 22:17h

  • Nie wieder FDP!

    ....hatte ich eh noch nie gewählt aber jetzt erst recht nicht!!!
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