Hauptmenü Accesskey 1 Hauptinhalt 2 Footer 3 Suche 4 Impressum 8 Kontakt 9 Startseite 0
Neu Presse TV-Tipps Termine
© Queer Communications GmbH
https://queer.de/?13076
  • 05. November 2010 42 3 Min.

Günter Krings und Andrea Voßhoff (beide CDU) wollen Kinder vor Schwulen und Lesben schützen. (Bild: Deutscher Bundestag)

Die CDU/CSU-Bundestagsfraktion lehnt die Gleichstellung von Schwulen und Lesben im Adoptionsrecht ab, weil die "unterschiedliche Geschlechtlichkeit der Eltern" entscheidend sei.

Damit stellen sich die christlichen Parteien gegen einen Vorstoß der Justizministerkonferenz, die am Donnerstag das gemeinsame Adoptionsrecht für eingetragene Lebenspartner gefordert hat (queer.de berichtete). Homo-Paare könnten nicht so gute Eltern wie Heterosexuelle sein, auch wenn sie sich "aufopfernd und liebevoll um Kinder", kümmerten, erklärten die rechtspolitische Sprecherin Andrea Voßhoff und der stellvertretende Fraktionsvorsitzende Günter Krings am Freitag in einer gemeinsamen Erklärung: "Aus Gründen des Kindeswohls lehnen wir ein gemeinsames Adoptionsrecht für gleich­geschlechtliche Partnerschaften daher ab".

Homo-Paaren werfen die beiden Politiker indirekt Egoismus vor: Die Union wolle nicht die "Bedürfnisse und Interessen der Erwachsenen" befriedigen, sondern sorge sich "ausschließlich um das Wohl der betroffenen Kinder". Ferner erklärten Voßhoff und Krings, dass Ehe und Familie laut Grundgesetz unter dem besonderen Schutz der staatlichen Ordnung stünden, Schwule und Lesben aber die Voraussetzungen für eine Familie nicht erfüllen würden: "Diesen Schutzauftrag nehmen wir ernst", so die CDU-Politiker.

Studien und Gutachten widersprechen der Union


Die Union warnt: Solche Eltern schaden dem Kind.

Die Union ist derzeit die einzige der fünf Fraktionen im Bundestag, die eine Gleichstellung von Schwulen und Lesben im Adoptionsrecht ablehnt. Fast alle Studien und Gutachten stehen im Widerspruch zur Argumentation der christlichen Parteien: So kam eine Untersuchung des Bundesjustizministeriums aus dem Jahr 2009 zu dem Ergebnis, dass Kinder in Regenbogen­familien keine Nachteile erfahren. Sie seien demnach sogar selbstbewusster und besser in Ausbildung und Beruf als ihre Altersgenossen (queer.de berichtete). Auch das Argument, das Grundgesetz schreibe einen besonderen Schutz von (Hetero-)Ehe und (Hetero-)Familie vor, wurde mehrfach entkräftet: Der Wissenschaftliche Dienst des Deutschen Bundestages kam erst im Februar diesen Jahres zu dem Ergebnis, dass ein Adoptionsverbot für Schwule und Lesben gegen den Gleichheitsgrundsatz in der deutschen Verfassung verstößt (queer.de berichtete).

Derzeit dürfen nur (heterosexuelle) Ehepaare oder Einzelpersonen Kinder in Deutschland adoptieren. Warum eine Einzelperson ein besseres Elternteil ist als ein gleich­geschlechtliches Paar, begründen die CDU-Politiker indes nicht.

LSU: Position der Union ist ein "Skandal"


Thomas Steins (LSU) (Bild: LSU)

Erbost über die Positionen der Mutterpartei sind die Schwulen und Lesben in der Union (LSU): "Die Ressentiments mancher Unionspolitiker gegenüber Regenbogen­familien sind ein regelrechter Skandal", erklärte Vizechef Thomas Steins. "Auch für die LSU steht beim Adoptionsrecht das Kindeswohl an erster Stelle. Wer dieses jedoch von der Existenz zwei verschiedengeschlechtlicher Elternteile abhängig macht, verkennt die Realität und beleidigt die Erziehungsleistung engagierter alleinerziehender Mütter und Väter ebenso wie die adoptionswilliger Männer- und Frauenpaare". CDU und CSU könnten Heterosexuellen nicht allein aufgrund ihrer sexuellen Identität einen Freibrief für gute Kindererziehung ausstellen, argumentiert Steins. (dk)

-w-

#1 FoXXXynessEhemaliges Profil
  • 05.11.2010, 18:41h
  • Schon allein wenn ich die Überschrift lese, schießt sich bei mir die Milch ein! Thomas Steins hat ja so Recht: Heteropaare dürfen kein Freibrief für die Kindererziehung und Kinderadoption bekommen! Entweder es gilt für alle, gleich weller sexuelleen Orientierung oder es wird abgeschafft! Dann ist es grundsätzlich verboten, in Deutschland Kinder zu adoptieren! Wo geschehen denn die meisten der entdeckten Mißbrauchsfälle? Ja, in den "normalen" Hetenbeziehungen! Auf jeden Fall werden sich der Herr Krings und die Frau Voßhoff über Haß-E-Mails nicht beklagen. Hoffentlich verschwinden beide so schnell in die Tiefen der Bedeutungslosigkeit, wie sie da herausgekommen sind!
  • Direktlink »
#2 dantonblnAnonym
  • 05.11.2010, 18:42h
  • Ich finds ja irgendwie gut, dass sich all die versteckten Reaktionäre so langsam mal wieder aus ihren Löchern wagen und damit diesen gesellschaftlichen Scheinkonsens entlarven, den man uns als neu gewonnene Freiheit und Liberalität verkaufen will, der es uns Homos mal grade so gut gehen lässt. Um ihn zu bekämpfen, muss man wissen wo der Feind steht. Und das wissen wir jetzt mal wieder sehr genau. Nehmt euch bloß ich acht..
  • Direktlink »
#3 goddamn. liberalAnonym
  • 05.11.2010, 18:51h
  • Antwort auf #1 von FoXXXyness
  • Von Bedeutungslosigkeit würde ich da nicht sprechen. Die Union, aber auch andere Parteien, sind durchzogen von katholisch-klerikalen (Opus Dei etc.) und evangelikalen Netzwerken (Ev. Allianz z. B.) , die uns auch zukünftig das Leben schwer machen werden. Auch die Tatsache, dass die ganze Diskussion angesichts der wenigen Adoptionskinder, deren geringe Anzahl auch bei Heteropaaren zu absurden Ablehnungsgründen führt (das heute übliche Geburtsalter ist vielfach schon zu hoch für eine Adoption), ziemlich hypothetisch ist, zeigt den wahren Grund für die Verweigerung des Adoptionsrechts. Hier soll symbolisch klar gemacht werden, dass es Bürger 2. Klasse gibt - ganz im Sinne des Strippenziehers Ratzinger, der uns ja wohl nächsten Jahr wieder mit seinem Besuch beglücken will...
  • Direktlink »