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  • 20. November 2010 50 3 Min.

Hat der Papst einen historischen Schritt gewagt? (Bild: Wiki Commons / Fabio Pozzebom/ABr / CC-BY-2.5-BR)

Nachrichtenmedien in Deutschland und auf der ganzen Welt spielen an diesem Samstag verrückt - der Papst habe in einem Interview erstmals die Nutzung von Kondomen erlaubt. Stern.de schreibt gar von einer "historischen Wende im Kampf gegen Aids".

Den ersten Meldungen zufolge habe die Vatikan-Zeitung entsprechende Sätze aus dem Buch "Licht der Welt" des deutschen Journalisten Peter Seewald zitiert, der Interview-Band soll in der kommenden Woche erscheinen.

In seinen Äußerungen erlaube der Papst die Benutzung von Kondomen für "begründete Einzelfälle". Wenn es darum gehe, die Ansteckungsgefahr zu verringern, könne der Einsatz von Kondomen "ein erster Schritt sein auf dem Weg hin zu einer anders gelebten, menschlicheren Sexualität".

Mehr Zitate wurden zunächst nicht bekannt. Glaubt man mangels weiterer umfassender Quellen dem fundamentalistischen, aber gut informierten Portal "kreuz.net" aus Deutschland, dass Zitate wie das obige bereits vor wenigen Tagen wortgenau veröffentlicht hat, ist der Satz allerdings eingezäunt von Einschränkungen. Kondome seien "natürlich nicht als wirkliche und moralische Lösung" anzusehen, so der Papst laut "kreuz.net" weiter, und "seien nicht die eigentliche Art, dem Übel der HIV-Infektion beizukommen". Diese müsse "wirklich in der Vermenschlichung der Sexualität" liegen. Sich auf Kondome zu konzentrieren bedeute eine "Banalisierung der Sexualität".

"Erster Schritt zu einer Moralisierung"


In dieser Papst-Parodie auf dem CSD München sah die Staatsanwaltschaft noch die "Beleidigung eines ausländischen Staatsoberhaupts" (Bild: Artwork Sarah Jäckel)

Sowohl "kreuz.net" als auch eine Nachrichtenagentur berichten, ausgerechnet der erwähnte Einzelfall sei zugleich eine moralische Bewertung. Demnach sagt der Papst: "Es mag begründete Einzelfälle geben, etwa wenn ein Prostituierter ein Kondom verwendet, wo dies ein erster Schritt zu einer Moralisierung sein kann, ein erstes Stück Verantwortung, um wieder ein Bewußtsein dafür zu entwickeln, dass nicht alles gestattet ist und man nicht alles tun kann, was man will."

In dem Buch soll der Papst laut "kreuz.net" auch sagen, dass Homosexualität etwas bleibt, "das gegen das Wesen dessen steht, was Gott ursprünglich gewollt hat". Schwule könnten nicht Priester werden, weil "ihre geschlechtliche Orientierung sie von der rechten Vaterschaft, von dem Inneren des Priesterseins distanziert". Homo­sexuelle Priester gehörten zu den "Nöten der Kirche".

Dabei sei Schwulen mit "Achtung und Respekt" zu begegnen: "Wenn jemand tiefsitzende homo­sexuelle Neigungen hat - man weiß bislang nicht, ob sie wirklich angeboren sind oder in frühkindlicher Zeit entstehen -, wenn sie jedenfalls in ihm Macht haben, dann ist dies für ihn eine große Prüfung, so wie einen Menschen auch andere Prüfungen belasten können", wird der Papst zitiert.

Papst in Deutschland

Gestern wurde bekannt, dass Benedikt XVI. im nächsten Jahr auf Einladung des Bundespräsidenten Deutschland besuchen wird. Stationen der offiziellen Staatsvisite sind Berlin, Erfurt und Freiburg. (nb/pm)

-w-

#1 DonnyDAnonym
  • 20.11.2010, 19:47h
  • Oh my god! kreuz.net wird ausgerechnet hier als Kronzeuge benutzt. Dass ich das noch erleben muss .

    Im übrigen, wen schert´s, was der alte Sack in Rom so treibt? Gibt´s nichts wichtigeres?
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#2 Ex-LiedelAnonym
  • 20.11.2010, 19:55h
  • Jaja, die "Prüfung". Das ist nix wirklich Neues, sondern steht schon seit Anno Tobacco in sämtlichen Stellungnahmen des Vatikans zur Homosexualität. Altbekanntes Geschwurbel.
    Offene LGBT- Feindlichkeit hat in der RKK einen Namen: Joseph Ratzinger.

    Anders als im angepassten Köln erhoffe ich mir im mehrheitlich atheistischen Berlin lebhafte Proteste gegen den Papstbesuch. Hier sind auch LGBT- Gruppen, allen voran der LSVD (dem ich das allerdings nicht wirklich zutraue) gefragt, ein deutliches "NOT WELCOME, B16!" an möglichst vielen Stellen der Stadt sichtbar zu machen.
    Jedwede Lobhudelei auf einen Mann, der keine Gelegenheit auslässt, Lesben und Schwule in teils übelster Art zu diffamieren, dürfen wir nicht zulassen!

    So, wie es uns engagierte und von den Kirchen noch nicht hirnvernebelte mutige LGBT- AktivistInnen in Spanien und Großbritannien vorgemacht haben: protestieren, protestieren und nochmal protestieren! Und dabei möglichst kreativ sein!

    Ansonsten muss der alte Herr sich glaub' ich ziemlich beduseln, um diese ganzen unmoralischen Lebensformen in der Hauptstadt ertragen zu können
    Ein zwar katholischer, aber geschiedener wiederverheirateter Bundespräsident. Eine protestantische geschiedene wiederverheiratete kinderlose Kanzlerin, dazu einen schwulen Bürgermeister und (falls vorgesehen) den "mit einem Mann zusammenlebenden" und mittlerweile verpartnerten Außenminister...au backe
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#3 KameliendameEhemaliges Profil
  • 20.11.2010, 20:13h
  • Ach der eklige Wicht kommt nach Berlin?
    Da bin ich doch direkt dafür den Empfang den Johannes Paul damals hier bekommen hat zu wiederholen.
    Ausbuhen, auspfeifen und nen paar gescheit gealterte Eier und Tomaten dürfen auch nicht fehlen...
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