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  • 20. Dezember 2010 4 2 Min.

Fraktionschef Volker Kauder hat Schwule und Lesben als Feindbild entdeckt. (Bild: dirk@vorderstrasse.de / flickr / by-sa 2.0)

Unionsfraktionschef Volker Kauder (CDU) glaubt, dass homo­sexuelle Paare mit Kinderwunsch gegen den Willen des Kindes handeln.

In einem Interview mit der "Berliner Zeitung" betonte der 61-Jährige, dass es "keinen Anspruch auf ein Kind" gebe: "Es kommt nicht so sehr darauf an, ob die Erwachsenen als glückliche Familie leben wollen. Ich glaube nicht, dass sich Kinder wünschen, in einer homo­sexuellen Partnerschaft aufzuwachsen". Das Kindeswohl müsse akzeptiert werden, "auch wenn dies für die Betroffenen manchmal sehr schwer ist", so Kauder.

Der grüne Fraktionsgeschäftsführer Volker Beck bezeichnete die Äußerungen Kauders als "Beleidigung und Herabsetzung aller homo­sexuellen Eltern". Schließlich lebten tausende Kinder in Regenbogen­familien: "Volker Kauder sollte das Wohl dieser Kinder im Blick haben, statt seine eigenen Vorurteile zum Maßstab der Gesellschaftspolitik zu machen", erklärte Beck. Zudem schaffe das Adoptionsrecht vor allem Sicherheit für die Kinder: "Viele Kinder in Regenbogen­familien haben nur gegenüber einem Elternteil Unterhalts- oder Erbansprüche. Sie werden benachteiligt."

Hauptthema des Interviews war die Präimplantationsdiagnostik - also Untersuchungen von künstlich befruchtete Embryonen auf Erbkrankheiten vor der Einpflanzung in die Gebärmutter. Kauder lehnt diese Art der Vorsorge strikt ab, da sie "nicht vereinbar" sei mit dem Schutz des Lebens. Im kommenden Frühjahr wird sich der Bundestag mit diesem Thema beschäftigen. Als Gewissensentscheidung soll bei Abstimmungen über die PID der Fraktionszwang aufgehoben werden.

Kauder gehört zum konservativen Flügel der CDU und hat sich in der Vergangenheit bereits wiederholt gegen Homo-Rechte ausgesprochen. So verglich er 2005 das von Rot-Grün geplante Antidiskriminierungsgesetz, das auch das Merkmal "sexuelle Identität" beinhalten sollte, mit den nationalsozialistischen Rassegesetzen. Bei der Debatte um das Adoptionsrecht für gleichgeschlechtliche Paare warf er Schwulen und Lesben wiederholt vor, sich selbt verwirklichen zu wollen, aber nicht am Wohl der Kinder interessiert zu sein.

-w-

#1 jojoAnonym
  • 20.12.2010, 12:29h
  • ich glaube auch nicht, dass sich kinder wünschen, bei volker kauder aufzuwachsen. mein glaube sollte aber für die rechtsprechung genauso unerheblich sein wie der von kauder. da zählen fakten, und entsprechende untersuchungen liegen mittlerweile vor. die kann man natürlich ignorieren - dann darf man aber nicht mehr behaupten, man spreche im interesse der kinder.
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#2 antifaschistaAnonym
#3 OliverKSAnonym