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- 09. November 2010 2 Min.

"Dieser Tage wirbt plötzlich jeder mit den Worten ´gay-friendly´" (Bild: QHotels)
Marktforscher warnen Tourismus-Unternehmen davor, sich als "gay-friendly" auszugeben, ohne etwas für die angesprochene Zielgruppe zu tun.
Eine Online-Studie des australischen Marktforschungsunternehmens Out Now Consulting kommt zu dem Ergebnis, dass viele Schwule und Lesben dem Label "gay-friendly" nicht mehr trauen. "Dieser Tage wirbt plötzlich jeder mit den Worten 'gay-friendly'", erklärte Out-Now-Generaldirektor Ian Johnson. "Das hat die schwul-lesbischen Verbraucher sehr skeptisch gemacht, ob diese Versprechungen auch eingehalten werden".
Insgesamt beantworteten bislang 30.000 Schwule und Lesben in 23 Ländern den Fragebogen der "Community Values 2010"-Studie. Erste detaillierte Ergebnisse sollen am Mittwoch bei der Londoner Tourismusmesse World Travel Market vorgestellt werden. Die detaillierte Studie wird im Januar 2011 veröffentlicht.
Schon jetzt lasse sich aber sagen, dass viele Schwule und Lesben dem Werbeversprechen "gay-friendly" misstrauen. Johnson erklärte, dass die angesprochenen Hotelgäste nach wie vor schief angesehen werden, wenn sie zum Beispiel in der Hochzeitssuite übernachten wollen. Oft würde sich gleichgeschlechtliche Paare im Urlaub daher noch verstellen, um nicht aufzufallen. "Die Botschaft an die Reiseindustrie ist deutlich: Man kann nicht einfach 'gay-friendly' ankreuzen, die Regenbogenflagge hissen oder einem schwul-lesbischen Fachverband beitreten, weil das den Kunden nicht hilft. Es muss Verbesserungen geben." Out Now Consulting bietet deshalb gemeinsam mit Gay Comfort ein Online-Trainingsprogramm an, mit dem sich Anbieter in der Tourismusindustrie schulen lassen können.
Essen bei Schwulen und Lesben beliebter als Nachtleben

Trotz Wirtschaftskrise und einer starken homofeindlichen Lobby bleiben die USA für Schwule und Lesben das Urlaubsland Nr. 1.
Out Now veröffentlicht anlässlich der Londoner Tourismusmesse weitere Ergebnisse der Studie. Demnach haben die Befragten als ihre Lieblingsbetätigung Essen angegeben, gefolgt von Museumsbesuchen. Erst an dritter Stelle wurde der Strandurlaub genannt, und an vierter Stelle rangierte das schwul-lesbische Nachtleben.
Lieblingsdestination von Schwulen und Lesben weltweit sind demnach die USA, gefolgt von Australien und Frankreich. Deutschland rangiert hier noch hinter Italien, Spanien und Kanada auf Rang sieben. Als beste Urlaubsstädte in Europa werden Paris, Amsterdam und Rom genannt. Barcelona rangiert auf Rang vier, Berlin ist Fünfter und damit noch vor der britischen Hauptstadt London, die den sechsten Rang ergatterte. Das Lieblingsanlaufziel in Nordamerika ist New York City, gefolgt von San Francisco und Los Angeles. (dk)
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Wow, jetzt bin ich schockiert. Und betroffen. Mögen Wirtschaftsbetriebe tatsächlich lieber mein Geld als mich als Person? Un-fass-bar!