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  • 16. November 2010 17 2 Min.

Dank liberaler Gesetze und eines gesellschaftlichen Wandels (Bild: AH!Photography / flickr / by-nd 2.0)

Einer britischen Umfrage zufolge haben junge Schwule heute durchschnittlich mit 17 Jahren ihr Coming-out - und damit 20 Jahre früher als ihre Vorgängergeneration.

Die Homo-Gruppe Stonewall befragte online über 1.500 Schwule, Lesben und Bisexuelle. Die über 60-Jährigen gaben an, durchschnittlich im Alter von 37 Jahren ihr Coming-out gehabt zu haben. Bei der Gruppe der 18- bis 24-Jährigen lag das durchschnittliche Offenbarungsalter bei 17 Jahren. Die heute 18-jährigen Befragten hatten ihr Coming-out durchschnittlich bereits mit 15. Die Zahlen sind allerdings schwer vergleichbar, da in den jungen Altersgruppe natürlich nur diejenigen befragt worden sind, die bereits öffentlich zu ihrer Homosexualität stehen.

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"Du musst nicht auf das Coming-out warten"

Die Ergebnisse seien sehr positiv, erklärte Stonewall-Sprecherin Ruth Hunt: "Jeder sollte sein Coming-out haben, wenn er sich bereits dafür fühlt, aber die Zahlen zeigen einen ermutigenden Trend", freut sich Hunt. "Jedem, dem dieser Schritt noch bevor steht, sei gesagt: Du musst nicht warten. Unser Land ist fairer, als es früher war und bietet Hilfen an." Sie begrüßte, dass in Schulen heute mehr gegen Mobbing vorgegangen wird. Denn wenn Anti-Diskriminierung Unterrichtsthema ist, gingen die Fälle von Mobbing sehr stark zurück. Auch die Medien würden helfen, das Coming-out zu erleichtern, da dort viele schwule oder lesbische Vorbilder gezeigt würden.

Stonewall hat anlässlich der in Großbritannien stattfindenden Anti-Mobbing-Woche die "It Gets Better Today"-Kampagne gestartet. Sie orientiert sich an einer ähnlichen amerikanischen Initiative, die nach einer Selbstmordserie unter jungen Schwulen ins Leben gerufen wurde.

Stonewall ist 1989 gegründet von Homo-Aktivisten gegründet worden, unter ihnen auch der Schauspieler Sir Ian McKellen und der Labour-Politiker Michael Cashman, der heute Vorsitzender der schwul-lesbischen Intergruppe im Europaparlament ist. Die Gründung war eine Reaktion auf die Einführung von Section 28 durch die Thatcher-Regierung. Die Richtlinie, die 2003 abgeschafft wurde, besagte, dass in Schulen das Thema Homosexualität nicht behandelt werden darf. (dk)

-w-

#1 MarcoAnonym
#2 chris neuenglandAnonym
  • 16.11.2010, 19:57h
  • Laut einer vierjährigen Studie aus Kalifornien liegt das Durchschnittsalter nun bei 13,4 Jahren, was ich für glaubwürdiger halte als eine Online-Umfrage.
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#3 eMANcipation*Anonym
  • 16.11.2010, 21:04h
  • Antwort auf #1 von Marco
  • In Deutschland ist empirisch belegt, dass die gefühlte und effektive Freiheit männlicher Jugendlicher, überhaupt sexuelle Erfahrungen mit dem gleichen Geschlecht zu machen, seit 1980 deutlich abgenommen hat.

    Wie der Artikel zu Recht sagt: Die Repräsentativität und Validität der zitierten Zahlen hält einer seriösen sozialwissenschaftlichen Prüfung nicht stand.

    Noch mehr zu Deutschland:

    In den meisten Bundesländern befindet sich Homosexualität noch nicht einmal als Pflichtthema in den Lehrplänen. Von einem Mainstreaming sexueller Vielfalt wollen wir erst gar nicht reden.

    Institutionalisierte oder überhaupt koordinierte Maßnahmen gegen das weit verbreitete schwulen- und lesbenfeindliche Mobbing gibt es nicht. Aus der allgegenwärtigen heteronormativen und homophoben Gewalt, angefangen in der Alltagskommunikation, resultiert ein vielfach höheres Suizidrisiko.

    Dann fiel noch das Stichwort "Antidiskriminierung". Das deutsche "AGG" mit seinen Ausnahmeregelungen für die größten Diskriminierungstäter und Verweigerung der Abtretung von Ansprüchen / des Verbandsklagerechts ist eher eine Ermutigung zu diskriminierendem Verhalten.

    Gesetze gegen Hassrede und diffamierende Rede sowie Hassverbrechen: ebenso Fehlanzeige.

    Betrachtet man insbesondere die soziale Entwicklung, wird erst recht deutlich, dass die Freiräume der schon als Frühpubertierende rundum beobachteten und kontrollierten Facebook-Generation, selbstbewusst anders zu sein, dramatisch ab- und nicht etwa zunehmen.
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