https://queer.de/?13091
- 08. November 2010 2 Min.

Auf Homosexualität steht in Saudi-Arabien Gefängnis und Auspeitschung - im Extremfall sogar die Todesstrafe.
Ein 27-jähriger Mann ist in der Hafenstadt Dschidda wegen "Homosexualität, Imitierens einer Frau und Besitzes pornografischer Videos" zu fünf Jahren Haft, einer Geldstrafe in Höhe von 9.500 Euro und 500 Peitschenhieben verurteilt worden. Bezirksrichter Scheich Abdulasis al-Schathr erklärte, dass der Mann "obszöne Taten" begangen habe, die sich gegen "islamische Lehren" richteten.
Wie saudische Medien am Montag gemeldet haben, soll der Verurteilte auf einem im Internet aufgetauchten selbst gedrehten Film in Damenunterwäsche zu sehen gewesen sein und dabei offen über Sex gesprochen haben. Der Mann war nach einem Hinweis der gefürchteten Religionspolizei angeklagt worden.
Besonders heikel: Der 27-Jährige soll das Video via Bluetooth-Handy aus einem Gefängnis gesendet haben. Er saß dort eine Strafe ab, weil er sich als Sicherheitsbeamter ausgegeben hatte.
Auspeitschen in Etappen
Grundlage für die Verfolgung Homosexueller mit dem Strafmaß Auspeitschung ist in Saudi-Arabien die Scharia. Auch für Vergehen wie Ehebruch oder Diebstahl lässt der Staat diese Art der Foltermethode zu. Eine größere Anzahl von Schlägen wird zumeist in Etappen eingeteilt - auch in diesem Fall. Grund: Der Gepeinigte würde hunderte Peitschenhiebe auf einmal nicht überleben.
In den letzten Jahren gibt es immer wieder Berichte über Massenverhaftungen von Homosexuellen. Im Extremfall droht Schwulen im absolutistisch regierten Königreich die Todesstrafe. Im Land gibt es auch kein Recht auf Privatsphäre, so dass selbst Sex in den eigenen vier Wänden lebensgefährlich sein kann. Saudische Diplomaten haben aber erklärt, dass Schwule nur hingerichtet werden würden, wenn sie gleichzeitig im Zusammenhang mit Kindesmissbrauch, Vergewaltigung, Mord oder politischer Verbrechen verurteilt worden sind. Bei ausländischer Kritik an der homofeindlichen Politik im Land erklären saudische Politiker, sie befolgten lediglich die islamischen Gesetze. (dk)














