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- 03. November 2010 2 Min.

Markus und seine Freunde (Bild: BzgA)
Gesundheitsminister Philipp Rösler (FDP) hat die neuen Motive einer nationalen Kampagne präsentiert. Mit dabei: Ein schwuler HIV-positiver Banker und IWWIT-Rollenmodel Markus.
Von Carsten Weidemann
Auch in diesem Jahr gibt es die gemeinsame Kampagne zum Welt-Aids-Tag von der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BzgA), dem Gesundheitsministerium, der Deutschen Aids-Hilfe und der Deutschen Aids-Stiftung. Am Montag wurde die Neuauflage von "Positiv Zusammen Leben - aber sicher" in Berlin der Öffentlichkeit durch Rösler vorgestellt.
An den Zielen der Kampagne ändert sich nichts: Abbau von Stigmatisierung und Diskriminierung sowie den Anstoß liefern für eine breite gesellschaftliche Auseinandersetzung über HIV und Aids und deren Umgang damit. Es gibt allerdings im Vergleich zum Vorjahr einen erheblichen Unterschied: Die Umsetzung ist dieses Mal wesentlich besser gelungen.
Im Dezember 2009 steckten nämlich studentische Hilfskräfte in überdimensionalen durchsichtigen und aufgepumpten Bällen und rollten damit durch die Fußgängerzonen mehrerer Großstädte. Die zirkusreifen Auftritte sollten die Isolation symbolisieren, die HIV-Positive erfahren, wenn sie stigmatisiert werden. In diesem Jahr stehen sechs HIV-positive Männer und Frauen mit ihren Gesichtern und ihren Geschichten im Mittelpunkt. Sie erzählen auf Plakaten, in Medien und auf der Kampagnenwebsite, was sie erlebt haben, nachdem sie die Diagnose HIV bekommen hatten. Themenschwerpunkte der Motive sind "HIV und Arbeit", "HIV und Freundschaft" sowie "Einschränkungen mit HIV".
Ein schwuler Banker outet sich als HIV-positiv

Entstigmatisierung am Arbeitsplatz (Bild: BzgA)
Eines der Gesichtern, die mit dem 1. November bundesweite Bekanntheit erlangen werden, ist nicht neu: Der 29-jährige Markus hat sich bereits als Rollenmodell der schwule Präventionskampagne "Ich weiß, was ich tu" engagiert. "Ich bin immer sehr offen gewesen und habe dadurch viel Ablehnung erfahren", berichtet er. Wer seine wahren Freunde sind, das habe sich schnell gezeigt. Zwei davon, Sebastian und Pascal sind mit auf dem Plakat und zeigen, dass sie hinter Marcus stehen.
Der 41-jährige Dirk weiß seit acht Jahren von seiner HIV-Infektion. An seinem Arbeitsplatz, einer Bank, hat er diese Tatsache schnell öffentlich gemacht und nie bereut. Seinen Job hat er behalten, weil er auf offene Kollegen traf. "Ich kenne andere HIV-Positive, die ihren Job aus fadenscheinigen und vorgeschobenen Gründen verloren haben", berichtet er, will aber mit seinem Beispiel Mut machen. Dirk präsentiert sich deshalb mit seinen beiden Lieblingskollegen Silke und Björn.
Links zum Thema:
» www.welt-aids-tag.de















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