https://queer.de/?13212
- Von Micha Schulze
24. November 2010 2 Min.
Erinnert Ihr Euch noch an den CDU-Gutachter Winfried Kluth von der Universität Halle-Wittenberg? Jener Herr Kluth hatte im April im Bundestag die zynische Begründung hervorgebracht, die Integration von Muslimen werde erheblich erschwert, würden Schwule und Lesben im Grundgesetz vor Diskriminierung geschützt. Diese Aussage des Unions-"Experten" vor einem guten halben Jahr hat nun das digitale Satire-Magazin Zeitschrift zu einem "Minderheiten-Quartett" inspiriert. Motto des Kartenspiels: "Spiel sie gegeneinander aus!"
Die Idee, zugegeben, ist genial! Zwei bis vier Spieler können bei dem "politisch semi-korrekten Kartenspaß für die ganze Familie" mitmachen und insgesamt 24 Minderheiten in sechs Kategorien gegeneinander ausspielen: "Bildungsniveau","Wohlstand", "Bevölkerungsanteil", "Homogenität", "gesellschaftliche Akzeptanz" und "Schamgefühl". Das klingt viel langweiler als es tatsächlich ist: Aktions-, Gesellschafts- und Booster-Karten sorgen dafür, dass eine Spielrunde deutlich lebendiger verläuft als der Vortrag eines Gutachters im Bundestag. So kann man etwa zwei Karten zu einer "Super-Minderheit" kombinieren...

"So geschmacklos wie die Wirklichkeit" lautet ein Werbeslogan für das Kartenspiel, das man auf minderheitenquartett.de für zehn Euro online bestellen kann. Und in der Tat können sich über die Auswahl der Minderheiten wohl nur deutschstämmige Heteros amüsieren, die ordentlich getauft wurden und nicht im Rollstuhl sitzen. Denn neben den Karten "Schwule", "Lesben", "Muslime", "Rollstuhlfahrer", "Juden" und "Neger" gibt es auch eine für "Nazis".
Richtig gelesen: "Nazis". Mit der Gleichstellung von Menschen, die Vorurteilen ausgesetzt sind, mit genau jenen rechtsextremen Dumpfbacken, die diese Vorurteile aggressiv schüren, geht das satirische Quartett leider noch unter das Niveau des Unions-Gutachters Winfried Kluth herab. Schade. Chance verpasst!














