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- 14. November 2010 2 Min.

Das Blut spritzt: 74 Punkte steht für 74 angefahrene Schwule
Im Online-Game "Gay Bus" kann man schwule Matrosen überfahren.
Von Norbert Blech
In amerikanischen Schwulenblogs gibt es Aufregung über das homophobe Online-Game "Gay Bus", in dem man mit einem Personenbus eine Masse von Männern im Matrosen-Outfit überfahren kann. Nach ersten Berichten Anfang der Woche hat die Webseite "New Grounds" das in Flash programmierte Spiel inzwischen entfernt, Kopien davon existieren aber auf zahlreichen anderen Seiten, auch in Deutschland.
Zum vermutlich nicht genehmigten Song "Gay Bar" von Electric Six lenkt der Spieler einen Bus – und bekommt für jede überfahrene Person einen Punkt. "Das sind Homosexuelle mit Matrosen-Mützen", schreibt die Anleitung. "Triff sie, um Punkte zu erreichen. Weil Du sie nicht magst." Und, etwas irritierend: "Weil du seltsam ('odd') bist". Das Spiel, in dem der Fahrer einen Bus mit der Aufschrift "gay" steuert, endet, wenn dieser eine Schwulenbar erreicht. Auch etwas seltsam. Und zur Belohnung für das zahlreiche Überfahren ("Well done!") gibt es "YMCA" von den Village People.
Dabei ist das Spiel offenbar schon etwas älter – und selbst in Deutschland weitverbreitet. Bei my-onlinespiele.net wurde es im Oktober 2008 hinzugefügt und über 3.700 Mal gespielt, bei spiele.isnichwahr.de rund 18.000 mal.
Langeweile und Humor

Die Anleitung zum Spiel ist einfach, aber merkwürdig
"Gay Bus" ist nicht das einzige homophobe Online-Flash-Game. Alle paar Jahre wieder gibt es Aufregung über "Schau hinter dich, Jäger" (bzw. "Watch out behind you, Hunter", queer.de berichtete), das nicht aus dem Netz verschwinden will. Bei diesem Game muss der Jäger nackte Männer erschießen, die hinter Büschen hervorkommen und auf ihn zurennen. Bei zu langsamer Reaktion wird er vergewaltigt, Punkte gibt es für jeden toten Schwulen. Auch dieses Spiel ist auf deutschen Seiten noch immer weit verbreitet.
Das Jägerspiel stammt aus Frankreich, wo es verboten wurde. Ein Spiele-Webseiten-Besitzer sagte damals zu France24.com: "Stéphane Aguie, der Typ der das programmiert hat, wollte damit Jäger und Rednecks verarschen, nicht schwule Männer". Eine Zensur sei albern, auch sei das Spiel nicht böse gemeint: "Unsere Spiele sind nicht politisch korrekt. Sie richten sich an Teenager – und leben von ihrem kindischen Humor".
Zu der Motivation des Programmierers von "Gay Bus" ist nicht viel bekannt. In dem Spiel schreibt er über sich: "Mein Name ist Ryan und mir ist langweilig."














