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Kommentare zu:
Minderheiten-Quartett mit Schwulen und Nazis


#1 rotwangProfil
  • 24.11.2010, 16:35hBochum
  • Die Nazis beschweren sich übrigens in diversen Foren darüber, dass sie in diesem Quartett am Schlechtesten wegkommen. Alle anderen Minderheiten stehen nämlich punktemäßig deutlich über den Brauen. So gesehen verliert in diesem Quartett (bis auf den Punkt Homogenität) immer der, der die Braunen wählt. Insofern ist die Empörung hier ein bisschen peinlich, da schlecht recherchiert.
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#2 rotwangProfil
  • 24.11.2010, 16:51hBochum
  • So und dann hol ich mir noch ein paar negative Bewertungen ab: Alleine die Formulierung "Mit der Gleichstellung von Menschen (...), mit (...) rechtsextremen Dumpfbacken" ist schon peinlich, denn ein Quartett funktioniert logischerweise ja nur dann, wenn eben die Spielkarten *nicht* gleichgestellt sind.

    Außerdem finde ich den Reflex schon äußerst bemerkenswert, dass sich hier gegen die "Gleichstellung" mit Nazis verwehrt wird, aber z.B. nicht gegen die mit Pädophilen (denn diese Spielkarte gibt es auch).
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#3 JDAnonym
  • 24.11.2010, 16:55h
  • Man kann sich auch anstellen. Ist doch ok, wenn Nazis zu den "diskriminierungswürdigen Minderheiten" gehören, wenn man schon politisch "semi-korrekt" sein will!! Viel schlimmer finde ich da die Online Games, wo man Schwule abschießen muss... ja und auch Spiele, in denen man Nazis abschlachtet, denn beschissene Gesinnung hin oder her, Mensch ist Mensch. In der wirklichen Welt ist es doch genauso, und keinen juckts so richtig, wenn es nicht bösartig gemeint ist. Ich weiß, wovon ich spreche... ich arbeite als offen FtM Schwuler in einem Unternehmen, das sich für die Inklusion behinderter Menschen einsetzt. Ich arbeite ausschließlich mit Frauen zusammen, von denen eine übergewichtig, eine Muslimin und eine Gelsenkirchenerin (*lol*) ist... ein Mitarbeiter von uns ist Rapper, ein anderer Öko-Aktivist. Da kommen so ziemlich alle "Minderheiten" zusammen, und auch da machen wir Witze über (anwesende) Minderheiten. Das nimmt auch keiner krumm. Da ist so ein Kartenspiel doch echt kein Weltuntergang
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#4 Igor84Profil
#5 FoXXXynessEhemaliges Profil
  • 24.11.2010, 21:13h
  • Ein Quartett, was die Welt nicht braucht! Manche kommen auf die absonderlichsten Ideen?
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#6 SvenAnonym
  • 24.11.2010, 23:49h
  • Antwort auf #1 von rotwang
  • Hmm, man kann kombinieren? Das mit den schwulen Nazis ist ja ganig mal so selten wenn man in GR, gay.com, recon und co mal nach SS oder verschleiert 55 sucht wird man sehr schnell fündig...(ok, nicht jede 55 ist das, aber ich war überrascht wie viele es dann doch sind, nachdem ich das erste Mal über diesen "Fetisch" gestolpert bin)
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#7 Ilovelife
#8 rolfinaEhemaliges Profil
  • 25.11.2010, 07:25h
  • mensch ist mensch ist wohl eine der wichtigsten aussagen hier in den kommentaren
    phädophile als randgruppe darzustellen, finde ich allerdings sehr bedenklich, leider sind es mehr als wir ahnen und wenn nun kranke menschen in dem spiel vorkommen fehlen die schizophrenen u.s.w.
    nur über kranke menschen witzchen zu machen, hat dann doch grenzen. vor allem wenn's um kinderschänder geht, denn es verhöhnt die opfer
    auch wenn ich es richtig finde satire locker zu nehmen, möchte ich deutlich machen das kinderschänder nicht einer neigung nachgehen, sondern probleme damit haben auch nur eine einzige ihrer evtl. neigungen zu leben und sich deshalb an kindern vergreifen (sehr verkürzt dargestellt) da ist dann von den machern des spiels deutlich zu wenig recherchiert worden!!
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#9 mogliAnonym
  • 25.11.2010, 09:55h
  • Antwort auf #8 von rolfina
  • wenn ich es richtig verstanden habe, dann thematisiert das spiel die durch klischees geprägte wahrnehmung von minderheiten durch die gesellschaft. erinnern wir uns mal: missbrauchsskandal in der katholischen kirche. seitdem verfestigt sich doch immer mehr das bild, alle geistlichen wären latent pädophil. in diese richtung schießen auch titanic und praktisch sämtliche kabarretisten. und genau das ist auf der karte drauf. ein priester. die moslems: finstere, frauenverachtende gestalten. die nazis: keulenschwingende dumpfbacken. nur klischees. das müsste doch mal irgend jemandem auffallen. übrigens sind die einführenden sätze der macher da schon recht eindeutig (und über die fällt man sofort, folgt man einem der links):

    "Minderheiten haben es nicht leicht in Deutschland. Sorgen Sie dafür, dass es Ihnen auch in Zukunft nicht zu gut geht! Denn egal ob am CDU-Stammtisch, auf einem Parteitag der Linken, einer Wellness-Reise der FDP, ja selbst beim Grillen in der Nachbarschaft: Es ist immer hilfreich, die passenden Klischees und Vorurteile zu kennen, um wirksam gegen eine oder mehrere gesellschaftliche Randgruppen zu polemisieren. Als einer von 2-4 Spielern lernen Sie die verschiedenen Minderheiten genau kennen, damit Sie in jeder Situation ihre Argumente mit dem passenden Horrorszenario unterstützen können. Sie werden staunen, wie leicht es plötzlich ist, ihre Eigeninteressen durchzusetzen! Spielen Sie einfach die Minderheiten gegeneinander aus! CDU und FDP haben es heimlich vorgemacht…"

    dass z.B. lesben und schwule gern als projektionsfläche für allerlei mittelalterlichen unfug oder vom staat als finanzielle melkkühe missbraucht werden, ist ein fakt, über den sich gerade hier täglich ausgiebigst echauffiert wird. von daher kann ich die aufregung über vermeintliche "gleichsetzung" von irgendwem mit irgendwas - oder mangelnde sensibilität im umgang mit xy nicht ganz nachvollziehen. das ist überhaupt nicht das thema.

    aber wahrscheinlich sind wir es durch das dauerbombardement mit anfeindungen schon gar nicht mehr gewöhnt, genau hinzusehen was da vermeintlich angreift. auf eine traurige art und weise gibt das den machern des spiels recht. ob man das ganze nun gut findet oder nicht, ist geschmackssache - völlig niveaulos oder schlampig durchdacht ist das ganze aber bei weitem nicht.
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#10 Mr. NobodyAnonym
  • 25.11.2010, 10:27h
  • Super geiles Spiel! =)
    Jeder, der sich aufregt, versteht das Spiel nicht. Es ist eine reine Ironie der Sicht auf solche Randgruppen. Ich werde mir dieses Spiel sofort kaufen! =)
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#11 rolfinaEhemaliges Profil
  • 25.11.2010, 10:31h
  • Antwort auf #9 von mogli
  • priester stellen sicherlich eine verschwindend kleine minderheit innerhald der kinderschänder dar, doch bleibt dass kinderschänder nicht eine minderheit sind.leider. kinder übrigens auch nicht
    wenn auf der karte priester stünde und dann diese karikatur da wäre, könnte ich da etwas komisch dran finden. mich als opfer eines kinderschänders(kein priester) schmerzt es zu sehen wie witzchen die taten, verbrechen verharmlosen. mit dieser logik müssten ja dann auch serienmörder, vergewaltiger einfach nur witzfigugen sein. der dahinter liegene "sinn" dieser karikatur, satire ist mir schon klar und grade deshalb schmerzt es mich umso mehr, das verbrecher da so ohne weiteres mit einbezogen werden. wieder ein schlag mehr ins gesicht der opfer
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#12 ResuAnonym
  • 25.11.2010, 10:31h
  • Antwort auf #8 von rolfina
  • "mensch ist mensch ist wohl eine der wichtigsten aussagen hier in den kommentaren
    phädophile als randgruppe darzustellen, finde ich allerdings sehr bedenklich, leider sind es mehr als wir ahnen und wenn nun kranke menschen in dem spiel vorkommen fehlen die schizophrenen u.s.w."

    mensch ist mensch ist wohl eine der wichtigsten aussagen hier in den kommentaren
    Homosexuelle als randgruppe darzustellen, finde ich allerdings sehr bedenklich, leider sind es mehr als wir ahnen und wenn nun kranke menschen in dem spiel vorkommen fehlen die schizophrenen u.s.w.

    Pädophilie ist eine sexuelle Orientierung und Pädophile sind nicht automatisch Kinderschänder. Es geht auch nicht jeder seiner Neigung nach.
    Ich habe mich mal mit einem unterhalten der pädophil ist und jetzt stell dir einfach mal vor du merkst als Junge das dich immer nur die jüngeren Jungs interessieren, was sich nicht wesentlich ändert während du erwachsen wirst, bleiben die Jungs die dich interessieren aber in bestimmtem Altersbereich. (Wobei nicht wenig Pädophile/ Päderasten sich auch zusätzlich zu älteren Jungs hingezogen fühlen, also legal Sex haben können).
    Es geht dir aber in erster Linie gar nicht um Sex.
    Du fühlst dich sonst ganz normal, kriegst aber von der Gesellschaft mit das du ein wertloses Monster bist, obwohl du dir sicher bist niemals einem Kind etwas anzutun.
    Du kannst mit niemandem darüber reden weil du weist das dich deine Eltern und Freunde hassen würden.

    Die meißten der Kinderschänder sind übrigens hetero- oder homosexuelle Ersatzobjekttäter und keine Pädophilen.
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#13 eMANcipation*Anonym
  • 25.11.2010, 10:38h
  • Antwort auf #9 von mogli
  • Es ist dennoch pervers, DIE kriminelle Gruppe schlechthin, die in einer freiheitlich-demokratischen Gesellschaft KEINEN Platz hat (Nazis, falls man das noch dazu sagen muss),

    hier in einem Atemzug mit gesellschaftlich diskriminierten Minderheiten zu nennen.

    Oder Agenten des Hasses und der Unterdrückung wie die katholische Kirche.

    Da werden in der Tat gesellschaftliche Gruppen, die auf ganz unterschiedlichen Seiten des Kräfte- und Herrschaftsspektrums und elementarer Menschenrechte und demokratisch-rechtsstaatlicher Prinzipien stehen, in widerwärtiger Weise "gleichgesetzt" und auf eine Stufe gestellt.

    Nazis sind keine "diskriminierte Minderheit", sondern Verbrecher! Gleiches gilt für Diskriminierungstäter, die im Namen der Religion anderen das Leben zur Hölle machen!

    Fazit: Die Herrschaftsverhältnisse und Kräftekonstellationen in dieser Gesellschaft sollen weiterhin eher verschleiert als offengelegt werden.
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#14 eMANcipation*Anonym
  • 25.11.2010, 10:46h
  • Antwort auf #12 von Resu
  • Danke, ich finde es auch erschreckend, dass man darauf zum x-ten Male hinweisen muss.

    Der sicherste Weg, pädophil veranlagte Menschen zu Kinderschändern zu machen, ist ja wohl der, ihnen von Anfang an exakt dieses Stigma anzuheften!

    Entstigmatisierung ist der einzige Weg, um den Betroffen möglichst früh dabei zu helfen, mit ihrer Veranlagung so umzugehen, dass weder andere noch sie selbst dadurch zu Schaden kommen.
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#15 loellieEhemaliges Profil
#16 loellieEhemaliges Profil
#17 dabeisteherAnonym
  • 25.11.2010, 11:45h
  • Antwort auf #9 von mogli
  • "...Denn egal ob am CDU-Stammtisch, auf einem Parteitag der Linken, einer Wellness-Reise der FDP, ja selbst beim Grillen in der Nachbarschaft: Es ist immer hilfreich, die passenden Klischees und Vorurteile zu kennen, um wirksam gegen eine oder mehrere gesellschaftliche Randgruppen zu polemisieren..."

    "..aber wahrscheinlich sind wir es durch das dauerbombardement mit anfeindungen schon gar nicht mehr gewöhnt, genau hinzusehen was da vermeintlich angreift.."

    Ich habe mir diese Fähigkeit aus vielerlei Gründen erhalten. Mittlerweile ohne situative Veränderung von Puls und Blutdruck.

    Meine Erfahrungen als parteiungebundenes,
    stimmberechtigtes Mitglied in kommunalen Ausschüssen lassen mich "beruhigt" mitteilen, dass dieses Verhalten bei Vertretern aller Parteien anzutreffen ist. Wenn nicht polarisiert werden soll, dann gerne mal billig erheitert. Gerne auch parteiübergreifend, um bei informellen Gesprächen außerhalb von Sitzungsräumen eine heimelige Wellenlängigkeit/Heimeligkeit zu signalisieren.

    Da wird dann übrigens ab und an das "voll schwul" des Sprosses verwendet, der in der Regel seine Schulpausen auf gymnasialen Höfen verbringt. Da macht so jung, so fresh.

    Der trockene Einwurf "Ach, Sie (alternativ, "Ihr Sohn") kennen sich da aus?" kann, je nach Situation, mit dem Unterton "dacht ich mir schon" unterlegt werden. Es kommt dann schnell Bewegung ins Spiel. Erhellende Abwehrtechnik und drollig ungelenkes PC-Geschwurmel ist garantiert.
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#18 rolfinaEhemaliges Profil
  • 25.11.2010, 12:27h
  • Antwort auf #15 von loellie
  • an welcher stelle hast du homophoben dreck erkannt????
    ich stigmatisiere niemanden, der phantasien bezüglich kindern hat
    phantasien, gefühle machen niemanden zu einem kinderschänder
    doch wer sich an kindern vergreift ist ein solcher
    auch wenn jemand vergewaltigungsphantasien reizvoll findet ist dieser noch lange kein vergewaltiger
    also immer schön differenziert bleiben
    natürlich kann mir jetzt jemand das wort verdrehen und sagen mit pädophilen seien ja NUR die mit den entsprechenden phantasien gemeint ist eben dann nur wortklauberei
    jede phantasie ist statthaft und nicht in gruppen zu ordnen
    ich kenne das argument homosexualität wäre ja auch mal als "krank" angesehen worden
    der vergleich kommt nur nicht hin
    jemand der sich an kindern vergreift geht ja nicht einer neigung nach sondern braucht das gefühl überlegen zu sein und ich betone noch einmal ich spreche von denen die sich an kindern vergreifen, nicht von denen die die diesbezüglich phantasien haben. denn da liegen welten dazwischen. es gibt nun mal unterschiede zwischen den sexuellen bedürnissen von kindern und erwachsenen und mit homophobie hat es rein gar nichts zu tun, wenn diese unterschiede weiterhin beachtet und respektiert werden müssen.
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#19 mogliAnonym
  • 25.11.2010, 12:50h
  • Antwort auf #13 von eMANcipation*
  • „DIE kriminelle Gruppe schlechthin, die in einer freiheitlich-demokratischen Gesellschaft KEINEN Platz hat …“

    Ich dachte immer, dass in einer freiheitlich-demokratischen Gesellschaft nationalsozialistisches GEDANKENGUT keinen Platz hat – im Gegenzug dazu aber grundsätzlich jeder Mensch. Was gedenkst Du denn mit dieser „Gruppe“ von Menschen zu tun, die bei uns „keinen Platz“ hat? Assimilieren klappt ja nicht so gut – vielleicht wegen unüberwindbarer weltanschaulicher Differenzen deportieren? Oder sollten wir doch lieber mit allen mitteln der Redlichkeit versuchen diesen Schund einzudämmen?

    Aber gut – Gruppen scheinen Dir lieber zu sein, wie zum Beispiel die „Agenten des Hasses und der Unterdrückung“ von der katholischen Kirche. Wenn das keine Hyperbel ist, dann wird es hier etwas absurd. Ich kann der Kirche auch nichts abgewinnen, ganz zu schweigen von Nazis, aber was Du hier theatralisch vom Stapel lässt, das stellt das Quartett in puncto Klischeehaftigkeit locker in den Schatten.

    Du forderst hier gefälligst zu Differenzieren und zwar penibel – und dann kommt sowas. Wie gesagt – ich habe gelinde ausgedrückt gar keinen Bezug zur Kirche – aber die Aussage dass ausnahmslos jeder Priester ein „Agent des Hasses“ ist, zeugt von reichlich einfachem Schwarz-Weiss-Denken und einer gesunden Portion Paranoia.

    Aber fassen wir mal zusammen: hier die Guten, dort die Bösen. Letztere lauern überall, verschleiern und unterminieren. Die Guten, die in der Mehrheit sind, haben es immer schon gewusst, unterliegen aber struktureller Gewalt, weshalb sie sich nie so richtig wehren konnten (Wer da an den Terror-Apologeten Galtung, der sich selbst „Friedensforscher“ nennt, denkt, ist ein Schelm!). Aber das wird schon noch – und dann wehe allen Gedankenverbrechern! Ganz klar: Das Happy End wird doppel-plus-gut.
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#20 eMANcipation*Anonym
  • 25.11.2010, 14:11h
  • Antwort auf #19 von mogli
  • Ich gehe jetzt mal von einem Fall gezielten Missverstehens aus,

    denn eigentlich war ich der Annahme, dass unter Demokraten immer noch Konsens darüber herrscht,

    "was mit Nazis zu tun" ist:

    Sie mit allen verfügbaren demokratischen und rechtsstaatlichen Mitteln daran zu hindern, ihr menschenfeindliches Gedankenungut in irgendeiner Form zu verbreiten oder irgend jemanden in dieser Gesellschaft mittel- oder unmittelbar zu schädigen!

    Insbesondere durch gleichberechtigte gesellschaftliche Teilhabe aller Menschen von kleinauf, unabhängig von sozialer und ethnischer Herkunft, dafür zu sorgen, dass Nazismus ebenso wie Rassismen und Faschismen aller Art der gesellschaftliche Nährboden entzogen wird!

    Also, unterstelle mir bitte keine Praktiken, die genau aus der Ecke kommen, deren Wirken du mit deinem Beitrag leider relativierst.

    Ich kann daher nur wiederholen:

    Es ist pervers, Opfergruppen der Nazis und der Rassismen und Diskriminierung (auch) von heute gewissermaßen auf eine Stufe mit den Tätern zu stellen.

    Daher auch zu deiner Unterstellung einer "klischeehaften" Einteilung in Gut und Böse: Ich habe nur die empirisch belegbaren Rollen im System der gesellschaftlichen Diskriminierung beschrieben, die sehr eindeutig verteilt sind.

    Oder sind es etwa Schwule, um bei deinem Beispiel zu bleiben, die Kirchenvertretern ein gleichwertiges Lebensrecht, gleiche Rechte als Bürger und Menschen, absprechen? Dieses Recht schließt freilich nach meinem Verständnis eines demokratischen Rechtsstaats NICHT mit ein, Hass, Gewalt und Diskriminierung gegen andere befördern zu dürfen.
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#21 mogliAnonym
  • 25.11.2010, 15:31h
  • Antwort auf #20 von eMANcipation*
  • Richtig, mit allen verfügbaren demokratischen und rechtsstaatlichen Mitteln. Dazu zählt aber eben nicht eine völlige geistige Gleichschaltung. Aller Idealismus in Ehren – die Perspektive ist auch ganz toll – aber die Platte, die jedes mal bei derartigen Situationen gespielt wird, bringt uns nirgendwohin. Man kann drauf warten: Zuverlässig kommt die Zauberformel von Teilhabe ohne jede Bedingung, natürlich von kleinauf.

    „Teilhabe“ allein wird aber das Problem mit Faschismen, oder allgemeiner, Xenophobie jeglicher Art nicht lösen. Jeder, der mal in einer Juravolesung war, weiss das ;) Gestriegelte Männlein mit Hitlerbart und Aktenkoffer sind dort ein recht häufig zu beobachtendes Phänomen. Zudem ist immer wieder zu vernehmen, dass Professoren, Juristen (Herr Kluth zum Beispiel) und Geistliche (u.a.) braune Totalausfälle haben, die wohl kaum auf mangelnde Bildung und Teilhabe zurückzuführen sind. Wird ein Kind in so einem Umfeld derart indoktriniert, dann wird wohl trotz einem Maß an gesellschaftlicher Teilhabe, dass das eines Unterschichtenkindes bei weitem übersteigt, kein idealistischer Linker daraus. Und genau das ist die bittere Erkenntnis: Nicht alle Nazis sind dumm – das Fußvolk sicherlich, aber nicht die Führungsriege.

    Derart war auch mein Einwand zu verstehen: In der Aussage, mit Bildung und Teilhabe wäre das Problem schon irgendwie zu lösen, schlummert das Klischee, Xenophobie sei generell ein Problem das, salopp gesagt, auf Dummheit (wie auch immer verursacht) zurückzuführen ist. Das mag in vielen Fällen stimmen, aber bei weitem nicht in allen.

    Um die Idealistische Utopie einer Gesellschaft ohne xenophobe Tendenzen umzusetzen müsste man also großflächig indoktrinieren – und schon sind wir raus aus dem demokratisch-rechtsstaatlichen Bereich. Gesinnungen sind eben nicht strafbar – und die werden in den meisten Fällen mit der Muttermilch aufgesogen. Die „Endlösung“ dieser Problematik wird es also nicht geben, das ist ein Problem mit dem sich jede neue Generation von Demokraten auf's neue wird befassen müssen.

    Noch was anderes: Ich kann in dem Befund, dass Nazis und Schwule gesellschaftliche Randgruppen sind, nichts „perverses“ entdecken. Das wird Dir jeder Soziologe ganz unaufgeregt bestätigen. Ich kann auch nicht erkennen, wo beide durch das Spiel gleichgesetzt werden sollen. Nur weil sie überhaupt darin vorkommen auszuflippen, ist doch lächerlich. Wären die Nazis nicht drin, hätte hier garantiert schon jemand orakelt, dass ganze sei das Machwerk übler Nazis, die andere Randgruppen verhöhnen. Wer sich gezielt aufregen will, findet eben immer was...
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#22 chrisProfil
  • 05.12.2010, 18:02hDortmund
  • Ich finde es übrigens sehr interessant, welche Reaktion der Artikel hier auf Queer.de bei den Machern des Spiels ausgelöst hat. Dort ist man mit der Kritik und Beschreibung hier gar nicht zufrieden. Ich habe das Spiel vor mir liegen und die Karte "Behinderte" gibt es nicht.

    www.zeitschrift-dasmagazin.de/safari-folge-1/

    #1.2 Queer.de strikt gegen Gleichstellung von Minderheiten
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#23 queer_micha (Admin)Profil
#24 PlayerAnonym
  • 08.12.2010, 15:23h
  • Antwort auf #22 von chris
  • Ja habe ich auch gerade gelesen. Der Satz: "Welche Personengruppen seiner Ansicht nach aber privilegiert und welche benachteiligt werden sollten ließ Schulze offen" ist absolut dreist. Es versteht sich doch von selber das als Gruppe alleine die Nazis benachteileigt werden sollen wenn man nicht will das sich die Geschichte wiederholt, das muss man doch nicht noch extra erwähnen!
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#25 schafskopfAnonym
  • 08.12.2010, 15:40h
  • Antwort auf #24 von Player
  • " Es versteht sich doch von selber das als Gruppe alleine die Nazis benachteileigt werden sollen wenn man nicht will das sich die Geschichte wiederholt, das muss man doch nicht noch extra erwähnen!"

    wenn man arme als gruppe immer mehr benachteiligt, wiederholt sich die geschichte.

    die karte "armer" gibt es aber nicht, oder doch?
    soll ne ziemlich große minderheit sein, sogar unter
    meschenunwürdigen lebensbedingungen im echten
    gesellschaftsspiel.
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#26 FideldiProfil
  • 21.12.2010, 23:41hNähe Bremen
  • Man man man.
    Man merkt hier mal wieder vorzüglich,
    dass bei den Meisten hier scheinbar ein Opferdenken vorhanden ist, das ich persönlich nicht verstehen kann.

    Schämt ihr euch dafür, schwul zu sein, oder warum reagiert ihr hier bar Logik und stattdessen rein emotional?

    Es gibt einen großen Unterschied zwischen Diskriminierung und Satire / Humor.

    Und der Herr Autor möge doch bitte einmal "Gleichstellung" nachschlagen, er scheint den Begriff noch nicht so ganz verstanden zu haben.
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#27 unkownAnonym
  • 21.07.2011, 01:38h
  • "Und genau das ist die bittere Erkenntnis: Nicht alle Nazis sind dumm – das Fußvolk sicherlich, aber nicht die Führungsriege. "

    Danke! Das genau ist das Problem und für mich auch der Grund, warum Nazis in diesem Spiel eben doch etwas verloren haben. Bei diesem Spiel geht es nicht darum, Schwule mit Nazis gleichzusetzen, es geht auch nicht um die Realität der Randgruppen oder darum, ein Bashing von Minderheiten, die das nicht verdient haben, anzuklagen (zumindest nicht in erster Linie), sondern es darum, so kritisieren, dass mit der Erschaffung von Stereotypen von Gruppierungen, die nicht der "Mitte der Gesellschaft" zugerechnet werden, mal eben komplexe und vielschichtige Zusammenhänge, Fragen, Probleme und auch Bedrohungen mal eben runtergebrochen werden auf etwas, was nur eine kleine Minderheit betrifft und womit die Mitte nichts zu tun hat. Die Nazi-Karte zeigt das sehr gut: bis auf Homogenität haben Nazis die geringsten Werte, kurz gesagt sind Nazis demnach eine schamlose, sozial absolut unerwünsche winzige Minderheit, die so etwas wie Bildung nie erleben durfte. Also kurz gesagt: dämliches Fußvolk, dass man getrost vergessen kann. Dass es hochintelligente Nazis in Einflussreichen Positionen und mit gut bezahlten Berufen gibt, wird dabei ebenso gerne vergessen wie die Tatsache, dass es mehr Menschen gibt, die rassistisches Gedankengut in sich tragen, als es Menschen gibt, die sich selbst als Nazi bezeichnen würden. Und ähnlich wird auch mit anderen Dingen verfahren: Schwule haben ein ziemlich geringes Schamgefühl. Doch worin besteht die Schamlosigkeit? Aus nackten Körpern auf dem CSD? Aus Darkrooms? Was ist mit der Loveparade? Und dem Hetero-Swingerclub? Imo geht es bei diesem Spiel nicht darum, ob eine Minderheit gut oder böse ist, sondern darum, dass eine "Mitte der Gesellschaft" ihren Rändern gar nicht so fern ist. Ob die Verachtung, die dieser Minderheit dann entgegenschlägt berechtigt ist oder nicht, ist dann nochmal eine andere Frage. Viel Sex haben (oder wenig) ist sowohl für Heteros wie Schwule okay - braunes Gedankengut nicht, egal ob das braune Fähnchen dazu geschwunden wird oder nicht...
  • Antworten » | Direktlink »
#28 BibiAnonym
  • 05.11.2013, 23:21h
  • Ich finde dass die zum Teil karrikierten oder überspitzten Darstellungen über viele bestehende Sichtweisen bewusster machen. Es zeigt zugleich das Reduzieren auf Stereotypen und die Austauschbarkeit von Vorurteilen. Und ganz wichtig, durch Humor können sich viele auch die eigenen Schlüsselreize eher gestehen.
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