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- 11. Dezember 2010 2 Min.

Regenbogen-Tupfer beim Gay Pride in Bukarest 2006 (Bild: Wiki Commons / Tudor Prisacariu / CC-BY-SA-2.5)
84 Prozent der Rumänen würden aus keinem Glas trinken, das vorher von einer homosexuellen oder HIV-positiven Person benutzt worden ist.
Von Carsten Weidemann
Eine "erschreckend hohe Diskriminierung in Rumänien" meldet das Online-Portal punkto.ro, das sich die Ergebnisse einer am Freitag veröffentlichten Umfrage des "Landesrates für die Bekämpfung der Diskriminierung" angesehen hat.
So würden 84 Prozent der Rumänen aus keinem Glas trinken, das vorher von einer homosexuellen oder HIV-positiven Person benutzt worden ist. Dass Diskriminierung weit verbreitet ist im Land, ist den meisten sehr bewusst. Schuld daran seien vor allem die Politiker und deren Verhalten.
Befragt nach der Reihenfolge der am meisten diskriminierten Bevölkerungsgruppen in Rumänien, liegen HIV-Positive mit 70 Prozent an der Spitze. Gefolgt von Schwulen und Lesben (61 Prozent) und Roma (60 Prozent). Die Erkenntnis, dass sehr viel diskriminiert wird, fördert offensichtlich keine liberale Haltung.
Ein homosexuelles Familienmitglied? "Schrecklich" für 75 Prozent.
Denn die Befragten gaben laut punkto.ro an: "Homosexuelle Avancen würden 84 Prozent der Befragten ‚sehr stören', 75 Prozent fänden es ‚schrecklich', wenn sich ein Familienmitglied als lesbisch oder schwul outen würde. 56 Prozent der Rumänen würden mit einer homosexuellen Person nicht einmal essen gehen, 55 Prozent gestanden, sich in der Gesellschaft einer schwulen oder lesbischen Person ‚unwohl' zu fühlen.
Homosexualität ist in Rumänien seit 1996 legal, seit 2002 gibt es bei Homo- und Heterosexuellen das selbe Schutzalter. Das 21 Millionen Einwohner zählende Land ist seit Anfang 2007 Mitglied der Europäischen Union. Bereits 2008 hatte eine staatliche Umfrage ähnliche Vorbehalte registriert. Im Parlament fordert zudem die rechtsradikale Großrumänien-Partei immer wieder, die "Propagierung von Homosexualität" zu verbieten.















gibt es eigentlich auch untersuchungen darüber, wieviel prozent solcher umfragen vorurteile nicht nur ermitteln, sondern sie gleichzeitig auch bestärken?