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- 20. November 2010 2 Min.

Schwule und lesbische Demonstranten, Gegendemonstranten und Polizisten beherrschten am Samstag das Bild nicht nur in St. Petersburg (Bild: Gayrussia.ru / Nikolai Aleksejew)
In St. Petersburg wurde am Samstag die erste genehmigte Demo von Schwulen und Lesben in Russland abgehalten. Rund 20 Teilnehmer, darunter Nikolai Aleksejew und drei weitere aus Moskau angereiste Aktivisten, demonstrierten für die Rechte sexueller Minderheiten und hielten Schilder mit Aufschriften wie "Für echte Toleranz" oder "Für Menschenrechte" in die Luft.
Bei ihrem Zug durch die Innenstadt von St. Petersburg stießen die Aktivisten auf bis zu 30 Gegendemonstranten - junge Rechtsextreme und orthodoxe Christen, die mit Sprüchen und Schildern ihre Opposition deutlich machten. Einige warfen Eier auf die schwulen und lesbischen Demonstranten, wurden dann aber von der Polizei abgedrängt, die die Homo-Aktivisten nach dem Ende der Demo auch sicher aus der Innenstadt geleiteten.
Erst vor zwei Wochen hatte der Europäische Gerichtshof für Menschenrechte mehrere Verbote von Demonstrationen von Schwulen und Lesben in Russland kritisiert (queer.de berichtete). Diese Verbote in Moskau hätten gegen das Recht auf Versammlungsfreiheit, das Recht auf wirksame Beschwerde und das Diskriminierungsverbot verstoßen. In Folge erlaubte die Stadt St. Petersburg die Demo vom Samstag.
Demo für Homo-Ehe in Warschau

In Warschau wurde für ein Partnerschaftsgesetz demonstriert (Bild: Miłość nie wyklucza)
Auch in Polen gab es am Samstag Demonstrationen von Schwulen und Lesben. In Warschau gingen Dutzende Schwule und Lesben auf die Straße, um für Rechte für ihre Partnerschaften zu demonstrieren. Die Kampagne "Miłość nie wyklucza" (Liebe schließt nicht aus) hatte vor allem im Internet zur Teilnahme an der Demonstration aufgefordert und sie mit Plakat- und Videokampagnen flankiert (queer.de berichtete).
Die Teilnehmer zogen mit einem riesigen, pinken Plakat durch Warschau, das zur Einführung von gesetzlichen Lebenspartnerschaften auffordert. Homo-Paare sind bisher in der polnischen Gesetzgebung nicht berücksichtigt, selbst grundlegende Dinge wie ein Besuchsrecht am Krankenhausbett des Partners sind bislang nicht abgesichert.
Die Initiative hat selbst eine Gesetzespaket erstellt, das rund 50 bestehende Gesetze ändert und Schwule und Lesben in allen Bereichen gleich stellen würde. Obwohl weniger Teilnehmer kamen als erwartet (bei Facebook hat die Initiative über 6.100 "Freunde"), nutzten polnische Medien die Demonstration für eine Berichterstattung über die Situation von Lesben und Schwulen.
Marsch für Gleichberechtigung in Posen

Auch Posen wird sich daran gewöhnen müssen, dass es bunter wird
Dazu schalteten sie teilweise auch live nach Poznan (Posen), wo rund 50 bis 100 Schwule und Lesben in einem "Marsch der Gleichberechtigung" für ihre Rechte demonstrierten. Anders als in Warschau trafen sie auf Gegendemonstranten - hauptsächlich nationalistische Jugendliche und Fußballfans auf einem Zwischenstopp vor einem Spiel von Lech poznan.
Die Polizei schirmte die Demo sicher ab und wurde später von den Homo-Aktivisten für ihren Einsatz gelobt. Es kam zu keinen Übergriffen. (nb)















Denen scheint es ja gut zu gehen.
Fussballfans?
Stimmt Basis, stimmt die Richtung, stimmt das Tempo!
Das Design bis ins Detail.
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