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- 22. November 2010 2 Min.

Neues Motiv der deutschen Aids-Kampagne (Bild: BzgA)
Hierzulande leben geschätzte 70.000 Menschen mit HIV/Aids, wie eine Schätzung des Robert-Koch-Instituts ergab. 60 Prozent von ihnen steckten sich durch Sex zwischen Männern an.
Die Zahl der HIV-Positiven hat sich damit seit Mitte der 1990er Jahre verdoppelt, wie das RKI in einer Sonderausgabe des Epidemiologischen Bulletins anlässlich des Welt-Aids-Tages zeigt. 42.000 Männer infizierten sich beim Geschlechtsverkehr mit anderen Männern, 10.000 Menschen bei heterosexuellen Kontakten und weitere 7.300 Positive stammen aus sogenannten Hochprävalenzregionen, also meist aus Subsahara-Afrika, Teilen Südostasiens oder der Karibik. Diese Menschen haben sich in ihren Heimatländern meist über heterosexuellen Geschlechtsverkehr angesteckt. Weitere 10.000 Drogennutzer haben über verunreinigte Spritzen den HI-Virus aufgenommen.
57 Prozent aller HIV-Positiven unterziehen sich gegenwärtig einer antiretroviralen Therapie. Die starken Medikamente sollen nach gegenwärtiger Erkenntnis von allen Positiven eingenommen werden, deren T-Helferzellenzahl den Wert von 350 Zellen/Mikroliter unterschreitet.
29.000 Todesopfer
Seit Beginn der Epidemie sind den Schätzungen zufolge in Deutschland 29.000 Menschen an der Immunschwächekrankheit gestorben. Dieses Jahr gibt es weitere 550 Todesfälle in Folge einer HIV-Infektion. Wegen der besseren Behandlungsmöglichkeiten und der daraus resultierenden längeren Lebenserwartung wird sich die Zahl der Positiven in den nächsten Jahren voraussichtlich weiter erhöhen. Eine steigende Zahl von Ansteckungen konnte dagegen nicht festgestellt werden: "Seit 2007 scheint sich die Gesamtzahl der HIV-Neudiagnosen in Deutschland auf einem Niveau von derzeit ca. 3.000 pro Jahr zu stabilisieren", so das RKI. Damit infizieren sich nach wie vor viel weniger Menschen in Deutschland mit HIV als in anderen europäischen Ländern. So meldete Frankreich etwa 7.000 Neudiagnosen, Großbritannien berichtete sogar von rund 7.300 neuen Fällen. (dk)
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Heute sterben immer noch Leute an AIDS, nur wird das selten auch "kommuniziert". Auch die ganzen Nebenwirkungen der Medikamente sind kein Thema, obwohl es sie immer noch gibt. Dazu kommt der hohe Drogenkonsum unter Schwulen, von Alkohol bis Viagra und der soziale/psychische Stress für bi- und heterosexuelle Männer...
Werbesprüche wie "besser leben mit HIV..." sollten endlich aufgegeben werden, auch wenn die Medikamente besser - und das wird auch nicht kommuniziert - teuerer werden...
Schliesslich sei die Frage in den Raum gestellt, wann die PolitikerInnen anfangen werden, die immer länger dauernde Kostenbelastung der HIV-Infizierten für das Gesundheitswesen nachzurechnen.
Und wann fangen die HIV-Infizierten an, mit den Babrebackern zu diskutieren?
Und glaubt wirklich jemand, HIV sei die letzte sexuell übertragbare und anfangs tödlich verlaufende Infektion für die Welt gewesen?? Wie bereiten wir uns auf die nächste vor?