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- 18. Dezember 2010 2 Min.

Heißt den Papst im Deutschen Bundestag willkommen: Grünen-Fraktionschefin Renate Künast (Bild: gruenenrw / flickr / by-sa 2.0)
Die grüne Fraktionschefin Renate Künast möchte den Papst im Bundestag reden lassen - anders als ihr schwuler Fraktionsgeschäftsführer Volker Beck.
"Der Papst ist eingeladen, das ist in Ordnung so", stellte Renate Künast am Samstag gegenüber "Spiegel Online" klar: "Da gehen wir hin - und zwar respektvoll." Die Fraktionschefin der Grünen widersprach damit öffentlich ihrem Parlamentarischen Geschäftsführer Volker Beck. Der schwule Parteifreund hatte noch am Freitag im Namen der Grünen-Fraktion gesagt: "Einvernehmen für die Einladung des Bundestags an den Papst, vor dem deutschen Parlament zu sprechen, gab es mit uns nicht" (queer.de berichtete).
Beck hatte darin erinnert, dass der Deutsche Bundestag "zu Recht zurückhaltend bei der Einladung ausländischer Staatsgäste" sei, zudem sei der Papst "in erster Linie das Oberhaupt einer Religionsgemeinschaft". Der Fraktionsgeschäftsführer begründete die Ablehnung auch damit, dass Benedikt XVI. homophob sei. "Der Papst hält mich für 'objektiv ungeordnet', so viel zur Toleranz des Papstes gegenüber Schwulen und Lesben", sagte Volker Beck gegenüber "Spiegel Online".

Erste offizieller Staatsbesuch: Im September 2011 will der Papst nach Deutschland kommen
CDU und CSU hatten Beck für seine Äußerungen scharf kritisiert: "Jetzt ist die Dagegen-Partei auch noch gegen den Papst", meinte etwa der CDU-Abgeordnete Thomas Strobl. Grünen-Fraktionschefin Künast plädierte nun dafür, nach dem Papst auch anderen Religionsführern Rederecht im Parlament einzuräumen: "Uns liegt am Herzen, alle Religionsgemeinschaften gleich zu behandeln."
Die Linksfraktion sehe der Rede mit Interesse entgegen, sagte unterdessen deren Sprecher Hendrik Thalheim. Amtsvorgänger von Benedikt XVI. hätten in Friedensfragen und sozialen Fragen zum Nachdenken angeregt.
Nach gegenwärtiger Planung soll Papst Benedikt XVI. im Rahmen seines Deutschland-Besuchs im September 2011 vor den Bundestagsabgeordneten sprechen. Bei der ersten offiziellen Staatsvisite will er auch das Bistum Erfurt und das Erzbistum Freiburg besuchen. Parlamentspräsident Norbert Lammert (CDU) teilte mit, das katholische Kirchenoberhaupt habe seine Einladung angenommen. (cw)
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Ich finde Ratzinger soll im Bundestag reden warum denn auch nicht ?
Er ist ein homophober alter Mann ist ein Opa auch trotzdem hab ich ihn auf seine Art gern. Man sollte bei aller oftmals berechtigten Kritik an dem Verein nicht außer Acht lassen das viele aus dem "führenden Management" zu einer Zeit aufgewachsen sind als Homosexualität unter Strafe bzw. KZ stand. Vieles ändert sich aber mancher kommt halt nicht aus seiner Haut raus. Es gibt gerade auch in der kath. Kirche genug positive Beispiele von Priestern vor Ort die sich einen Dreck um das scheren was Rom in Punkto Homosexualität sagt.
Ich tue ich auch schwer mit der offiziellen Haltung der Kirche zu Homosexualität aber nur weil mir ein Punkt der mich zwar persönlich massiv einschränkt und verletzt muss der ganze Verein ja nicht schlecht sein.
Oder gibt es jemanden der ernsthaft daran zweifelt das Mitgefühl und Barmherzigkeit etwas schlechtes sind ?
Also lasst den alten Männern ihren Glauben und die nächste Generation kommt und wird sich wieder etwas mehr öffnen. Irgendwann wird es normal sein schwul zu sein, auch in der röm. kath. Kirche zwar nicht jetzt aber Ratzingers Urenkel werden es bestimmt erleben.