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- 13. Dezember 2010 2 Min.

Bussi, Bussi... (Bild: Air New Zealand)
Nach Protesten von Schwulen und Lesben hat Air New Zealand ein Sicherheitsvideo gekürzt, weil darin ein schwuler Flugbegleiter bei einem Rugby-Spieler abblitzt.
In dem Video, das die Passagiere vor dem Flug auf die wichtigsten Sicherheitsmerkmale aufmerksam macht, treten die Rugby-Spieler der neuseeländischen Rugby-Nationalmannschaft ("All Blacks") auf. In einer Szene sieht ein schwuler Flugbegleiter den Spieler Richard Kahui an und verlangt mit einem Handzeichen einen Wangenkuss. Kahui lehnt jedoch dankend ab.
Die Szene ist bereits seit Wochen auf Air-New-Zealand-Flügen gezeigt worden. Zirka zwei Millionen Passagiere haben "Crazy About Rugby", wie die Fluglinie das Sicherheitsvideo nannte, schon gesehehen. Air New Zealand erhielt zuletzt jedoch viele Beschwerdebriefe von Schwulen und Lesben. Darin heißt es, dass der Flugbegleiter zu "offensichtlich schwul" sei und daher Vorurteile schüre. In vielen Briefen wurde sogar die Vermutung geäußert, dass der Kurzfilm die Selbstmordrate unter schwulen Jugendlichen erhöhen könnte, da der Rugby-Spieler den Kuss ablehnt, während er gegenüber der Stewardess viel offener agiert.
Air New Zealand erklärte, man habe das Video vorher als nicht problematisch angesehen. Nach den vielen Beschwerden habe man sich dann entschieden, die umstrittene Szene zu entfernen. Es sei nicht die Absicht der Fluglinie gewesen, eine bestimmte Gruppe mit dem Video zu verärgern, sagte Firmensprecher David Morgan.
Der Flugbegleiter, der in dem Video mitspielte, ist enttäuscht über die Proteste: "Ich kann's kaum glauben, dass ein paar Leute in der Gay Community es für alle anderen kaputt gemacht haben", erklärte Will Coxhead. "Ich bin stolz darauf, schwul und ein Air-New-Zealander zu sein und bin auch sehr stolz auf meine Rolle in dem Sicherheitsvideo." Es gebe unter Schwulen offenbar Leute, die sich wichtig machen wollten, glaubt der Flugbegleiter. Sie müssten "sich entspannen". "Die Szene ist doch bloß unbeschwerter Humor", so Coxhead.
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Diese subtile Ebene der Stigmatisierung und Diffamierung ist übrigens die wirkungsvollste - und die Wirkung erleben wir dann tagtäglich, wenn unter Jugendlichen in jedem zweiten Satz "schwul" als Schimpfwort oder negativ konnotiertes Attribut verwendet wird.
Eine noch nie dagewesene heterosexistische massenmediale Indoktrination von Kindesbeinen an und soziale Kontrolle via Facebook & Co. sind die schärfsten "modernen" Vehikel zur Aufrechterhaltung der Unterdrückung von Homosexualität, gegen effektive sexuelle Freiheit und Gleichberechtigung, die man sich vorstellen kann.
Ich stelle euch einmal mehr die Frage: Wann fangen wir endlich an, jungen Männern das breite Spektrum an Identifikationsfiguren, fernab der üblichen Stereotype und Klischees, zu bieten, die sie dringend benötigen?
Oder wollen wir weiterhin dabei zusehen, wie männliche Jugendliche immer unfreier werden, homosexuelles Interesse überhaupt zuzulassen und nicht vom ersten Moment an zu verleugnen und unterdrücken?
Wer kann und muss hier den entscheidenden Beitrag für Veränderung leisten, wenn nicht wir als schwule Männer?