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- 12. Juli 2004 4 Min.
Ein Sexskandal in einem katholischen Priesterseminar sorgt in Österreich für Empörung. Immer offener wird der Rücktritt des Bischofes von St. Pölten, Kurt Krenn, gefordert.
Auf Computern des Seminars in St. Pölten seien 40.000 Bilder und zahlreiche Filme "mit teils abartigen Sexdarstellungen" sichergestellt worden, berichtet die aktuelle Ausgabe des Nachrichtenmagazins "Profil". Neben Kinderpornografie fanden sich auch zahlreiche Fotos mit sexuellen Handlungen zwischen Seminarteilnehmern und ihren Vorgesetzten. Bereits vor einigen Tagen ist Seminarleiter Regens Ulrich Küchel zurückgetreten, Bischof Kurt Krenn hatte dem ORF dazu gesagt, er habe ein Foto gesehen, auf dem Seminarleiter Küchel einem anderen bekleideten Mann ans Geschlechtsteil greife.
"Buben-Dummheiten"
Auch sein Stellvertreter Rothe sei bei einem innigen Männer-Kuss zu sehen, er trat inzwischen ebenfalls zurück. Mittlerweile hat die Bischofskonferenz eine "vollständige und zügige Untersuchung" angekündigt. Krenn sagte, bei den Vorfällen handele es sich "in keiner Weise um Dinge, die etwas mit Homosexualität zu tun haben". Vielmehr habe es sich um "Buben-Dummheiten" gehandelt. Eines der Fotos sei auf einer Weihnachtsfeier entstanden, "da haben sich die da irgendwo etwas herzlicher geäußert." Sollte jedoch jemand tatsächlich pädophil oder schwul sein, "dann schmeißen wir den natürlich heraus und werden uns bei allen entschuldigen, die Schaden erlitten haben", so Krenn.
Die Äußerungen Krenns sorgten für Empörung und führten zu Rücktrittsforderungen seitens der Grünen. Diese wies Krenn jedoch zurück. Auch die SPÖ kritisierte Krenn, zumal er laut "Profil" durch Intervention bei der niederösterreichischen Sicherheitsdirektion die Aufklärung verschleppt habe. Nach einem Bericht des österreichischen Rundfunks wollen Mitglieder der Diözese von St. Pölten den Vatikan dazu aufrufen, Bischof Krenn zu entlassen. Der Vatikan gab dazu jedoch keine Stellungnahme ab. "Wir haben nichts zu kommentieren", teilte der Vizedirektor des vatikanischen Presseamts, Ciro Benedettini, der APA mit.
Gemäß dem "Profil"-Bericht entdeckten Mitarbeiter der Kirche schon vor einem Jahr die ersten Bilder auf einem Computer des Seminars. Das Magazin veröffentlichte Aufnahmen, auf denen sich die angehenden Priester mit ihren Ausbildern küssen und liebkosen. Zudem ist von Saufgelagen und Sexorgien die Rede. Die Kinderpornos stammten hauptsächlich von polnischen Internetseiten, schrieb das Magazin weiter.
Scharfe Kritik an der medialen Berichterstattung über den Fall übte am Montag die Österreichische Gesellschaft für Sexualforschung (ÖGS). Die dabei an den Tag gelegte "Heuchelei liberaler Medien" sei ebenso unerträglich wie die "Scheinheiligkeit der konservativen Geistlichkeit", zitiert das ORF.
Der Wiener Pastoraltheologe Paul Zulehner bezeichnete die Affäre gegenüber dem ORF als "eine Art pastoraler Supergau der Diözese" und als "letzte Ernte" einer völlig verfehlten Bischofsernennungspolitik Roms. Die Konsequenz müsste für Krenn sein, das Amt zu verlassen, so Zulehner, und zwar mit der Begründung: "Ich bin krank, mir setzt der Alkohol zu sehr zu. Ich bin eigentlich nicht mehr in der Lage, solche fürchterlichen Vorgänge in einem Priesterseminar zu verhindern".
Krenn: Homosexualität ist böse
Krenn hatte sich in der Vergangenheit immer wieder in Homofragen zu Wort gemeldet - derart, dass selbst der Kölner Kardinal Joachim Meisner als homofreundlich erscheint. "Homosexualität zerstört das Gewissen und die Persönlichkeit der Menschen. Das ist halt nix", sagte Krenn beispielsweise in einem Interview im letzten Jahr. "Die Geschlechtlichkeit der Homosexuellen ist gottfeindlich. Das ist gegen das Naturgesetz. Ich kenne auch solche Herren. Ich sagen ihnen immer wieder, ihr seid meine Brüder und Freunde, aber bitte leiten Sie aus dem nie ab, dass ich das billige", so Krenn.
Im gleichen Interview sagte er als Definition von Homosexualität: "Das ist widernatürlich, eine fehlgeleitete Triebrichtung. Man soll barmherzig sein, aber ich werde immer dann sehr bösartig, wenn man aus einer Sünde eine Weltanschauung macht. Manche, die sich als lesbisch oder sonstwas ausgeben, sind in Wahrheit oft ärmste Teufel. Ich kenne manche, die es gar nicht sein möchten, aber meinen, es sein zu müssen. Die Homosexualität ist böse." (nb)










Wer in diesem Fall da wem eins auswischen will oder ob es in der Tat nur die sichtbare Spitze eines Eisberges ist, der sich nach Abschluß der Ermittlungen als ein Super-Skandal entpuppen wird, darüber kann erst einmal nur spekulieren.
Fakt ist aber, daß es nicht nur in St. Pölten an der Zeit ist, Farbe zu bekennen und der Heuchelei und Verharmlosung im Namen Gottes Einhalt zu gebieten.
Die Spatzen pfeifen es von den Dächern, jeden Tag neue News auf den Tickern - allein die Fürsten des katholischen Klerus verschanzen sich hinter ihren dumm-dreisten Ausflüchten und beteuern "Fälle von einmaligen Ausnahmen".
Einer Einrichtung, die Gelder aus öffentlicher Hand erhält (hier 'Kirchensteuern' genannt) würde man den Geldhahn zudrehen und die Subventionen streichen, angesichts der Zustände, wie sie derweil in der kath. Amtskirche zu herrschen scheinen.
- Säße ich an der entscheidenden Stelle, würde kein Cent mehr an diesen verlogenen und von Korruption durchsetzten Verein mehr fließen - nicht eher bis dieses Welt-Unternehmen -genannt "Kirche"- gesäubert wäre!
Ein Wunder, daß noch so viele Gläubige weiterhin diesem Verein die Treue hält ...
- doch das war ja schon immer das Phänomen von Sekten, daß die verblendeten Schäflein ihren Führern blind folgten - bis ins Verderben, in das manche geführt wurden.
Für meine Begriffe ist die alleinige Tatsache, daß sie den größten Mitgliederanteil im Reigen der christlichen Kirchen stellen, noch nicht der Beweis, daß sie (die kath. Kirche und ihre Vertreter) unfehlbar sein müssen und deswegen als unantastbar gelten dürfen.
Man sollte dahingehend einmal das Grundgesetz überprüfen und ggf. schleunigst neu überarbeiten und die Religionsfreiheit davon abhängig machen, wie "rein" so eine Glaubensgemeinschaft wirklich ist ...
Die kath. Kirche hat meiner Meinung nach noch viel zu viel Macht, die sie schamlos mißbraucht!
Gläubiges Volk - erwache endlich!