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  • 05. November 2010 24 2 Min.

James Roscoe und Brad McGuire sind auch privat ein Paar. (Bild: Treasure Island Media)

Das US-Pornostudio Treasure Island Media (TIM) hat die Lebenspartner Brad McGuire und James Roscoe für eine gemeinsame Szene in einem kondomfreien Vollerotik-Film unter Vertrag genommen; Roscoe ist HIV-positiv, McGuire negativ.

Wie das Branchenmagazin "Adult Video News" meldet, will der Studiobesitzer Paul Morris mit dieser Besetzung HIV-Positiven Mut machen: "Als Community haben wir die moralische und soziale Verpflichtung, HIV-Positiven ein öffentliches Forum zu geben", erklärte Morris. Er ist Ende Oktober persönlich von San Francisco ins 3.000 Kilometer entfernte Chicago gereist, um den Vertrag mit McGuire und Roscoe zu schließen. Die beiden bezeichnen sich laut Studio als "Bareback-Paar in einer offenen Lebensgemeinschaft".

Der Studiobesitzer macht sich auf scharfe Kontroversen gefasst: "Wir wissen genau, was wir tun und werden uns nicht an die Verhaltensregeln halten, die von reaktionären Organisationen aufgestellt werden", so Morris. Die beiden engagierten Darsteller seien "gute Vorbilder" für junge schwule Männer. "Sie leben ihr Leben ehrlich und unbescholten. Ich bin sehr stolz, dass sie jetzt Teil der TIM-Familie sind", erklärte der Produzent.

Auch Bareback kann (unter bestimmten Bedingungen) Safer Sex sein

Roscoe ist wegen seiner HIV-Infektion in Therapie; seine Viruslast (die Menge der Viren pro Mililiter Blut) ist deshalb minimal. Aus diesem Grund ist die Infektionswahrscheinlichkeit niedrig, wie kürzlich auch die Deutsche Aids-Hilfe erklärte (queer.de berichtete). Das gilt jedoch nur, wenn nicht andere Verletzungen oder Infektionen wie Syphilis vorliegen. Die DAH empfiehlt deshalb Positiven, Sex ohne Kondom nur mit einem festen Partner durchzuführen, der negativ auf entsprechende Krankheiten getestet worden ist.

Bereits jetzt bietet Treasure Island Media viele Bareback-Filme an. Das 1998 gegründete Studio gilt deswegen in der Pornoszene als Schmuddelkind, da sich die Mehrheit der schwulen Pornoindustrie - allen voran Kultregisseurin Chi Chi Larue - für den Gebrauch von Kondomen in Vollerotik-Produktionen ausgesprochen hat. TIM wurde deshalb nicht für die Porno-Oscars berücksichtigt und durfte auch nicht bei großen Fetisch-Events wie der Folsom Street Fair in San Francisco teilnehmen.

In Kalifornien fordert die AIDS Healthcare Foundation bereits seit Jahren ein Verbot von Bareback-Filmen (queer.de berichtete). In den letzten Jahren steckten sich immer wieder Darstellerinnen und Darsteller mit dem HI-Virus an. Zuletzt wurde ein Porno-Akteur des Studios Vivid Entertainment am 9. Oktober positiv getestet. (dk)

-w-

#1 GeertAnonym
  • 05.11.2010, 16:06h
  • Queer.de ist auf dem richtigen Weg: Macht auch hier in Deutschland Bareback populär! Den Ämtern für Aidshilfe darf ja nicht die Arbeit ausgehen.....
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#2 ReiserobbyAnonym
  • 05.11.2010, 16:10h
  • Mutig oder schäbige Verkaufspropaganda? Das bleibt sicherlich zu diskutieren, jedoch wünschte ich mir in der allgemeinen Diskussion um HIV und Sex, dass das hysterische Gekreische mancher Moralaposteln, die HIV-Positive quasi interniert sehen möchten, endlich verstummen möge.
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#3 chris
  • 05.11.2010, 16:20hDortmund
  • Also ich kenne zufällig den ein oder anderen Streifen von Treasure Island Media aus dem Netz. Die Filmchen die die produzieren stellen meist schwules Verlangen in ihrer ganzen, ungeschützten Vielfalt dar. Ich wage jedoch zu bezweifeln, dass man die Gesellschaft verbessert, in dem man eine News wie diese an die große Glocke hängt.
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