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- 03. Dezember 2010 2 Min.

Ministerpräsident Wladimir Putin (Bild: World Economic Forum / flickr / by-sa 2.0)
Der russische Ministerpräsident Wladimir Putin hat in einem Interview mit CNN beklagt, dass Homosexuelle keinen Nachwuchs produzieren könnten - dennoch trete sein Land der Minderheit "ziemlich tolerant" gegenüber.
In einem einstündigen Interview befragte der US-Journalist Larry King den 58-jährigen Regierungschef eigentlich nach seiner Meinung zu Schwulen und Lesben im Militär. Offenbar hat Putin die Frage jedoch falsch verstanden und ging auf die demografische Entwicklung in Russland ein: "Wir versuchen händeringend, die Situation zu verbessern und können erste Erfolge vermelden". Zum ersten Mal in zehn bis 15 Jahren stabilisiere sich die Geburtenrate in seinem 17 Millionen Quadratkilometer großen Land. "Die Bevölkerung ist in diesem Jahr sogar etwas gestiegen", freut sich der starke Mann in Moskau. Dann ging er auf das Thema Homosexualität ein: "Gleichgeschlechtliche Ehe bringen - wie Sie wissen - keinen Nachwuchs hervor. Wir sind also ziemlich tolerant gegenüber sexuellen Minderheiten, aber wir denken, dass der Staat Reproduktion fördern soll. Er sollte Mütter und Kinder unterstützen und nach ihrer Gesundheit schauen."
Putin hatte bereits in der Vergangenheit Homosexuellen vorgeworfen, die Geburtenrate zu senken. So erklärte er 2007: "Meine Haltung zur Schwulenparade und zu sexuellen Minderheiten ist einfach. Sie hängt mit der Tatsache zusammen, dass eines unserer Hauptprobleme demografischer Natur ist" (queer.de berichtete).
Die ursprüngliche Frage von Larry King beantwortete Putin nach einer erneuten Nachfrage auch: Er erklärte, dass Homosexuelle im russischen Militär dienen dürften. Putin erwähnte allerdings nicht, dass schwule Soldaten von regelmäßigem Mobbing berichten, an dem sich auch Vorgesetzte beteiligen. Deshalb halten viele ihre sexuelle Orientierung lieber geheim.
Putin ist "traditioneller Orientierung"
In einem Interview Anfang des Jahres zeigte er sich pikiert, als ein italienischer Journalist nach seiner "Ehe" mit Präsident Dmitri Medwedew fragte. Putin antwortete: "Herr Medwedew und ich sind Menschen traditioneller Orientierung. Ich kann Ihnen das mit absoluter Sicherheit sagen". In Wirklichkeit hatte er auch hier die Frage missverstanden: Der Journalist fragte nach der "politischen Ehe" mit Medwedew (queer.de berichtete).
Wegen seiner restriktiven Homo-Politik musste Russland erst vor gut einem Monat eine herbe Niederlage vor dem Europäischen Menschenrechtsgerichtshof einstecken. Die Richter haben entschieden, dass das in Moskau und anderen Städten mehrfach ausgesprochene CSD-Verbot gegen das Recht auf Versammlungsfreiheit verstößt. Russland hat sich - wie alle europäischen Staaten außer Kasachstan, Weißrussland und dem Vatikan - zur Einhaltung der Europäischen Menschenrechtskonvention verpflichtet. (dk)















Ja, ja ... getroffene Hunde bellen - Putin ist ne 1A Schrankschwester ;-)))