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  • 09. Dezember 2010 13 2 Min.

Ein Bild aus dem Jahr 1973: Harvey Milk (mit Schwägerin Audrey Milk) vor seinem Laden. (Bild: Wiki Commons / Aavindraa / CC-BY-SA-3.0)

Die Human Rights Campaign wird künftig ein Büro und Shop in der 575 Castro Street betreiben, im legendären "Castro Camera"-Laden von Harvey Milk. Doch nicht alle Aktivisten sind glücklich.

Die Homo-Gruppe hat bereits den Mietvertrag für den 100 Quadratmeter großen, derzeit leer stehenden Laden unterschrieben und will im Januar nächsten Jahres ein "Action Center" darin eröffnen. Milk organisierte von dieser Adresse aus die Proteste gegen Diskriminierung von Schwulen und Lesben. Der Shop galt als Anlaufpunkt für alle Homo-Aktivisten. Die HRC erklärte, man wolle diesen Weg weiter beschreiten: "Es ist Harvey Milks Vision der Hoffnung, die unsere Arbeit bei der Human Rights Campaign inspiriert", so HRC-Chef Joe Solmonese. "Wir sind die Nutznießer des bahnbrechenden Aktivismus und sind stolz darauf, Teil der Zukunft zu sein, die sich Milk ausgemalt hat."

Doch es gibt viel Gegenwind aus der Community gegen den neuen Mieter. Besonders eine Ankündigung der HRC wird heftig kritisiert: Die Aktivisten wollen Waren verkaufen, die "geschmückt sind mit den Worten und Bildern von Milk". Das führt zu Abwehrreaktionen, etwa bei Milks Redenschreiber Frank Robinson: "Milk-Kaffeetassen, Milk-Kondome oder was die auch immer an diesem Ort verkaufen wollen - ich finde das furchtbar. Es macht Harvey lächerlich". Immerhin habe Milk sein Leben für die Community gegeben, nicht für das Recht, "billige Schmuckanhänger zu verkaufen".

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HRC "Antithese" zu Harvey Milk?


Dustin Lance Black will alle Rechte statt Brotkrümel (Bild: Wiki Commons / Geoking66 / CC-BY-SA-3.0GFDL)

Des weiteren kritisieren viele Homo-Aktivsten, dass die HRC sich mehr darum kümmere, Zugang zu (heterosexuellen) demokratischen Politikern zu haben als für Homorechte zu kämpfen. Für Cleve Jones ist die Human Rights Campaign damit die "Antithese" zu Milk. Während dieser sich kompromisslos für Gleichberechtigung einsetze, zeige sich die HRC oft kompromissbereit bis zur Unkenntlichkeit.

Auch Dustin Lance Black, der das Drehbuch für den Biografiefilm Milk verfasst hat, übt heftige Kritik an der HRC, die sich auf ihre "Hetero-Alliierten" in der Politik verlasse: "Harvey Milk hat Leute aufgefordert, sich zu outen und lautstark zu sagen, dass sie die gleichen Rechte wie Heterosexuelle wollen, nicht nur ein paar Brotkrümel. Die HRC-Führung spricht sich aber für einen stückweisen, abwartenden Ansatz aus. Und jetzt wollen diese Leute Profit schlagen aus Harveys Vermächtnis. Das ist empörend!". (dk)

-w-

#1 FloAnonym
  • 09.12.2010, 17:26h
  • Ich kenne die HRC mehr oder weniger nur vom Namen, kenne ihre Arbeit also nicht gut genug, um mir ein Urteil darüber zu erlauben, ob sie zu kompromissbereit sind oder nicht.

    Aber eines ist mal sicher:
    wenn dort wirklich Harvey-Milk-Tassen oder ähnlicher Kitsch angeboten wird, geht es einfach zu weit. Man kann dort ja gerne Bücher über Milk verkaufen. Von mir aus auch noch DVDs mit dem Spielfilm oder mit den Dokus. Meinetwegen auch noch andere (gute) schwul-lesbische Bücher und Filme (keine Pornos).

    Aber so eine Art Kitsch-Souvenir-Laden zieht wirklich sein Ansehen in den Dreck und konterkariert seine Arbeit.
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#2 Timm JohannesAnonym
  • 09.12.2010, 17:33h
  • Das ist wieder so ein typischer Fall eines Gezickes homosexueller Aktivisten in ihrer eigenen Grosstadtcommunity. Mit Scheuklappenblick auf sich selbst wird dort die Gesamtentwicklung der Gesellschaft nicht wahrgenommen.

    Anstatt froh zu sein, das in den Räumen eine LGBT Organisation einzieht und die Miete zahlt, anstatt das dort ein McDonalds oder Starbuck-Cafe einzieht, wird rumgenörgelt. Die Miete muss monatlich gezahlt werden, kann ich da nur sagen und wenn es Einnahmemöglichkeiten für die LGBT-Organisation gibt, dann sollten die genutzt werden.

    Als ich bei meinem letzten Aufenthalt mit meinem Mann dort vorbeischaute, waren die Räume ausgeräumt und alles sah sehr von außen betrachtet "runtergekommen" dort aus. Ich empfand es regelrecht als enttäuschend, wie schlecht die Vorderseite des Gebäudes damals ausschaute. Das kann nur besser werden dort.
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#3 FoXXXynessEhemaliges Profil
  • 10.12.2010, 00:46h
  • Schon komisch, daß die Aktivisten gerade diesen Schritt der Human Rights Campaign mißbilligen!
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