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https://queer.de/?13202
  • 23. November 2010 17 2 Min.

(Bild: Digiart2001 | jason.kuffer / flickr / by-sa 2.0)

Bei einer Umfrage erklärten 41 Prozent der amerikanischen Trans­sexuellen, sie hätten bereits versucht, sich das Leben zu nehmen - in der Gesamtbevölkerung liegt die Selbstmordversuchsrate bei 1,6 Prozent.

Zudem berichteten 19 Prozent der Befragten, dass ihnen schon mindestens einmal die ärztliche Betreuung wegen ihrer Geschlechts­identität verweigert wurde. Zwei Prozent berichten sogar von tätlichen Übergriffen in der Arztpraxis oder im Krankenhaus. Das ist das Ergebnis einer Befragung des National Center for Transgender Equality und der National Gay and Lesbian Task Force unter mehr als 7.000 Trans­sexuellen.

Unwissenheit über Transsexualität hoch

Nicht nur Feindschaft gegenüber Transsexuellen, auch Unwissen in Krankenhäusern führte oft zu besonderen Stresssituationen. Viele beklagten, dass selbst Fachpersonal wenig über Transsexualität weiß. So erklärten 50 Prozent der Befragten, dass sie ihren Arzt schon einmal über ihre besonderen Bedürfnisse aufklären mussten.

Diese Stressfaktoren äußerten sich auch in einer besonders hohen Drogenmissbrauchsquote: So gab mehr als ein Viertel der Befragten an, schon einmal Drogen oder Alkohol als Folge der Diskriminierung missbraucht zu haben.

Auch von HIV sind Transsexuelle besonders betroffen: In dieser Gruppe sind 2,6 Prozent positiv - und damit vier Mal so viel wie im nationalen Durchschnitt. Besonders betroffen sind der Befragung zufolge Transsexuelle, die ethnischen Minderheiten angehören, arbeitslos sind oder sich als Prostituierte durchschlagen.

"Diese schockierenden Zahlen zeigen, wie wichtig es ist, Mobbing in Schulen und in der Arbeitswelt zu verhindern", erklärte Rea Carey von der National Gay and Lesbian Task Force. Sie bezieht sich dabei auf eine Selbstmordserie unter schwulen Jugendlichen, die in den Medien für Aufregung sorgte (queer.de berichtete). Daraufhin wurde die Aktion "It gets better" ins Leben gerufen, an der sich auch Präsident Barack Obama beteiligte (queer.de berichtete). (dk)

Direktlink | Eine typische Geschichte in den US-Lokalnachrichten: In Houston werden Transsexuelle verhaftet, wenn sie die "falsche" Toilette benutzen.
-w-

#1 KameliendameEhemaliges Profil
  • 23.11.2010, 18:21h
  • Erstmal einen Dank an die Redaktion für den Artikel...

    Ich denke das sich die Zahl zu Selbstmordversuchen im großen und ganzen auch auf DE übertragen lässt( vielleicht ein paar Prozent weniger..)
    Mir sind viele Transexuelle begegnet die Selbstmordversuche hinter sich hatten...
    Und bei einigen gab es später dann auch einen Suizid.
    Und wenn ich mal ehrlich auf mich selber schaue, dann hab ich in der Vergangenheit auch immer mal wieder dran gedacht.

    Ich denke was einen seelisch so zermürbt ist das man auf der einen Seite einen sehr schweren inneren Konflikt hat weil man seinen Körper eben überhaupt nicht annehmen kann...
    Weil jeder Blick in den Spiegel weh tut, weil man manchmal geradezu einen Hass entwickelt auf alles was an sich selber noch „männlich“ ist... Das wird manchmal so schlimm das man es kaum noch aushalten kann...

    Und auf der anderen Seite, als ob das nicht schon genug Schmerz wäre, kommt man dann oftmals auch noch unter die Mühlen des medizinischen Systems. Ich erinnere mich zb mit größtem GRAUEN an die Besuche beim Psycho damit ich irgendwann die Diagnose Transexualismus und bekam.
    Das schlimmste von allem war der sog. Alltagstest. Das heisst man hat noch keinerlei medizinische Betreueung bekommen, keine Hormone, keine Ops, nichts und dann soll man aber in dem angestrebten Geschlecht leben. Das heisst: Ich musste mit DAMALS noch knochigen Beinen, schmalen Hüften, ohne Brüste etc in der Kleidung des von mir angestrebten Geschlechts durch die Welt laufen...Wie unglaublich hasserfüllt die Leute auf der Straße darauf reagiert haben muss ich wohl keinem sagen oder?
    Das war so ziemlich das schlimmste was ich in meinem Leben erleben musste.
    Man ist innen drin eh völlig zerissen und wird dann noch von aussen volkommen zerhauen...
    Die Begründung für diesen ekelhaften Alltagstest( der locker ein ganzes Jahr dauern kann) seitens des Psychos ist übrigens lapidar gesagt:
    Na wenn sie das aushält das meint sie's ernst.

    Das es Menschen gibt die diese Zeit nicht überstehen und unter der Last zusammenbrechen und sich das Leben nehmen interessiert im System niemanden.

    Ich hab es irgendwie geschafft (fragt mich nicht wie) und seitdem hat sich durch die Hormon Behandlung und andere Maßnahmen viel getan. Ich werd nur noch selten angepöbelt. Im Gegenteil.
    Es kommen viele, viele Komplimente ….
    ABER auch das ändert nichts daran das ich, da ich NOCH LANGE NICHT am Ziel bin,
    mich somit ständig weiter mit den Kasssen streiten muss um Kostenübernahmen...
    Auch das ist ne zusätzliche Belastung. Immer und immer wieder kämpfen zu müssen für jeden kleinen Schritt.
    Und ich hätt ich mir nicht immer wieder das Geld besorgen können für einzelne Maßnahmen, die verweigert wurden, ( Zb Laserepilation im Gesicht) dann wäre ich wohl verzweifelt.

    Mein Fazit aus all dem persöhnlich erlebten ist das eine Reform des Transexuellengesetzes DRIGEND notwendig ist. Und ebenso erwarte ich das für die Zukunft endlich sichergestellt wird das sich Krankenkassen nicht mehr aus der Verantwortung stehlen können , sondern das sichergestellt wird das Transexuelle genau die individuelle medizinische Behandlung bekommen die sie so dringend benötigen.
    Leider hab ich zb auch von den Grünen bisher nicht vernommen wie sie diese medizinischen Maßnahmen zukünftig sicherstellen wollen. Im Reformvorschlag zum Transexuellengesetz steht dazu kein Wort.
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#2 jimmiAnonym
  • 23.11.2010, 19:27h
  • Das Problem ist nicht alleine durch Diskriminierung durch Gesellschaft und Unwissenheit in den Krankenhäusern zu begründen.
    Selbst bei absoluter Anerkennung und vorurteilsfreier Gesellschaft gegenüber Homosexualität und Transsexualität, hätten Transsexuelle einen erhöhten Leidensdruck.
    Homosexuelle wollen körperlich so bleiben wie sie sind und könnten/können in einer toleranten Umgeben leben wie sie wollen, während Transsexuelle selbst in einer absolut toleranten Umgebung mit ihrem geborenen Körper unzufrieden sind und dadurch eher zu Depressionen etc. neigen würden. Selbst durch OP´s gibt es bei denen nicht immer zufriedenstellende Ergebnisse.
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#3 FoXXXynessEhemaliges Profil
  • 23.11.2010, 21:24h
  • Und wie sieht die Situation in Deutschland aus?
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