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  • 17. November 2010 17 2 Min.

Noch ist das Familienleben in Ordnung... (Bild: UIP)

Das Familienglück scheint perfekt: Ein lesbisches Paar lebt mit seinen beiden Kindern glücklich unter einem Dach - bis der leibliche Vater auftaucht und die Familie kräftig durcheinanderwirbelt.

Von Carsten Weidemann

Am 18. November kommt ein herzenswarmer Film über die Familie in die Kinos. Die Handlung: Nic und Jules (hervorragend: Annette Bening und Julianne Moore) leben den sonnigen Traum des klassischen Familienglücks im Süden Kaliforniens - zwei Kinder, ein hübsches Haus und höchstens ein paar völlig normale Beziehungsproblemchen. Die beiden Frauen sind ein Herz und eine Seele - sie kennen sich schon seit Ewigkeiten, vervollständigen ihre Sätze und leben so, wie man sich eine Kleinfamilie vorstellt - außer, dass sie lesbisch sind und der biologische Vater nur eine Aktennummer. Als der 15-jährige Sohn Laser (Josh Hutcherson) und seine 18-jährige Schwester Joni (Mia Wasikowska) aber den Kontakt zu ihrem ihm suchen, fängt der Stress an: Samenspender Paul (Mark Ruffalo) ist ein cooler und ungebundender Typ - und dann passiert es: Er beginnt eine Affäre mit Jules.

Youtube | OffiziellerTrailer

2010 gab es einen Teddy Award für den "Besten Film"

Auch die Kinder verändert der neue, alte Vater: Mit Laser spielt er Baseball und versorgt Joni mit väterlichem Rat, den sie gerne annimmt. Paul ist aber das Lotterleben satt und hätte selbst gerne eine Familie - er findet Gefallen an der, die er vorfindet.

Auf dem Sundance-Film-Festival 2010 wurde über keinen Film mehr diskutiert als über "The Kids Are Alright". Und auch auf der diesjährigen Berlinale sorgte er für Aufsehen und gewann den Teddy-Award als Bester Film (queer.de berichtete). Die schauspielerische Leistung der beiden Hauptdarstellerinnen ist wahrlich fantastisch - beide hätten einen Oscar verdient!

Dennoch zeigten sich einige lesbische Kritikerinnen von der Story irritiert: Immerhin fühlt sich hier eine selbsterklärte Lesbe zu einem Mann hingezogen - was dem alten Klischee entspricht, dass ein Heteromann eine Lesbe rumkriegen kann, wenn er nur lange genug rackert. Man kann Regisseurin Lisa Cholodenko allerdings nicht wirklich vorwefen, Klischees zu bedienen. Vielmehr handelt "The Kids Are Alright" davon, dass Liebe und Familie über allem steht. Ob diese Liebe am Ende lesbisch, schwul oder omnisexuell ist, ist letztendlich egal.

-w-

#1 stromboli
#2 FloAnonym
  • 17.11.2010, 15:28h
  • Sieht sehr vielversprechend aus!!

    Werde ich mir auf jeden Fall ansehen!
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#3 FloAnonym
  • 17.11.2010, 15:36h
  • Antwort auf #1 von stromboli
  • @stromboli:

    Wenn ich das richtig sehe, propagiert dieser Film gerade ein neues, moderneres Familienbild.

    Damit kann dieser Film mehr bewirken, als manch schöne Sonntagsrede. Übrigens auch für diejenigen, für die eine Zweierbeziehung mit Kindern nicht infrage kommt.

    Jeder von uns will Akzeptanz für seine Art zu leben. Aber dann müssen wir auch innerhalb der Community akzeptieren, dass manche eben auch eine monogame 2er-Beziehung wollen. Nicht, weil sie Heteros "imitieren" wollen oder sonstwas, sondern weil es das ist, was sie für sich wollen.

    Wer das nicht will, braucht das nicht. Aber wer das will, soll das auch können. Und wenn wir uns gegenseitig runtermachen, weil wir nicht jeden Lebensentwurf teilen, können wir auch nicht erwarten, dass Heteros uns ernstnehmen. Und die Homohasser lehnen sich genüsslich zurück und beobachten, wie wir uns gegenseitig runterputzen - da haben sie weniger zu tun.

    Also ich freue mich auf den Film und solche Filme können oft mehr positives für uns ALLE (auch die, die dieses Beziehungsmodell nicht teilen) erreichen, als Politik und Demos. Eben, weil sie auch andere erreichen. Und Homosexualität (in ALL ihren Facetten) unverkrampft und selbstverständlich zeigen.
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