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- 24. November 2010 2 Min.

(Bild: Gilead Sciences)
Das antritretrovirale Medikament Truvada senkt bei HIV-Negativen die Infektionsgefahr um durchschnittlich 44 Prozent.
Das ist das Ergebnis einer internationalen Studie unter Leitung des US-Wissenschaftlers Robert M. Grant, an der 2.499 homosexuelle, HIV-negative Männer zwischen 18 und 67 Jahren teilnahmen. Die Freiwilligen stammen aus Peru, Ecuador, Brasilien, Südafrika, Thailand und den USA. Die Hälfte der Teilnehmer erhielt Truvada, ein mehrere Wirkstoffe kombinierendes antritretrovirales Medikament des US-Herstellers Gilead. Der anderen Hälfte wurde ein Placebo verabreicht. Gleichzeitig erhielten alle Männer Kondome und wurden einmal im Monat mit Safer-Sex-Ratschlägen versorgt.
Nach 14 Monaten stellten die Forscher fest, dass sich insgesamt 100 der Teilnehmer mit dem HI-Virus angesteckt haben. 36 von ihnen hatten Truvada eingenommen, 64 das Placebo. Bei Männern, die die Truvada-Tabletten über mehr als 90 Tage ohne Unterbrechung einnahmen, errechneten die Forscher sogar eine Reduktion des Infektionsrisikos um mehr als 73 Prozent.
"Echter Durchbruch"
"Das ist ein echter Durchbruch", sagte Kevin Fenton, Direktor des staatlichen US-Gesundheitszentrums CDC, am Dienstag gegenüber der Nachrichtenagentur Bloomberg. Studienleiter Robert M. Grant erklärte, dass das Kondom weiterhin noch die "erste Verteidigungslinie" sei. Da viele Männer aber Kondome nicht nutzten, müssten andere Präventionsmittel getestet werden. Es müssten noch Möglichkeiten entwickelt werden, den Wirkstoff zielgerichtet einzusetzen, etwa in Gleitmitteln.
Warnung vor zu hohen Erwartungen
Aids-Organisationen und Blogger warnen allerdings vor überhöhten Erwartungen: "Wie werden sich Menschen fühlen, die zwar eine derartige Vorbeugung machen, aber sich dennoch infizieren? Und zwar mit einem Risiko, das zumindest nach bisherigen Studiendaten deutlich über dem von Kondomen oder Viruslast-Methode liegt?", fragt etwa der deutsche Blogger Ondamaris. Er weist auch darauf hin, dass das Ergebnis nur unter Laborbedingungen erreicht wurde. In der echten Welt sei die Therapietreue weit geringer.
Amerikanische Aids-Gruppen warnen zudem vor den hohen Kosten des Medikaments. In den USA zahlt ein Patient für eine Jahresration zwischen 5.000 und 14.000 US-Dollar. Das führe dazu, dass sich nur Wohlhabende den Präventionsschutz leisten könnten: "In der Geschichte der HIV-Epidemie in diesem Land sticht hervor, wie ungleich wir die Menschen behandelt haben. Es wäre schade, wenn dieser aufregende Durchbruch die Ungleichgewichte noch verschärfen würde", erklärte Kyriell Noon vom Aids Project in San Francisco. (dk)














