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  • 12. November 2010 9 3 Min.

Bei diesem Herrn wird nicht nur Kurt Hummel wuschig... (Bild: FOX)

In den USA hat die aktuelle Folge der TV-Serie "Glee" für Begeisterung gesorgt, da sie Mobbing gegen junge Schwule thematisiert.

Von Carsten Weidemann

Seit die witzige Musical-Serie über tanzende und singende Schüler in den USA zum Publikumsliebling avancierte, vergeht kaum ein Tag, in der nicht neue Schlagzeilen darüber produziert werden. In dieser Woche sorgte die Folge "Never been kissed" für Wirbel, greifen die Drehbuchautoren darin doch die aktuelle Debatte um das Mobbing von schwulen Jugendlichen auf.

Einer der Serienlieblinge der schwulen Glee-Fanbase ist Kurt Hummel. Der 20-jährige Schauspieler Chris Colfer verkörpert ganz wunderbar die Figur des schwulen Teenagers, der als einzig offen Schwuler an der William McKinley High School einiges an Gehässigkeiten und tätlichen Angriffen auszuhalten hat. Freunde und Lehrer lassen Kurt ziemlich allein mit diesem Problem, der alle Demütigungen rein passiv über sich ergehen lässt.

Youtube | Musikalischer Ausschnitt aus "Never been kissed"

Widerstand: Das Mittel gegen "gay bullying"


...den ersten Kuss gibt es zuvor aber von unerwarteter Seite

In "Never been kissed", der sechsten Folge der zweiten Staffel, folgt dann das Aha-Erlebnis, auf das die Zuschauer bereits lange gehofft hatten. An einer Nachbarschule trifft Kurt auf einen älteren, ebenfalls offen Schwulen, der das Glück hat, auf ein liberales Umfeld bauen zu können. Respekt und Akzeptanz wird an dieser Schule gelebt, nicht nur gepredigt. "Lass dich nicht zum Opfer machen", rät ihm der Erfahrenere, was Kurt gleich in die Tat umsetzt. Mit der zwar altbekannten aber hier dennoch überraschenden Erkenntnis, dass im ärgsten Homofeind die größte Angst vor den eigenen Gefühlen herrscht.

In einem Artikel der "Entertainment Weekly" wird Kurt Hummel bereits als einer der "sozial wichtigsten Personen" des Fernsehens gefeiert. Die Homo-Organisation "Gays And Lesbians Against Defamation" (GLAAD), die Chris Colfer bereits mit dem "GLAAD Media Award" ausgezeichnet hat, ist ebenfalls voll des Lobes. Nicht nur, weil erstmals eine Serie das aktuelle Thema aufgreift, sondern weil sie auch "sensibel und Intelligent" vermittelt, wie man als Betroffener damit umgehen kann.

In den USA gab es in den letzen Wochen viele Berichte über Selbstmorde von jungen Schwulen und Lesben. (queer.de berichtete). Das Thema bewegt die Öffentlichkeit offenbar mehr als erwartet: der Song "Teenage Dreams" aus der Folge schaffte es an die Spitze der iTunes-Charts.

Homophobe Schulzeit auch Thema bei der BBC

Am Mittwoch hat sich übrigens auch die BBC schwulen Jugendlichen und ihrer Probleme angenommen, in der Nachmittags-Serie "Moving On", in der jede Folge eine andere Geschichte mit anderen Charakteren erzählt. Im Mittelpunkt der Episode "Losing my religion" steht der 15-jährige Jamie, der an seiner katholischen Schule gemobbt wird, bis er es nicht mehr aushält. Der Kurzfilm ist zugleich ein Leitfaden für Eltern und Lehrer, wie man mit dem Problem umgehen sollte.

Youtube | Der erste Teil der "Moving On"-Folge

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Glee
13 Bilder
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Queere TV-Tipps
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#1 FinalmSposatoEhemaliges Profil
  • 12.11.2010, 15:35h
  • Sehr gut wird auch in TV Serien das Thema aufgegriffen.

    Uebrigens wird die Serie auch in England ausgestrahlt. Wer E4 empfangen kann (bei uns in der CH in allen digitalen Netzen), die Serie kommt jeweils am Sonntag um 19.00 Uhr unserer Zeit!

    www.e4.com/glee/index.html
  • Direktlink »
#3 eMANcipation*Anonym
  • 12.11.2010, 17:50h
  • Bleibt die traurige Erkenntnis, dass die sehr ähnlichen empirischen Befunde eines vielfach höheren Suizidrisikos hierzulande offenbar nicht ausreichen, damit sich endlich etwas bewegt.

    Muss es denn erst zu einer Häufung solcher Tragödien innerhalb kürzester Zeit mit entsprechender massenmedialer Verbreitung kommen, bis für eine kurze Zeit die übliche Heuchelei einsetzt?

    Dabei sind wirksame Mechanismen, die Kinder und Jugendliche vom ersten Moment an vor verbaler Schikane und Mobbing gerade im Lebensraum Schule schützen, längst bekannt und z. B. in Großbritannien auch schon in der Umsetzung.

    Zudem sollten ARD und ZDF als gebührenfinanzierte Sender endlich dem minimalen Standard gerecht werden, der sogar von den fünf großen, rein kommerziellen US-Sendern zur Hauptsendezeit erreicht wird: 5% Anteil homosexueller ProtagonistInnen und Themen (und zwar möglichst klischeefrei)!

    Wann habt ihr zum letzten Mal einen schwulen Jugendlichen zwischen 20.00 und 22.00 Uhr bei ARD und ZDF oder im "Kinderkanal" gesehen, die wir ja zu einem erheblichen Teil mitfinanzieren?
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