Hauptmenü Accesskey 1 Hauptinhalt 2 Footer 3 Suche 4 Impressum 8 Kontakt 9 Startseite 0
Neu Presse TV-Tipps Termine
© Queer Communications GmbH
https://queer.de/?13332

Bussi, Bussi... (Bild: Air New Zealand)

Nach Protesten von Schwulen und Lesben hat Air New Zealand ein Sicherheitsvideo gekürzt, weil darin ein schwuler Flugbegleiter bei einem Rugby-Spieler abblitzt.

In dem Video, das die Passagiere vor dem Flug auf die wichtigsten Sicherheitsmerkmale aufmerksam macht, treten die Rugby-Spieler der neuseeländischen Rugby-Nationalmannschaft ("All Blacks") auf. In einer Szene sieht ein schwuler Flugbegleiter den Spieler Richard Kahui an und verlangt mit einem Handzeichen einen Wangenkuss. Kahui lehnt jedoch dankend ab.

Die Szene ist bereits seit Wochen auf Air-New-Zealand-Flügen gezeigt worden. Zirka zwei Millionen Passagiere haben "Crazy About Rugby", wie die Fluglinie das Sicherheitsvideo nannte, schon gesehehen. Air New Zealand erhielt zuletzt jedoch viele Beschwerdebriefe von Schwulen und Lesben. Darin heißt es, dass der Flugbegleiter zu "offensichtlich schwul" sei und daher Vorurteile schüre. In vielen Briefen wurde sogar die Vermutung geäußert, dass der Kurzfilm die Selbstmordrate unter schwulen Jugendlichen erhöhen könnte, da der Rugby-Spieler den Kuss ablehnt, während er gegenüber der Stewardess viel offener agiert.

Youtube | Das Video ungeschnitten ansehen - die kritisierte Szene startet gegen 2:45

- Werbung -

Air New Zealand erklärte, man habe das Video vorher als nicht problematisch angesehen. Nach den vielen Beschwerden habe man sich dann entschieden, die umstrittene Szene zu entfernen. Es sei nicht die Absicht der Fluglinie gewesen, eine bestimmte Gruppe mit dem Video zu verärgern, sagte Firmensprecher David Morgan.

Der Flugbegleiter, der in dem Video mitspielte, ist enttäuscht über die Proteste: "Ich kann's kaum glauben, dass ein paar Leute in der Gay Community es für alle anderen kaputt gemacht haben", erklärte Will Coxhead. "Ich bin stolz darauf, schwul und ein Air-New-Zealander zu sein und bin auch sehr stolz auf meine Rolle in dem Sicherheitsvideo." Es gebe unter Schwulen offenbar Leute, die sich wichtig machen wollten, glaubt der Flugbegleiter. Sie müssten "sich entspannen". "Die Szene ist doch bloß unbeschwerter Humor", so Coxhead.

Wöchentliche Umfrage

» Regt es dich auf, wenn Schwule in den Medien als zu tuntig dargestellt werden?
    Ergebnis der Umfrage vom 13.12.2010 bis 20.12.2010
-w-

#1 eMANcipation*Anonym
  • 13.12.2010, 12:22h
  • Viele Schwule gefallen sich in der Rolle der Witzfigur, die die heterosexistische Gesellschaft ihnen zur Wahrung der sexuellen Herrschaftsverhältnisse zugewiesen hat!

    Diese subtile Ebene der Stigmatisierung und Diffamierung ist übrigens die wirkungsvollste - und die Wirkung erleben wir dann tagtäglich, wenn unter Jugendlichen in jedem zweiten Satz "schwul" als Schimpfwort oder negativ konnotiertes Attribut verwendet wird.

    Eine noch nie dagewesene heterosexistische massenmediale Indoktrination von Kindesbeinen an und soziale Kontrolle via Facebook & Co. sind die schärfsten "modernen" Vehikel zur Aufrechterhaltung der Unterdrückung von Homosexualität, gegen effektive sexuelle Freiheit und Gleichberechtigung, die man sich vorstellen kann.

    Ich stelle euch einmal mehr die Frage: Wann fangen wir endlich an, jungen Männern das breite Spektrum an Identifikationsfiguren, fernab der üblichen Stereotype und Klischees, zu bieten, die sie dringend benötigen?

    Oder wollen wir weiterhin dabei zusehen, wie männliche Jugendliche immer unfreier werden, homosexuelles Interesse überhaupt zuzulassen und nicht vom ersten Moment an zu verleugnen und unterdrücken?

    Wer kann und muss hier den entscheidenden Beitrag für Veränderung leisten, wenn nicht wir als schwule Männer?
  • Direktlink »
#2 Don QuijoteAnonym
  • 13.12.2010, 13:10h
  • Antwort auf #1 von eMANcipation*
  • Jo, die ganzen bösen Heten stehen jeden Morgen vor dem Spiegel und überlegen sich neue Strategien, wie sie ihre heterosexistischen Herrschaftsverhältnisse und ihren Terror gegen uns aufrecht erhalten können. Die haben nämlich sonst nix besseres zu tun!

    Umgekehrt soll es ja auch Schwule geben, die jeden Tag erneut überlegen, wie sie ihren Kampf gegen die Windmühlen heteronormativen Herrschaftsdaseins ausfechten können - der Wirklichkeit entrückt.

    Don Quijote lässt grüßen....!
  • Direktlink »
#3 FinalmSposatoEhemaliges Profil
  • 13.12.2010, 13:21h

  • Sehr gut, dass das Video aufgrund der Proteste geändert wurde!

    Es stört mich ungemein, wie gerade in deutschen Medien, Schwule dargestellt werden. (Bei uns in der Schweiz etwas besser) Natürlich sind Schwule AUCH witzig und lustig, aber nicht NUR! Wer soll uns denn sonst ernst nehmen? Wieso sehen wir nicht endlich mal einen Webespot mit zwei muskulösen männlichen Bauarbeitern, serioesen Kriminalbeamten, Fußballspielern oder Fernfahrern, jenseits der immer gleichen Klischees?

    Unsere Organisationen sollen bitte Mal Strategien entwickeln, wie wir erreichen können, dass unsere enorme Vielfalt adäquat in dem Massenmedien Präsenz findet. Mich stören die \"Fummeltrienen\" in ihren bunten Kostümen beim CSD überhaupt nicht. Sie gehören 100% auch zu uns, aber es muss dem Durchschnittsbürger klar werden, das 95% von uns nicht so auftreten. Erreichen wir das nicht, werden schwule Jugendliche weiterhin kaum schwule Identifikationsfiguren finden.
  • Direktlink »