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- 07. Dezember 2010 2 Min.

Zwei Frauen diskutieren auf einer Parkbank in Doha, der Hauptstadt Katars. Geht´s um Fußball? (Bild: Rainer Ebert / flickr / by-sa 2.0)
Unter schwulen Sportlern regt sich Unmut über die Vergabe der Fußball-WM 2022 an das homofeindliche Land Katar.
Nun hat das Gay Football Supporter's Network beschlossen, zum Boykott dieser WM aufzurufen. Das GFSN vertritt schwul-lesbische Fans und Amateure in Großbritannien. Es veranstaltet jährlich einen nationalen Wettkampf zwischen den schwul-lesbischen Teams.
GFSN-Sprecher Ed Connell erklärte, dass Millionen homosexueller Fans in Katar wegen ihrer sexuellen Orientierung verhaftet werden könnten. Auf Homosexualität stehen in dem arabischen Land fünf Jahre Haft. Er sieht generell einen homophoben Trend im Weltfußball: "Die FIFA hat erst vor kurzem die homophoben Ausbrüche des kroatischen Managers nicht verurteilt und nun die Entscheidung für Katar. Es muss noch viel getan werden im Fußball." Vlatko Marković, der Chef des kroatischen Fußballbundes, hatte Anfang November ein Schwulenverbot in der Nationalmannschaft ausgesprochen (queer.de berichtete). Nach Kritik hat sich Marković für seine Aussage entschuldigt.
Auch Entscheidung für Russland problematisch

Peter Tatchell ist der bekannteste Homo-Aktivist Großbritanniens und Politiker der englischen Grünen. (Bild: BinaryApe / flickr / by 2.0)
Andere Homo-Aktivisten haben sowohl die Entscheidung für Katar als auch die für Moskau 2018 kritisiert. "Beide Länder haben einen sehr schlechte Menschenrechtsbilanz", sagte der britische Aktivist Peter Tatchell. "Sie diskriminieren nicht nur Schwule und Lesben, sondern auch Frauen und schränken die Versammlungs- und Pressefreiheit ein". Der Sport sollte nie den Vorrang vor Menschenrechten haben, so Tatchell.
Zunächst findet im kommenden Jahr jedoch die Frauen-Weltmeisterschaft in Deutschland statt. Im Vorfeld hat sich die deutsche Nationaltorhüterin als bisexuell geoutet (queer.de berichtete). Ihre Stellvertreterin hat sich bereits im vergangenen Jahr mit ihrer Freundin verpartnert. Bei den Männern lässt ein Coming-out jedoch immer noch auf sich warten. (dk)














Gleichwohl dort sind homosexuelle Handlungen legal und mit viel Mühe und Not fanden bereits die ersten LGBT Demonstrationen dort statt. Die Entscheidung für Russland durch die FIFA geht meines Erachtens in Ordnung, denn noch nie haben in Osteuropa die Fussballweltmeisterschaften stattgefunden und wir sollten "sowieso" auf Russland ein Stück weit zugehen.
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Was Katar angeht: das sehe ich allerdings auch so. Dort bestehen Strafgesetze und jedes homosexuelle Paar muss mit Verhaftungen rechnen. Es ist nicht in Ordnung, dass solche Grossveranstaltungen von dieser internationalen Dimension in solchen extrem homophoben Ländern stattfinden, wo es staatliche Strafgesetze gibt.
Mein Fazit: Russland okay, Katar nein.
Besser wäre es gewesen, wenn statt Katar Australien ausgewählt würde. Denn auch in Australien/Neuseeland haben noch nie Weltmeisterschaften im Männerfussball stattgefunden.